Was sind das für kugelige Gebilde im Baum?

Das sind Misteln. Misteln sind Sträucher, die bis zu 50 Jahre alt werden können. Sie sind Halbschmarotzer. Das heißt: Chlorophyll produzieren sie selbst, aber: Sie beziehen ihre Nährstoffe und Wasser über die Leitbahnen und Wurzeln der Wirtspflanze. Misteln können also ohne den Baum nicht überleben. Der Baum stirbt durch die Misteln nicht - das würde der Mistel gar nichts bringen: Sie hätte dann ja niemanden mehr, bei dem sie mitessen kann. Werden es allerdings zu viele, dann schadet das dem Baum schon und er kann absterben.

Misteln gibt es beispielsweise an Pappeln, Weiden, Tannen und Kiefern. Ihre weißen Beeren sind im November/Dezember reif. Die Beeren fressen Vögel sehr gern. Allerdings sind diese ziemlich klebrig. Wenn die Vögel diese klebrigen Beeren-Reste von ihrem Schnabel abstreifen, verbreiten sie die Samen der Mistel.

Ob Misteln Glück bringen, können wir nicht sagen.

Was sind „Durchfalläste“?

Die lustige Sprache der Forstleute: Heute: "Durchfalläste". Das sind meist schwarze Äste, die nicht mit dem Holz verwachsen sind. Wenn dieses Holz zu Brettern verarbeitet wird, dann fallen diese Äste in der Regel heraus oder sie werden herausgebohrt. Meist macht man einen Astlochstopfen bzw. Astlochdübel in das Brett, damit es kein Loch hat. So wie hier.

Warum die Weißtanne vor Hochwasser schützen kann

Was kann die Tanne, was die Fichte nicht kann? Tiefe Wurzeln bilden und somit den Boden lockern und viel Wasser aufnehmen! Anders als die Fichte hat sie eine Pfahl-Wurzel, die die Stauwasserschichten durchdringt und tief in den Boden dringt. Das durchlockert den Boden und sie kann besser Wasser aufnehmen. Der Baum leidet dann nicht so schnell unter Trockenstress. Durch die tiefen Wurzeln kippt der Baum bei Wind auch nicht so schnell um, er hat ja mehr Halt.

Übrigens: Wenn der Waldboden mehr Wasser aufnimmt, kann etwa bei Starkregenereignissen nicht so viel Wasser ins Tal fließen. Und Bodenerosion wird dadurch auch vermieden. Deshalb pflanzen wir dort, wo ihr der Standort zusagt, verstärkt Weißtannen.

Nicht alle Borkenkäfer sind gleich

Es gibt verschiedene Borkenkäfer, während der Buchdrucker eher dickere Fichten mag, bevorzugt der Kupferstecher eher dünneres Holz. Der Lineatus dagegen mag v.a. Bäume, die schon am Boden liegen.
Durch den warmen, trockenen Sommer konnten sie sich gut vermehren.
Wir Forstleute arbeiten daran, den Wald klimastabil zu machen. Das heißt: Wir setzen auf Mischwälder und Baumarten, die besser mit Trockenheit, Wärme, aber auch mit Wind klar kommen.

 

 

Fotos:
Landesforsten RLP/ Ingrid Lamour, Jonathan Fieber

sowie
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trypodendron.lineatum.-.lindsey.jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trypodendron.lineatum5.-.lindsey.jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mehrere_Buchdrucker,_Borkenk%C3%A4fer.JPG

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ips_typographicus_1_meyers_1888_v16_p352.jpg

Was macht der Borkenkäfer mit dem Wald?

Was macht der Borkenkäfer da eigentlich genau mit den Fichten? Und was machen die Forstleute, um den Wald zu schützen? In diesem Video erfahren Sie es. Wir zeigen Ihnen, wie das Insekt lebt und warum es so wichtig ist, dass Holz, das vom Borkenkäfer befallen ist, schnell aus dem Wald abtransportiert werden muss.
Weitere Antworten gibt es hier in unseren FAQs zum Borkenkäfer.

Stockausschlag: Bäume, die immer wieder nachwachsen

Sind Sie schon mal durch einen Wald gegangen, in dem die Bäume eher dünn, niedrig und auch etwas knorrig sind? Dann war das wahrscheinlich ein Niederwald. Diese Form der Waldbewirtschaftung kannten schon die Römer. Das Ganze funktioniert so: Die Bäume werden rund alle 10 bis 30 Jahre gefällt und aus dem Stock, der übrig bleibt, wachsen neue Bäume heran – also aus denselben Wurzeln. Das bedeutet, der Baum wächst immer wieder nach dem Fällen neu nach – man nennt das auch „Stockausschlag“.
Bei Nadelbäumen klappt das nicht, nur bei vielen Laubbäumen, wie der Eiche, der Hasel oder der Birke. Die Bäume werden in einem Niederwald allerdings nicht so groß und dick wie in einem sogenannten „Hochwald“ oder „Dauerwald“, in dem die Bäume erst nach 80 Jahren oder noch länger gefällt werden.

Die Niederwaldwirtschaft entstand zu einer Zeit, als man die Eichenrinde zur Herstellung von Leder benötigte. Mit Hilfe der dort enthaltenden Gerbsäure entstanden so aus Rinderleder z.B. Schuhe. Aus dem übriggebliebenen Holz, das man im Niederwald gewinnt, wird vor allem Brennholz, einst nutze man es auch zur Köhlerei.

Möbel kann man daraus kaum machen, da das Holz dafür zu dünn und meist auch nicht gerade genug ist. Da viel Licht durch so einen Niederwald scheint, blühen dort viele Pflanzen.

Ess- oder Rosskastanie?

Was ist der Unterschied zwischen einer Rosskastanie und einer Edelkastanie? Rosskastanien sind der typische Biergartenbaum, sie haben eher flache Wurzeln. Die Hülle der Rosskastanien hat recht dicke Stacheln. Und am wichtigsten: Rosskastanien solltet ihr nicht essen.

Esskastanien bilden eine Pfahlwurzel - die würde in einem Biergarten also nicht vorkommen, da die Wurzeln in den Keller ragen könnten. Und denn Keller braucht man ja - da lagert(e) ja schließlich das Bier. Esskastanien haben Hüllen mit dünnen Stacheln, auch die Blätter haben kleine Stacheln und sind nicht so rund wie bei der Rosskastanie. Und, na klar: Esskastanien kann man essen. Man nennt die Esskastanie auch Edelkastanie. Vor allem in der Pfalz gibt es Esskastanien, dort nennt man sie „Keschde“.

 

 

Wie Bäume ihre Samen verbreiten

Viele Bäume werfen schon seit einigen Wochen ihre Samen ab. Dabei haben sie ganz unterschiedliche Strategien: Der Samen des Ahorns und der der Hainbuche sind zum Beispiel in einem Flugblatt versteckt und ganz leicht - der Wind kann ihn gut verbreiten. Bucheckern und Eicheln oder auch Haselnüsse sind viel zu schwer zum Fliegen - hier helfen Tiere: Der Eichelhäher vergräbt zum Beispiel viele Eicheln als Vorrat, vergisst aber auch manche Verstecke, sodass neue Eichen daraus wachsen. Der Eichelhäher wird deswegen auch "Gärtner des Waldes“ genannt.

Graffiti im „Busch“ ist notwendig?!

Wenn die Förster den „Busch anmalen“, hat das einen triftigen Grund. Es werden Bäume markiert, die aus Pflegegründen entnommen werden müssen und andere, die auf keinen Fall beschädigt werden dürfen, weil sie sehr vital sind und noch eine lange Zukunft im Wald haben oder weil sie als Biotopbaum für andere Tiere und Pflanzen sehr wertvoll sind. Manchmal werden auch Pflegegassen markiert, auf denen entnommene Bäume zum Waldweg gezogen werden. Dadurch konzentrieren wir die Befahrung des Waldes auf ein absolutes Mindestmaß.

Was heißt smarte Technik im Wald?

Zum Beispiel, wenn der Forwarder mit dem Harvester spricht. Die eine Maschine sagt der anderen Maschine etwa, welchen Weg sie entlang gefahren ist, damit diese die gleiche Fahrlinie nutzen kann - das schont den Boden.

Smart heißt also: Die Holzerntemaschinen speichern ihren Standort im Wald, die Karten mit der aufgezeichneten Fahrstrecke, die Mengen und Sorten des aufgearbeiteten Holzes sowie die Polterplätze, wo das geerntet Holz liegt. Dann schicken die Maschinen alles an eine Internet-Plattform. Der Vorteil: Die Forst-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die Infos über die Holzernte brauchen, müssen nicht mehr extra ihre Kolleginnen und Kollegen im Wald anrufen. Sie können sich einfach auf der Plattform einloggen. So sehen sie in Echtzeit vom Büro aus, was im Wald passiert.

Auch für die Fahrer der smarten Maschinen ist das praktisch: Die Maschinenführer, die alle im Schichtbetrieb arbeiten, müssen sich gegenseitig nicht mehr umständlich mitteilen, wo sie entlang gefahren sind, wo welches Holz liegt und wo die Maschine jetzt im Wald steht. Dazu genügt ein Blick aufs Handy. Smarte Technik heißt also auch, das man unkompliziert Infos über die Holzerntemaschinen und die Arbeit im Wald abfragen kann – egal, wo man gerade ist.

Rehe bellen und fiepsen

Wussten Sie, dass Rehe bellen und fiepsen? Jetzt gerade ist Blattzeit - also die Paarungszeit der Rehe (Ende Juli bis Mitte August). Die Ricken, das sind die weiblichen Rehe, geben Fieps-Laute von sich, um den Rehbock anzulocken. So wollen sie ihm zeigen, dass sie gerade fruchtbar sind. Vielleicht hören Sie die Tiere, wenn Sie das nächste Mal im Wald unterwegs sind. Das klingt ein wenig so, wie wenn man einen Grashalm zwischen die Daumen spannt und durchpustet.

Einen Grashalm oder andere Hilfsmittel nutzen auch Jägerinnen und Jäger, um den Rehbock während der Blattzeit anzulocken. Wenn Sie etwas fiepsen hören, kann es also eventuell auch ein Mensch sein.

Das "Bellen" der Rehe nennt man auch "Schrecken". Mit diesem Laut warnen die Tiere andere Artgenossen vor Gefahr.

Wer war das?

Welcher Vogel hat da runter gesch****? Keiner! Das ist Baumharz, das austritt, wenn der Baum eine Verletzung hat. Auch wenn der Baum beispielsweise vom Borkenkäfer angebohrt wird, sondert er erstmal Harz aus, um den Käfer abzuwehren. Der bleibt dann kleben.

Der Farn, der beim Aufschneiden einen Adler trägt

Wenn man Adlerfarn unten an der Wurzel abschneidet, soll das aussehen wie ein Adler – zugegeben, mit viel Fantasie. Man könnte auch einen Schmetterling  erkennen, oder?

Adlerfarn ist der Farn, der ziemlich hoch wird. Der Adlerfarn bildet im Boden ein weit verzweigtes Rhizom aus. Dieses kann über hundert Jahre alt werden. Allerdings hindert der Adlerfarn junge Bäumchen am Wachsen – er nimmt ihnen unter anderem das Licht. Weitere Infos gibt’s hier.

Verstehen Sie Forst?

Forstleute haben manchmal ihre eigene Sprache: Die ersten (unten vom Stamm gemessen) 2,40 oder 3 Meter lange Holzstücke nennt man „Pony“. Statt Waldarbeiter-Team sagt man Waldarbeiter-„Rotte“ und wenn ein Weg in der Mitte zwischen den Fahrspuren einen Hubbel hat, heißt das „Schweinerücken“. Auf dem Foto sehen Sie rechts zwei „Ponys“.

Festmeter, Raummeter – oder was?

Die Menge für Holz wird in unterschiedlichen Maßeinheiten angegeben – dabei kommt es immer auf die Zwischenräume zwischen dem geschichteten (die Forstleute sagen „gepolterten“) Holz an.

  • Kauft man Stammholz, ist das in Festmetern angegeben. Von einem Festmeter spricht man dann, wenn die reine Holzmasse angegeben ist – hier gibt es also keinen Zwischenraum. Ein Festmeter entspricht dabei einen Kubikmeter.
  • Wenn Sie Brennholz kaufen, ist das Holz in der Regel geschnitten. Sie kaufen dann meist einen Raummeter. Dieser wird manchmal auch „Ster“ genannt. Ein Raummeter entspricht einem Kubikmeter Holz, der aus einen Meter langen, gepolterten Holzstücken besteht. Zwischen den einzelnen Holzstücken sind Zwischenräume.
  • Ist das Holt eher ein „loser Haufen“, dann spricht man von „Schüttraummeter“. Das ist dann ein Kubikmeter geschüttetes (Brenn-)holz. Weil es nicht so ordentlich geschlichtet ist, ist hier mehr Zwischenraum zwischen den einzelnen Holzstücken.

Der Wald macht aus CO2 Holz

Wussten Sie, dass Ihr Holzschrank CO2 speichert? Der Wald ist ein riesiger Speicher für CO2. Die Bäume nutzen es bei der Photosynthese und wandeln es um - in Biomasse (also u.a. in Holz und Blätter) und Sauerstoff. Die Bäume speichern somit das CO2 beim Wachsen. Es wird erst wieder freigesetzt, wenn der Baum zerfällt. Wenn also ein Baum vor seinem Zerfall geerntet wird und daraus ein Holzprodukt wird, ist das Klimagas lange gespeichert. Egal, ob Sie also einen Fußboden oder einen Stift aus Holz habt - überall im Holz ist das CO2 "verbaut". So ist der Wald ein echter Klimaschützer.

ABER: Das heißt noch lange nicht, dass alle Bäume vor dem Zerfall gefällt werden. Wenn zum Beispiel Fledermäuse drin wohnen bleiben die stehen. Die Schutzfunktion des Waldes ist genauso wichtig.

Unnütze Äste lässt der Baum absterben

Warum sind viele Äste unterhalb der Baumkrone abgestorben? Weil der Baum sie nicht mehr braucht! Er versorgt sie einfach nicht mehr mit Nährstoffen und lässt sie bewusst absterben. Das hat einen einfachen Grund: Licht.

Der Baum ist immer auf der Suche nach Licht. So kann er Fotosynthese betreiben. An die unteren Äste kommt aber kein Licht mehr ran, wenn „von oben alles dicht“ ist und der Baum oben eine große Krone mit vielen Ästen ausgebaut hat.

Manche Bäume haben trotzdem Äste im mittleren und unteren Bereich des Stammes mit vielen Blättern oder Nadeln dran – nämlich dann, wenn dorthin auch Licht kommt. Das ist oft bei Bäumen am Wegrand der Fall – dann fällt hier seitlich Licht auf den Baum. Und dann sind die Äste für den Baum nützlich – mit dem Licht können die Blätter bzw. Nadeln Fotosynthese betreiben und der Baum kann wachsen.

Chaos im Wald ist wichtig

Wenn es nach der Holzernte etwas "unordentlich" aussieht, dann hat das seinen Sinn: Dünnes Holz bleibt im Wald liegen, damit es sich dort zersetzen kann. So wird der Boden mit Nährstoffen versorgt. Die Bäume können dann besser wachsen. u.a. schützen die dünnen Äste auch junge Bäume vor Wind. Das Restholz ist dann wie ein natürliches Schutzschild.

Noch vor einigen Jahrzehnten war der Wald viel "sauberer". Da hat man jeden noch so kleinen Ast als Brennholz genutzt. Der Boden hat so aber weniger Nährstoffe bekommen.