Einförmige Holzplantagen?

Fakt ist ....

In Rheinland-Pfalz wachsen 82 Prozent Mischwälder mit mehreren Baumarten.
69 Prozent der Wälder sind altersgemischt.
Der Anteil an Mischwäldern steigt. Von 2002 bis 2012 nahmen baumartengemischte Wälder um 2 Prozent und altersgemischte Wälder um 31 Prozent zu.
87 Prozent aller Jungbäume im RLP-Wald haben sich natürlich angesamt. Das hat mit dem Charakter einer Plantage nichts zu tun. (Quellen: Bundeswaldinventur 3)

Schützt die Pilze!

Pilze unterliegen wie Tiere und Pfalnzen den Gesetzen zum Schutz der Natur. Einige Arten, darunter Pfifferling und Steinpilz, werden von der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und dürfen nur für den Eigenverzehr in begrenzter Menge - bis 2 Kilogramm - gesammelt werden und auch der Verkauf an den nächsten Gastwirt ist nicht erlaubt. Hier drohen empfindliche Strafen. Gerade Pilzfreunden sollte der Erhalt der beliebten Speisepilze am Herzen liegen. Allen verantwortungsvollen Sammlern wünschen wir eine erfolgreiche Suche und guten Appetit!

Früher Herbst

Die Blätter fallen! Klingt eigentlich banal, ist aber in Wirklichkeit ein hochkomplizierter physiologischer Prozess, mit dem sich der Baum vor den Winterfrösten schützt und sich von Pilzbefall und schädlichen Stoffwechselprodukten befreit.  Bei Wassermangel dient der Laubabwurf dazu, Trocknisschäden zu vermeiden. Wegen des trockenen Sommers setzt die herbstliche Verfärbung in diesem Jahr besonders früh ein. Die Farben entstehen, weil kein Blattgrün mehr produziert wird und die darunter verborgenen roten und gelben Farbstoffe zu Tage treten.

Es brummt und summt ...

... im Wald. Im Zeitalter des großen Insektensterbens sind es leider nicht Bienen und Hummeln, deren Fluggeräusche die Waldluft erfüllen, sondern Dhronen und Hubschrauber. Die sind derzeit auf der Suche nach Borkenkäfernestern. Aus der Luft sind sie gut zu erkennen, denn befallene Bäume sind geschwächt und haben deshalb im oberen Kronenbereich deutlich hellere Nadeln.

Atemspender Wald

Eine mittelgroße Buche liefert durchschnittlich 400 Liter reinen Sauerstoff in der Stunde und deckt damit den Bedarf von 20 Menschen. Da unsere Luft rund 20 Prozent Sauerstoff enthält, erneuert der Baum dabei etwa 2000 Liter Luft, was dem Atemvolumen von 4 Menschen entspricht. Da der Körper aber nicht den gesamten Sauerstoff verarbeitet, sondern den Großteil ungenutzt wieder ausatmet, haben noch einige weitere Menschen etwas davon.

Wilde Wucherungen

Skurrile Wucherungen entstehen an Bäumen durch Pilze und Bakterien, die oftmals durch Käferfraß oder andere Beschädigungen in den Baum eindringen. Bei der Buche finden sich manchmal kugelförmige Auswüchse, deren Ursache noch nicht restlos geklärt ist. Bei Holzkünstlern sind diese Knollen mit den wirr verwachsenen Holzfasern sehr beliebt.

Haltlose Fichte

Wenn Bäume durch Stürme umgeworfen werden, trifft es im Wald meist Fichten. Sie haben flache Wurzeln und daher nicht so viel Halt. Viele andere Bäume haben tiefere Wurzeln. Ist der Boden durch Niederschläge aufgeweicht, haben die Bäume noch weniger Halt.

Wir pflanzen seit Jahren Mischwälder mit verschiedenen Baumarten - aber es dauert, bis diese Bäume groß sind. Trockenheit, Borkenkäfer, Wetterextreme - wir machen uns Sorgen um den Wald.

Klima schützen heißt Wald schützen

Niemand, der unter acht Jahre alt ist, hat je ein Jahr erlebt, dass im langjährigen Temperaturmittel normal ist. Alle, die unter 20 Jahre alt sind, haben nur ein Jahr erlebt, das unter dem langjährigen Temperaturmittel liegt. Die zunehmende Erderwärmung macht auch den Wäldern zu schaffen: Denn viele Insekten können sich besser vermehren und so in Massen den Bäumen schaden. Auch junge Bäume leiden: Sie vertrocknen. Wer dem Wald Gutes tun will, muss also das Klima schützen.

Klimawandel betrifft alle Baumarten

Vom Klimawandel ist nicht nur die Fichte betroffen - auch andere Baumarten leiden. Kiefern zum Beispiel unter Misteln, Eichen und Buchen unter dem Prachtkäfer. Denn durch die wärmeren Temperaturen können sich Insekten schneller vermehren. Auf der anderen Seite können durch Trockenheit geschwächte Bäume Schädlingsbefall weniger gut abwehren.

"Pappelschnee"

Die Samen der Pappel fliegen zurzeit wieder. Vor allem in den Rheinauen könnte man meinen, es schneit. Damit der Wind und das Wasser die Samen weiter transportieren können, umhüllen feine Fasern die kleinen Samen. Früher hat man Kopfkissen damit befüllt. Aber Vorsicht: Trocken sind die Pappelsamenfasern sehr leicht entflammbar.

Da viele Pflanzen immer zeitiger im Jahr blühen, haben auch Allergiker immer mehr Probleme.

Bäume fällen schützt den Wald

Es klingt paradox: Aber viele Bäume werden gefällt, um den Wald zu schützen. Dabei werden jene Bäume aus dem Wald entnommen, in denen ein für den Wald schädliches Insekt steckt – etwa der Borkenkäfer. Dieser vermehrt sich unter der Borke und greift nach seiner Entwicklung von der Larve zum Käfer weitere Bäume an. Wenn nun die befallenen Bäume abtransportiert werden, wird mit ihnen auch der Käfer aus dem Wald geholt. So kann er sich nicht so rasant vermehren und weitere Bäume angreifen.

3. Mai ist Erd-Überlastungstag

Ab heute leben wir ökologisch gesehen auf Kredit: Würden alle Länder so viele Emissionen ausstoßen und Ressourcen verbrauchen wie hierzulande, wäre das verkraftbare "Budget" aufgebraucht.

Der globale Erdüberlastungstag war 2018 am 1 August – so früh wie noch nie. Bis zum 1. August hat die Menschheit so viel verbraucht, wie die Erde im ganzen Jahr erneuern kann.

Darunter leiden auch die Wälder: Durch den Klimawandel bekommen sie Trockenstress, sie können sich nicht mehr so gut gegen Schädlinge und Baumkrankheuten wehren, junge Bäume vertrocknen, ehe sie groß werden können.

Natürliche Windbremse

Stufige Waldränder sind gut für den Wald - der Wind hat dann nicht so viel Angriffsfläche. So ist der Wald besser vor Stürmen geschützt. Stufig bedeutet, dass erst niedrigere Pflanzen kommen und die Vegetation dann stufen weise höher wird. Neben Blumen und Gräsern kommen also Sträucher und erst dahinter Bäume.

Aus drei mach eins

Flechten sind seltsame Mischwesen. Mindestens zwei  Pilze bieten einer Grünalge dabei ein sicheres Zuhause. Die Grünalge bedankt sich mit Nährstoffen dafür, die sie durch Photosynthese gewinnt. Zu diesem Prozess sind nur grüne Pflanzen und Algen fähig. Das Zusammenleben in dieser Gemeinschaft ist aber anfällig für Störungen, beispielsweise durch Schadstoffe. Flechten dienen Wissenschaftlern deshalb als Zeiger für die Luftqualität.

Blühen mit Vorsprung

Buschwindröschen, Scharbockskraut, Waldveilchen ...  Zahlreiche Bodenpflanzen im Wald sind Frühblüher. Sie nutzen das Sonnenlicht, bevor das Laub der Bäume sie in den Schatten stellt und liefern so Insekten die erste Nahrung des Jahres. Der Huflattich hat es so eilig, dass er seine Blüte ins Rennen ums Licht schickt, noch bevor er die grüne Blattrosette anlegt.

Wald als CO2-Senke

Die weltweit größte Senke für Kohlendioxid ist in nachwachsenden Wäldern. Wälder sind die Filter unserer Erde: Sie reinigen die Luft von Staubpartikeln und produzieren Sauerstoff. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass ab einem bestimmten Alter ihre CO2-Aufnahme sinkt und die so wichtigen Kohlenstoffsenken verschwinden – außer es kommt zu einer weiteren Aufforstung. Das ergab eine Studie des Karlsruher Institut für Technologie. Weitere Infos zur Studie finden Sie hier: https://idw-online.de/de/news711092?fbclid=IwAR2um1YWso2Fq3KQvd2rD78yGacKRcddu6zbC-qZhbkgY-7TkcXimyDE-wQ#

Klimawandel betrifft viele Baumarten

Misteln sind Halbschmarotzer und entziehen den Bäumen Wasser und Nährstoffe. Wenn die Bäume sowieso schon geschwächt sind, machen ihnen auch die Misteln mehr zu schaffen. Vor allem Kiefern im Süden von Rheinland-Pfalz sind von den Misteln geplagt. Der Klimawandel unterscheidet nicht nach Baumarten - viele Baumarten leiden unter den Folgen.

Holz bindet CO2

Wer Holz nutzt, schützt das Klima. Zum Beispiel werden durch den Einsatz von Holz anstelle von energieintensiven Baustoffen wie Stahl oder Zement jährlich 2,6 Millionen Tonnen CO2 vermieden.

Mehr über die Klimaleistung von Holz erfahren Sie hier: https://mueef.rlp.de/de/pressemeldungen/detail/news/detail/News/durch-unsere-nachhaltige-forstwirtschaft-werden-jaehrlich-98-millionen-tonnen-co2-vermieden/?no_cache=1

Der Frühling steckt schon in den Knospen

Ein bisschen kann man den Frühling schon im Winter an den neuen Knospen erahnen. Die Knospen sind mit mehrlagigen Hüllen geschützt. Das ist wichtig, damit aus dem Inneren kein Wasser verdunsten kann. Denn sonst würde das Gewebe für die jungen Blätter oder Blüten vertrocknen. Auch von außen darf kein Wasser eindringen, denn würde es gefrieren und sich ausdehnen, ginge die Knospe kaputt.

Übrigens: Wenn Sie eine Knospe im Winter aufschneiden, können Sie schon jetzt das neue, frische Grün sehen. Machen Sie das aber bitte nur einmal, um den Baum oder Strauch nicht zu schaden.

Die Hasel blüht, der Frühling kommt!

Die Haselblüte markiert den Beginn der Vegetationsperiode. Diese endet, wenn die Stieleiche ihre Blätter abwirft.
Übrigens: Auf einer Hasel findet man männliche und weibliche Blüten, sie ist also einhäusig.

Zweihäusige Pflanzen haben entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten - von denen bräuchte man also immer mind. zwei Pflanzen, um Früchte ernten zu können.

Rheinland-Pfalz hat am meisten Wald

Gemeinsam mit Hessen ist Rheinland-Pfalz das waldreichste Bundesland. 42,3 Prozent der Fläche sind bewaldet. Das sind 840.000 Hektar oder 8.400 Quadratkilometer. Seit 1949 ist die Waldfläche um über 115.000 Hektar gestiegen. Statistisch entfallen auf jeden Einwohner 2.100 Quadratmeter Wald bzw. 133 Bäume.

Brennholz muss gut trocknen

Wussten Sie, dass luftgetrocknetes Holz nur halb so viel Energie verbraucht wie frisches Holz aus dem Wald? Wenn das Brennholz zu feucht ist, wird erst einmal unnötig Energie gebraucht: Die Wärme macht aus dem Wasser, das im Holz ist, Wasserdampf. Erst dann brennt das Holz. Es gilt: Lufttrockenes Brennholz hat gegenüber waldfrischem Holz den doppelten Heizwert.
Bei trockenem Holz entsteht auch weniger Rauch.
Mehr Infos gibt's hier: https://www.wald-rlp.de/…/f…/angebote/brennholz/holzfeuchte/

Wie entstehen Jahresringe?

Die Jahresringe eines Baums entstehen durch das unterschiedlich schnelle Wachstum des Baums. Im Frühjahr und Sommer kann der Baum schneller wachsen und bildet das hellere "Frühholz". Werden die Tage kürzer und der Baum kann nicht mehr so viel Photosynthese produzieren, wächst er langsamer. Dann entsteht das dunklere "Spätholz", bis der Baum im Winter das Wachstum ganz einstellt. Also: Frühling und Sommer machen helles Holz, Herbst und Winter dunkles.
Die Dicke und Form der Ringe verraten auch etwas über die Umweltbedingungen. War es ein gutes Jahr, sind die Ringe breiter. War es beispielsweise eher trocken, sind sie schmäler.

 

 

Mythologie: Esche ist der Weltenbaum

Fantasy-Nerds, haben bestimmt schon einmal davon gehört – von "Yggdrasil: Vor allem in der nordischen Mythologie kommt oft der Weltenbaum, "Yggdrasil", vor. Er verkörpert in den Geschichten und Sagen den gesamten Kosmos und verbindet alle Welten, also Ober-, Unterwelt und Erde. Und welche Baumart ist "Yggdrasil"? Eine Esche!

Sie erkennt sie vor allem an ihren gefiederten Blättern. Weitere Infos zur Gemeinen Esche gibt es hier: www.wald-rlp.de/de/bewahren/baeume-unserer-waelder/esche/

 

 

 

 

Pilze helfen beim Nährstoffkreislauf

Pilze wie diese Helmlinge sind für den Wald wichtig, sie sorgen dafür, dass der Wald mit Nährstoffen versorgt wird. So helfen sie mit im ewigen Kreislauf des Werden und Vergehens. Sie zersetzen organisches Material in die Grundbausteine, sodass diese wieder den Nährstoffkreislauf und den Pflanzen zu Verfügung stehen. Es sind also sogenannte Saprobionten oder Folgezersetzer.

Was bedeutet Naturverjüngung?

Statt Bäume aus der Baumschule zu pflanzen, setzen die Forstleute auch auf Naturverjüngung. Das bedeutet: Aus den Samen der Bäume entstehen neue Bäume. Diese Bäumchen schützen die Forstleute oft vor Wild. Denn das nascht gerne an den jungen Trieben. Mit einer Manschette, die man um den Baum legt oder einen Zaun, sind sie geschützt, bis sie größer sind und das Wild nicht mehr so gut ran kommt.

Was Weinfässer mit dem Klima zu tun haben

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben Weinfässer untersucht - bei manchen Eichenholzfässern war der Wein besonders aromatisch und hatte eine kräftige Farbe. Da wollten die Fachleute herausfinden, warum das so ist. Der Grund: Wenn Eichen mit Trockenheit klar kommen müssen, produzieren sie Gerbstoffe - und die wiederum sind gut für den Wein. Die Gerbstoffe sorgen für ein volleres Aroma und eine tiefe Farbe. 
Neben Gerbstoffen produzieren die Eichen auch Vitamin C, um sich vor Trockenheit zu schützen.

Genaueres erfahren Sie hier! 

Warum bleiben die Nadeln im Winter dran?

Nadelbäume werfen ihre Nadeln nicht im Winter ab. Das ist bei den Laubbäumen anders. Laubbäume werfen nämlich ihre Blätter ab, um sich vor dem Austrocknen zu schützen. Im Winter steht den Laubbäumen aber nicht so viel Wasser zur Verfügung. Denn je kälter es wird, desto weniger Wasser nehmen die Wurzeln auf, wenn es gefriert, nehmen sie gar keines auf. Über die Blätter verdunsten die Bäume viel Wasser. Indem sie das Laub abwerfen, schützen sie sich vor Wassermangel.

Die "Blätter“, also die Nadeln, der immergrünen Nadelbäume haben eine dicke Wachsschicht und eine sehr feste Haut - so schützt sich der Baum vor Wasser-Verdunstung. Deshalb müssen sie ihre Nadeln nicht jedes Jahr abwerfen.

Eine Ausnahme ist die Lärche, sie wirft ihre Nadeln schon jedes Jahr ab - ihre Nadeln sind nämlich nicht so dick und haben keine so ausgeprägte Wachsschicht.

Holz mit Reißverschluss?

Das würde unseren Holzkäufern gefallen, würde es doch die Entrindung wesentlich erleichtern. Hier haben aber nur die Einzugswalzen des Harvesters, einer Holzerntemaschine, einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Einzugswalzen halten das Holz fest, damit der Stamm gesägt werden kann.

Die Walzen haben hier auf dem Foto etwas zu fest zugedrückt - und so diesen Abdruck hinterlassen. Für das Sägeholz ist das aber nicht schlimm.

 

 

Was sind das für kugelige Gebilde im Baum?

Das sind Misteln. Misteln sind Sträucher, die bis zu 50 Jahre alt werden können. Sie sind Halbschmarotzer. Das heißt: Chlorophyll produzieren sie selbst, aber: Sie beziehen ihre Nährstoffe und Wasser über die Leitbahnen und Wurzeln der Wirtspflanze. Misteln können also ohne den Baum nicht überleben. Der Baum stirbt durch die Misteln nicht - das würde der Mistel gar nichts bringen: Sie hätte dann ja niemanden mehr, bei dem sie mitessen kann. Werden es allerdings zu viele, dann schadet das dem Baum schon und er kann absterben.

Misteln gibt es beispielsweise an Pappeln, Weiden, Tannen und Kiefern. Ihre weißen Beeren sind im November/Dezember reif. Die Beeren fressen Vögel sehr gern. Allerdings sind diese ziemlich klebrig. Wenn die Vögel diese klebrigen Beeren-Reste von ihrem Schnabel abstreifen, verbreiten sie die Samen der Mistel.

Ob Misteln Glück bringen, können wir nicht sagen.

Was sind „Durchfalläste“?

Die lustige Sprache der Forstleute: Heute: "Durchfalläste". Das sind meist schwarze Äste, die nicht mit dem Holz verwachsen sind. Wenn dieses Holz zu Brettern verarbeitet wird, dann fallen diese Äste in der Regel heraus oder sie werden herausgebohrt. Meist macht man einen Astlochstopfen bzw. Astlochdübel in das Brett, damit es kein Loch hat. So wie hier.

Warum die Weißtanne vor Hochwasser schützen kann

Was kann die Tanne, was die Fichte nicht kann? Tiefe Wurzeln bilden und somit den Boden lockern und viel Wasser aufnehmen! Anders als die Fichte hat sie eine Pfahl-Wurzel, die die Stauwasserschichten durchdringt und tief in den Boden dringt. Das durchlockert den Boden und sie kann besser Wasser aufnehmen. Der Baum leidet dann nicht so schnell unter Trockenstress. Durch die tiefen Wurzeln kippt der Baum bei Wind auch nicht so schnell um, er hat ja mehr Halt.

Übrigens: Wenn der Waldboden mehr Wasser aufnimmt, kann etwa bei Starkregenereignissen nicht so viel Wasser ins Tal fließen. Und Bodenerosion wird dadurch auch vermieden. Deshalb pflanzen wir dort, wo ihr der Standort zusagt, verstärkt Weißtannen.

Nicht alle Borkenkäfer sind gleich

Es gibt verschiedene Borkenkäfer, während der Buchdrucker eher dickere Fichten mag, bevorzugt der Kupferstecher eher dünneres Holz. Der Lineatus dagegen mag v.a. Bäume, die schon am Boden liegen.
Durch den warmen, trockenen Sommer konnten sie sich gut vermehren.
Wir Forstleute arbeiten daran, den Wald klimastabil zu machen. Das heißt: Wir setzen auf Mischwälder und Baumarten, die besser mit Trockenheit, Wärme, aber auch mit Wind klar kommen.

 

 

Fotos:
Landesforsten RLP/ Ingrid Lamour, Jonathan Fieber

sowie
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trypodendron.lineatum.-.lindsey.jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trypodendron.lineatum5.-.lindsey.jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mehrere_Buchdrucker,_Borkenk%C3%A4fer.JPG

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ips_typographicus_1_meyers_1888_v16_p352.jpg

Was macht der Borkenkäfer mit dem Wald?

Was macht der Borkenkäfer da eigentlich genau mit den Fichten? Und was machen die Forstleute, um den Wald zu schützen? In diesem Video erfahren Sie es. Wir zeigen Ihnen, wie das Insekt lebt und warum es so wichtig ist, dass Holz, das vom Borkenkäfer befallen ist, schnell aus dem Wald abtransportiert werden muss.
Weitere Antworten gibt es hier in unseren FAQs zum Borkenkäfer.

Stockausschlag: Bäume, die immer wieder nachwachsen

Sind Sie schon mal durch einen Wald gegangen, in dem die Bäume eher dünn, niedrig und auch etwas knorrig sind? Dann war das wahrscheinlich ein Niederwald. Diese Form der Waldbewirtschaftung kannten schon die Römer. Das Ganze funktioniert so: Die Bäume werden rund alle 10 bis 30 Jahre gefällt und aus dem Stock, der übrig bleibt, wachsen neue Bäume heran – also aus denselben Wurzeln. Das bedeutet, der Baum wächst immer wieder nach dem Fällen neu nach – man nennt das auch „Stockausschlag“.
Bei Nadelbäumen klappt das nicht, nur bei vielen Laubbäumen, wie der Eiche, der Hasel oder der Birke. Die Bäume werden in einem Niederwald allerdings nicht so groß und dick wie in einem sogenannten „Hochwald“ oder „Dauerwald“, in dem die Bäume erst nach 80 Jahren oder noch länger gefällt werden.

Die Niederwaldwirtschaft entstand zu einer Zeit, als man die Eichenrinde zur Herstellung von Leder benötigte. Mit Hilfe der dort enthaltenden Gerbsäure entstanden so aus Rinderleder z.B. Schuhe. Aus dem übriggebliebenen Holz, das man im Niederwald gewinnt, wird vor allem Brennholz, einst nutze man es auch zur Köhlerei.

Möbel kann man daraus kaum machen, da das Holz dafür zu dünn und meist auch nicht gerade genug ist. Da viel Licht durch so einen Niederwald scheint, blühen dort viele Pflanzen.

Ess- oder Rosskastanie?

Was ist der Unterschied zwischen einer Rosskastanie und einer Edelkastanie? Rosskastanien sind der typische Biergartenbaum, sie haben eher flache Wurzeln. Die Hülle der Rosskastanien hat recht dicke Stacheln. Und am wichtigsten: Rosskastanien solltet ihr nicht essen.

Esskastanien bilden eine Pfahlwurzel - die würde in einem Biergarten also nicht vorkommen, da die Wurzeln in den Keller ragen könnten. Und denn Keller braucht man ja - da lagert(e) ja schließlich das Bier. Esskastanien haben Hüllen mit dünnen Stacheln, auch die Blätter haben kleine Stacheln und sind nicht so rund wie bei der Rosskastanie. Und, na klar: Esskastanien kann man essen. Man nennt die Esskastanie auch Edelkastanie. Vor allem in der Pfalz gibt es Esskastanien, dort nennt man sie „Keschde“.

 

 

Wie Bäume ihre Samen verbreiten

Viele Bäume werfen schon seit einigen Wochen ihre Samen ab. Dabei haben sie ganz unterschiedliche Strategien: Der Samen des Ahorns und der der Hainbuche sind zum Beispiel in einem Flugblatt versteckt und ganz leicht - der Wind kann ihn gut verbreiten. Bucheckern und Eicheln oder auch Haselnüsse sind viel zu schwer zum Fliegen - hier helfen Tiere: Der Eichelhäher vergräbt zum Beispiel viele Eicheln als Vorrat, vergisst aber auch manche Verstecke, sodass neue Eichen daraus wachsen. Der Eichelhäher wird deswegen auch "Gärtner des Waldes“ genannt.

Graffiti im „Busch“ ist notwendig?!

Wenn die Förster den „Busch anmalen“, hat das einen triftigen Grund. Es werden Bäume markiert, die aus Pflegegründen entnommen werden müssen und andere, die auf keinen Fall beschädigt werden dürfen, weil sie sehr vital sind und noch eine lange Zukunft im Wald haben oder weil sie als Biotopbaum für andere Tiere und Pflanzen sehr wertvoll sind. Manchmal werden auch Pflegegassen markiert, auf denen entnommene Bäume zum Waldweg gezogen werden. Dadurch konzentrieren wir die Befahrung des Waldes auf ein absolutes Mindestmaß.

Was heißt smarte Technik im Wald?

Zum Beispiel, wenn der Forwarder mit dem Harvester spricht. Die eine Maschine sagt der anderen Maschine etwa, welchen Weg sie entlang gefahren ist, damit diese die gleiche Fahrlinie nutzen kann - das schont den Boden.

Smart heißt also: Die Holzerntemaschinen speichern ihren Standort im Wald, die Karten mit der aufgezeichneten Fahrstrecke, die Mengen und Sorten des aufgearbeiteten Holzes sowie die Polterplätze, wo das geerntet Holz liegt. Dann schicken die Maschinen alles an eine Internet-Plattform. Der Vorteil: Die Forst-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die Infos über die Holzernte brauchen, müssen nicht mehr extra ihre Kolleginnen und Kollegen im Wald anrufen. Sie können sich einfach auf der Plattform einloggen. So sehen sie in Echtzeit vom Büro aus, was im Wald passiert.

Auch für die Fahrer der smarten Maschinen ist das praktisch: Die Maschinenführer, die alle im Schichtbetrieb arbeiten, müssen sich gegenseitig nicht mehr umständlich mitteilen, wo sie entlang gefahren sind, wo welches Holz liegt und wo die Maschine jetzt im Wald steht. Dazu genügt ein Blick aufs Handy. Smarte Technik heißt also auch, das man unkompliziert Infos über die Holzerntemaschinen und die Arbeit im Wald abfragen kann – egal, wo man gerade ist.

Rehe bellen und fiepsen

Wussten Sie, dass Rehe bellen und fiepsen? Jetzt gerade ist Blattzeit - also die Paarungszeit der Rehe (Ende Juli bis Mitte August). Die Ricken, das sind die weiblichen Rehe, geben Fieps-Laute von sich, um den Rehbock anzulocken. So wollen sie ihm zeigen, dass sie gerade fruchtbar sind. Vielleicht hören Sie die Tiere, wenn Sie das nächste Mal im Wald unterwegs sind. Das klingt ein wenig so, wie wenn man einen Grashalm zwischen die Daumen spannt und durchpustet.

Einen Grashalm oder andere Hilfsmittel nutzen auch Jägerinnen und Jäger, um den Rehbock während der Blattzeit anzulocken. Wenn Sie etwas fiepsen hören, kann es also eventuell auch ein Mensch sein.

Das "Bellen" der Rehe nennt man auch "Schrecken". Mit diesem Laut warnen die Tiere andere Artgenossen vor Gefahr.

Wer war das?

Welcher Vogel hat da runter gesch****? Keiner! Das ist Baumharz, das austritt, wenn der Baum eine Verletzung hat. Auch wenn der Baum beispielsweise vom Borkenkäfer angebohrt wird, sondert er erstmal Harz aus, um den Käfer abzuwehren. Der bleibt dann kleben.

Der Farn, der beim Aufschneiden einen Adler trägt

Wenn man Adlerfarn unten an der Wurzel abschneidet, soll das aussehen wie ein Adler – zugegeben, mit viel Fantasie. Man könnte auch einen Schmetterling  erkennen, oder?

Adlerfarn ist der Farn, der ziemlich hoch wird. Der Adlerfarn bildet im Boden ein weit verzweigtes Rhizom aus. Dieses kann über hundert Jahre alt werden. Allerdings hindert der Adlerfarn junge Bäumchen am Wachsen – er nimmt ihnen unter anderem das Licht. Weitere Infos gibt’s hier.

Verstehen Sie Forst?

Forstleute haben manchmal ihre eigene Sprache: Die ersten (unten vom Stamm gemessen) 2,40 oder 3 Meter lange Holzstücke nennt man „Pony“. Statt Waldarbeiter-Team sagt man Waldarbeiter-„Rotte“ und wenn ein Weg in der Mitte zwischen den Fahrspuren einen Hubbel hat, heißt das „Schweinerücken“. Auf dem Foto sehen Sie rechts zwei „Ponys“.

Festmeter, Raummeter – oder was?

Die Menge für Holz wird in unterschiedlichen Maßeinheiten angegeben – dabei kommt es immer auf die Zwischenräume zwischen dem geschichteten (die Forstleute sagen „gepolterten“) Holz an.

  • Kauft man Stammholz, ist das in Festmetern angegeben. Von einem Festmeter spricht man dann, wenn die reine Holzmasse angegeben ist – hier gibt es also keinen Zwischenraum. Ein Festmeter entspricht dabei einen Kubikmeter.
  • Wenn Sie Brennholz kaufen, ist das Holz in der Regel geschnitten. Sie kaufen dann meist einen Raummeter. Dieser wird manchmal auch „Ster“ genannt. Ein Raummeter entspricht einem Kubikmeter Holz, der aus einen Meter langen, gepolterten Holzstücken besteht. Zwischen den einzelnen Holzstücken sind Zwischenräume.
  • Ist das Holt eher ein „loser Haufen“, dann spricht man von „Schüttraummeter“. Das ist dann ein Kubikmeter geschüttetes (Brenn-)holz. Weil es nicht so ordentlich geschlichtet ist, ist hier mehr Zwischenraum zwischen den einzelnen Holzstücken.

Der Wald macht aus CO2 Holz

Wussten Sie, dass Ihr Holzschrank CO2 speichert? Der Wald ist ein riesiger Speicher für CO2. Die Bäume nutzen es bei der Photosynthese und wandeln es um - in Biomasse (also u.a. in Holz und Blätter) und Sauerstoff. Die Bäume speichern somit das CO2 beim Wachsen. Es wird erst wieder freigesetzt, wenn der Baum zerfällt. Wenn also ein Baum vor seinem Zerfall geerntet wird und daraus ein Holzprodukt wird, ist das Klimagas lange gespeichert. Egal, ob Sie also einen Fußboden oder einen Stift aus Holz habt - überall im Holz ist das CO2 "verbaut". So ist der Wald ein echter Klimaschützer.

ABER: Das heißt noch lange nicht, dass alle Bäume vor dem Zerfall gefällt werden. Wenn zum Beispiel Fledermäuse drin wohnen bleiben die stehen. Die Schutzfunktion des Waldes ist genauso wichtig.

Unnütze Äste lässt der Baum absterben

Warum sind viele Äste unterhalb der Baumkrone abgestorben? Weil der Baum sie nicht mehr braucht! Er versorgt sie einfach nicht mehr mit Nährstoffen und lässt sie bewusst absterben. Das hat einen einfachen Grund: Licht.

Der Baum ist immer auf der Suche nach Licht. So kann er Fotosynthese betreiben. An die unteren Äste kommt aber kein Licht mehr ran, wenn „von oben alles dicht“ ist und der Baum oben eine große Krone mit vielen Ästen ausgebaut hat.

Manche Bäume haben trotzdem Äste im mittleren und unteren Bereich des Stammes mit vielen Blättern oder Nadeln dran – nämlich dann, wenn dorthin auch Licht kommt. Das ist oft bei Bäumen am Wegrand der Fall – dann fällt hier seitlich Licht auf den Baum. Und dann sind die Äste für den Baum nützlich – mit dem Licht können die Blätter bzw. Nadeln Fotosynthese betreiben und der Baum kann wachsen.

Chaos im Wald ist wichtig

Wenn es nach der Holzernte etwas "unordentlich" aussieht, dann hat das seinen Sinn: Dünnes Holz bleibt im Wald liegen, damit es sich dort zersetzen kann. So wird der Boden mit Nährstoffen versorgt. Die Bäume können dann besser wachsen. u.a. schützen die dünnen Äste auch junge Bäume vor Wind. Das Restholz ist dann wie ein natürliches Schutzschild.

Noch vor einigen Jahrzehnten war der Wald viel "sauberer". Da hat man jeden noch so kleinen Ast als Brennholz genutzt. Der Boden hat so aber weniger Nährstoffe bekommen.