Maulwurf © stock.adobe.com / juefraphoto

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Einen echten Sympathieträger hat die deutsche Wildtierstiftung zum Wildtier des Jahres auserkoren. Den europäischen Maulwurf. Wobei ihn nicht jeder gerne sieht. Liebhaber englischer Gärten mit perfekter Rasenfläche bringt der Maulwurf gerne zur Verzweiflung. Die Wahl des Maulwurfs zum Wildtier des Jahres steht daher eindeutig für eine Werbung zu mehr Naturnähe auch bei der eigenen Gartenbewirtschaftung. Denn vor der eigenen Haustür fängt Naturschutz logischerweise an.

Ein Leben im Untergrund

Den Maulwurf selbst entdeckt man selten, seine Grabtätigkeit, die Maulwurfshügel, erkennt jedes Kind. An das Leben als Tiefbauspezialist ist der Maulwurf perfekt angepasst.

Er hat eine Rüsselnase mit vielen feinen Tasthaaren, seine Vorderfüße sind mächtige Grabschaufeln. Sein Schwanz dient ihm als „Blindenstock“ damit er die Außenwände seiner Tunnel abtastet. Ganz blind ist der der samtig schwarze Geselle nicht, aber mehr als hell und dunkel kann er nicht unterscheiden.

Sein ganzer walzenförmiger Körperbau ist wie ein Erdbohrer, mit dem er sich durchs dunkle Erdreich schiebt. Sein Fell hat keinen „Strich“, sodass er mühelos vorwärts- und rückwärtslaufen kann.

Zudem ist die lange Rüsselnase mit dem für den Maulwurf typischen „Eimerschen Organ“ ausgestattet, das elektrische Reize wahrnimmt, die bei Muskelbewegungen von Beutetieren entstehen.

Jäger und Gejagter

Maulwürfe sind Raubtiere. Wobei die Beutetiere uns Menschen eher unscheinbar erscheinen. Insekten, Regenwürmer, Reptilien, kleine Nagetiere stehen auf dem Speiseplan. Bezogen auf das Körpergewicht ist der Appetit erheblich. Maulwürfe fressen pro Tag etwa die Hälfte des eigenen Körpergewichts. Und wenn mehr Beute gefangen wird als der Appetit benötigt, dann wird diese gerne als lebender Vorrat in den unterirdischen Kammern deponiert. Regenwürmer werden dazu einfach die vorderen Körpersegmente abgebissen.

Maulwürfe bringen pro Jahr etwa zwei bis sieben Jungen zur Welt und werden selten älter als drei Jahre. Denn Feinde hat der Maulwurf zuhauf. Greifvögel, Eulen, Störche, Wildschweine, Füchse, Marder, Iltis- und vor allem den Menschen. Zwar wird der Maulwurf nicht seines Felles wegen gejagt - der Pelz soll furchtbar haaren - aber geeigneter Lebensraum nimmt ab. Ideal ist naturnahes Grünland. Je mehr der Boden bearbeitet wird, desto enger wird es für den Maulwurf. Im Wald sieht man hie und da einen Maulwurfshügel, aber bevorzugt wird eindeutig das Offenland. Und in naturnah belassenen Gärten findet der sympathische Geselle ebenfalls ein Zuhause.

Empfehlung

Falls der Maulwurf Sie doch im Garten stört, so hat der „Ratgeber vier Pfoten in Deutschland“ eine wirklich effektive Vertreibungsmethode auf Lager - Erschütterungen.

Eine effektive (nicht ganz ernst gemeinte) Methode, Maulwürfe zu vertreiben:
Laden Sie die Nachbarskinder oder Freunde mit großen Hunden für ein paar sonnige Nachmittage zu sich ein und lassen Sie sie im Garten toben. Die so verursachten Erschütterungen des Bodens stören den Maulwurf und nach einiger Zeit wird er sich ein neues Revier suchen.

Als Nebeneffekt erhält ihr Garten sicher etwas mehr Naturnähe und Sie leisten einen Beitrag zur Initiative "Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz". Lang lebe der Maulwurf!

Volker Westermann