Für viele Besucher des Forstamtes Prüm ist der Tettenbusch das waldbauliche Highlight. Er wird jedes Jahr von zahlreichen Förstern und Waldbesitzern aus dem In- und Ausland aber auch von Erholungsuchenden besucht. Aufgrund seiner fast flächig vorhandenen horizontalen und vertikalen  Strukturierung, des Baumartenreichtums, des hohen Wertholzanteiles sowie der aufgrund der Jagdstrategie flächigen, qualitativ hochwertigen Verjüngung beeindruckt der Wald im Tettenbusch die Besucher. Er zeigt, was unter optimalen Bedingungen über lange Zeit hinweg waldbaulich alles möglich ist.

Diese von vielen Förstern und Waldbesitzern angestrebten Waldbilder sind im Tettenbusch über Jahrhunderte hinweg entstanden. Begonnen hatte alles im Jahr 721, als der Tettenbusch in Folge der Gründung der Benediktinerabtei in Klosterbesitz kam. Später gehörte der Wald dem Kurfürsten von Trier. Anschließend wurde der Tettenbusch durch die Verstaatlichung der Kirchengüter durch Napoleon in das Eigentum des Staates überführt. Da alle Eigentümer wirtschaftlich gut gestellt und damit weniger abhängig von den Einkünften des Waldes waren, ist der Tettenbusch im Gegensatz zu den meisten Wäldern der Eifel von jeher schonend und nachhaltig genutzt worden. In ihm wurde per Niederwald- und Mittelwaldwirtschaft Holz produziert.

Die preußische Forstverwaltung überführte die Bestände in Hochwald und wertete sie ab 1850 durch das horstweise Einbringen von Nadelhölzern, vor allem Fichte und Weißtanne, wirtschaftlich auf. Dabei erfolgte die Überführung schrittweise, in der Regel ohne Kahlschläge, häufig unter Ausnutzung von Naturverjüngung. Das Ergebnis sind heute zumindest teilweise ungleichaltrige, strukturierte Mischbestände aus Laub- und Nadelholz.

Revierleiter Reimund Köhl entwickelt dieses, auch im restlichen Staatswald angestrebte Waldbild sukzessive weiter. Die Bewirtschaftung des Waldes erfolgt meist nach dem QD-Prinzip. Dabei sollen in der Qualifizierungsphase auf natürlichem Wege die Voraussetzungen dafür entstehen, dass in den folgenden Wachstumsphasen wertvolles Holz erzeugt werden kann. In der anschließenden Dimensionierungsphase werden ausgewählte, qualitativ hochwertige Bäume durch kontinuierliche Pflegeeingriffe im Wachstum gefördert mit dem Ziel, mit diesen möglichst schnell wertvolles, dickes Holz zu produzieren. Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsdynamiken der Baumarten sowie der waldbaulichen Behandlung wird der Wald sukzessive immer differenzierter, strukturierter und ungleichaltriger. Durch die Waldwirtschaft mit verschiedenen Baumarten und Holzproduktzielen besteht ein breites Produktportfolio, das den Waldbesitzer gegenüber den verschiedenen Risiken unempfindlicher macht.

Zum Erreichen solcher struktur- und artenreicher Waldbilder ist neben einer entsprechenden Waldbewirtschaftung auch eine angepasste Jagdstrategie notwendig. Überhöhte Schalenwildbestände, welche eine entsprechende Waldentwicklung verhindern, müssen reduziert werden. Mehr hierzu erfahren Sie unter der Rubrik Jagd im Forstamt.