Felsen, tiefe Wälder und weite Täler

Wasgau wird der südliche Teil des Pfälzerwaldes, angrenzend an das französische Elsass-Lothringen, genannt. Der Waldanteil dieser vielgestaltigsten Buntsandsteinlandschaft Deutschlands liegt bei 80 Prozent.

Weite, offene Wiesentäler, massive Sandsteinformationen, die immer wieder den Wald überragen, sowie eine große Anzahl von Burgen und Burgruinen, Zeugnisse der bewegenden mittelalterlichen Geschichte dieser Region, prägen das Bild.

Burgen und Militär

Die Menschen in diesem Gebiet erlitten die Pest, Hungersnöte und große Armut: Die Bauernkriege, der Dreißigjährige Krieg, der Pfälzische Erbfolgekrieg, die Revolutionskriege und die beiden Weltkriege hinterließen ihre Spuren, auch im Wald. Der Wanderer wird immer wieder auf alte Bunkeranlagen, Schützengräben und aus der jüngeren Geschichte Wehrtürme und Bunker der US - Armee treffen, die hier Anlagen unterhielt.

 

Viele Bäume im Wasgau sind an besonders umkämpften örtlichen Lagen durch Beschuss im Zweiten  Weltkrieg massiv von Metallsplittern getroffen worden. Diese werden noch heute bei Holzerntemaßnahmen im Holz gefunden und entwerten dieses. Ein Verlust für die Waldeigentümer und ein größerer Aufwand für Sägewerksbesitzer, die die Splitter vor dem Einschnitt des Holzes finden und entfernen müssen.

Natur und Forst

Heute ist das einstige Armenhaus ein Kleinod der Natur, ein Rückzugsgebiet für viele, auch seltene Pflanzen  und Tierarten und ein wertvoller Erholungsraum für die Menschen.

Ohne den Einfluss des Menschen wäre der Wasgau geprägt durch die natürliche Waldgesellschaft des artenarmen Traubeneichen- Buchenwaldes.

Über Jahrhunderte hinweg wurde der Wald jedoch vom Menschen intensiv genutzt. Neben der Nutzung des Holzes zur Wärmegewinnung und als Bau - und Rohstoff zur Herstellung von Werkzeugen und Holzkohle, dienten die Wälder auch als Nahrungsquelle für das Vieh. Waldweide und Streunutzung hinterließen ihre Spuren im Wald und führten lokal zu einer derartigen Nährstoffverarmung der Waldböden, dass die vom Menschen eingebrachte Waldkiefer ( Pinus sylvestris) vielerorts das Waldbild bestimmt. Heute finden sich Buche und Kiefer meist in Mischbeständen.

Das in der Forstwirtschaft "erfundene" und vor gut 200 Jahren entwickelte Prinzip der Nachhaltigkeit führte zu einer langsamen Erholung der Wälder, da immer nur soviel Holz genutzt wurde und wird, wie auch wieder nachwächst.

Eichen und Douglasien hier bei uns

Die wichstigste fremdländische Baumart im Wasgau ist die Douglasie ( Pseudotsuga menziesii ). In Europa war die Gattung im Tertiär vertreten, ist im Laufe der Eiszeit hier jedoch ausgestorben. Im Jahr  1827 wurde die Douglasie aus Amerika wieder nach Europa gebracht und erlebte hier eine große Erfolgsgeschichte, da die Bäume eine große Wuchsleistung besitzen und ( noch ) keine natürlichen Feinde ( Insektenfraß ) besitzen. Junge Douglasien sind beliebte Weihnachtsbäume und liefern wohlriechendes, nach Zitrone duftendes, Schmuckreisig. Das harte und widerstandsfähige Holz ist begehrt als Bau - und Konstruktionsholz in vielen Bereichen.

Die berühmteste Baumart im Wasgau ist jedoch die Traubeneiche. Der Pfälzerwald ist weltberühmt für seine 300 jährigen Eichenbestände, die Holz liefern, dass eine hohe finanzielle Wertschätzung am Markt genießt.

Der Spitzenstamm des Forstamtes Wasgau im Herbst 2009, der eine Länge von 6,0 m und einen Durchmesser ohne Rinde von 0,89 m ( das sind dann 3,73 Festmeter ohne Rinde) hatte, erzielte einen Erlös von 2.089 Euro je Festmeter und damit 7.791,97 Euro  für den Stamm. Eichenwertholz findet nicht nur seine Verwendung im Furnierbereich, auch als Fassholz und hochwertiges Sägeholz werden von den Erwerbern hohe Erlöse erzielt. Der Durchschnittspreis für Eiche im Jahr 2008 betrug 617,11 Euro pro Festmeter. Etwa. 30 Prozent der Gesamtmasse des Eichenholzes fließt in den französischen Markt.