Mit Holz richtig heizen - Primärenergie optimal nutzen!

1. Trockenes Holz erzeugen mittels solarer Trocknung.

Holz sollte im Herbst/Winter (November bis Februar) – außerhalb der Wachstumsphase / bei Saftruhe – geschlagen und sogleich ofengerecht geschnitten und fein gespalten werden. Warum "fein" spalten? Wird Holz fein gespalten, das heißt die dickste Stelle ist 10 (12) Zentimeter kann bei günstiger Lagerung das Holz bereits im Herbst des Folgejahres zu Heizzwecken genutzt werde ( 1 Jahr vom Stock im Wald bis zum Ofen). Wird Holz nur auf 16 Zentimeter an der dicksten Stelle gespalten so verlängert sich die Trocknungsphase (2 Jahre vom Stock im Wald bis zum Ofen). Grund für die rasche Trocknung ist die vielfach vergrößerte Oberfläche gegenüber Rundholz mit "schützender" Rinde: - kurze Abstände von Stirnfläche zu Stirnfläche (Schnittebenen) von 20 bis 30 Zentimeter - große Oberfläche der Spaltebenen (rissig und rau) - geringe Dicke des Holzes, so dass bis ins Innerste die Feuchte durch Sonne und Wind entzogen wird. Wie lagert man das Holz? Idealerweise unter Dach, - vom Boden abgehoben – kein Erdkontakt/ kein Kapillarwasseraufstieg, zum Beispiel Palette als Unterlage - vor Spritzwasser geschützt - gut hinterlüftet - in sonnseitiger Lage. Dennoch kommt es bei ungünstigem Witterungsverlauf und kleinklimatischer Situation zu schlechter Trocknung mit unter Umständen wiederholter Aufnahme von Wasser aus der Luft. Des weiteren sollte unmittelbar vor dem Verbrennen ein 2-Tagesvorrat zur "Nachtrocknung" neben dem Ofen gelagert werden (1 Tagesvorrat wird zum Feuern genutzt – 1 Tagesvorrat wird "nachgetrocknet").

2. Festbrennstofföfen

Holzöfen Festbrennstofföfen sind sozusagen "Allesfresser", sie "schlucken" Kohle, Eierbriketts, Holz, Briketts aus Holz und Braunkohle bis Torf. Sie sind charakterisiert durch regelbare Primär- und Sekundärluftführung. Regelmäßig haben sie einen beweglichen Rost, um die Asche abzurütteln, was bei Kohle bis Torf auch erforderlich ist. Genau das Gegenteil ist ein Ofen speziell zur Holzfeuerung! Er hat neben der regelbaren Primär- und Sekundärluft eine geschlossene Brennfläche, um die Asche zu halten! Zweck ist die Bildung eines heißen Glutbettes aus Asche und glühender Holzkohle zum ruhigen, gleichmäßigen und vollständigen ausbrennen des Holzes. Hierbei bildet sich sehr wenig Asche, die äußerst fein und hell, fast weiß ist und nur gelegentlich entnommen werden muss. Ein ruhig geführtes Feuer wirbelt auch die Asche weniger auf. Sie wird somit nicht so leicht von der Kaminthermik mitgerissen und so wird weniger Feinstaub emittiert.

3. Richtig anfeuern

Dünne Holzstücke weisen eine relativ große Oberfläche im Verhältnis zu ihrem Volumen auf. Wenn sie auch noch gut trocken sind, so wird der Zündpunkt rasch erreicht und eine leichte Ausgasung gefördert. Bei trockenem Holz muss zudem wenig Wasser verdunstet werden, so dass sich rasch ein heißes Medium bildet. Gleichzeitig wird der Brennraum von Flammen gefüllt und erhitzt. Ideal zum Anheizen sind deshalb Nadelhölzer, weil sie durch den hohen Harzgehalt leicht entflammen und schnell ein Feuer "aufbauen". Sie sollten deshalb bei Ihrem Förster auch nach Anteilen von Nadelholz nachfragen. Wurde der Ofen längere Zeit nicht betrieben, setzt sich in Ofen und Kamin feucht-kalte Luft ab. Diese Luft muss zunächst mit der Hitze des besonders leicht entzündlichem Holz durch den Kamin herausgedrückt werden, bevor der Ofen "zieht".

4. Effektiv heizen

Zum Nachlegen sollten nur einzelne wenige Stücke aufgelegt werden. Die Höhe wird durch die Glutfanghacken angedeutet (Vorratsraum). Der Raum darüber ist der Feuerraum. Er wird zur vollen Flammentwicklung, zum ruhigen, vollständigen, langsamen Ausbrand des Gases und zur Übertrag der Hitze auf die Wärmetauscher benötigt. Fein gespaltene Stücke haben eine ungleich größere Oberfläche zum Volumen und gasen somit gleichmäßiger aus. Mindestens sollte das Verhältnis von Oberfläche zum Volumen wie drei zu eins (3 : 1), besser vier zu eins (4 : 1) sein! Ein Stück Holz verbrennt in etwa 50 bis 70 Minuten, wobei die Dicke des Holzstückes auf die Brenndauer nur geringe Auswirkungen hat. Somit schont die richtige Dicke und Trockenheit des Holzstückes den Primärenergieeinsatz von Holz und damit Ihren Geldbeutel. Es schont zugleich den Ofen, den Kamin und die Nase Ihres Nachbarn durch vermiedene Emissionen von Gas und Staub. Hinweis: "Ofentrocken" ist Holz mit einem Wassergehalt unter 20 Prozent. Ideal sind 15 bis 17 Prozent. Extrem trockenes Holz - "wie aus dem Backofen" – gast in normalen Feuerungen schneller aus als es verbrennt - der Nutzwert kann also auch sinken (!).