Pressearbeit bedeutet neue Perspektiven einzunehmen. © Markus Hoffmann

© Markus Hoffmann

© Markus Hoffmann

Wald - Klimaopfer und Klimaschützer zugleich

Forstwirtschaft kämpft für klimastabile Wälder

Während auf der Weltklimakonferenz COP23 in Bonn bis zum 17. November über das Weltklima und die verheerenden Folgen verhandelt wird, hat das forstliche Handeln in den heimischen Wäldern schon lange begonnen. Durch Pflanzung stabiler Mischbaumarten soll das Schadensrisiko minimiert werden. Denn: „Die Folgen des Klimawandels sind eine reale Gefahr für unseren Wald“, sagt Förster Gregor Nassen

„Bäume sind ortsfest und sehr langlebig. Sie können sich weder kurzfristig an neue Umweltbedingungen anpassen noch durch Flucht reagieren. Der Klimawandel ist keine Fiktion, er ist vor Ort in unserem Wald angekommen“, erklärt Nassen. Die Häufung und Verschärfung von Witterungsextremen wie Hitze, Trockenheit und Stürme bedeuten eine große Gefahr für den Wald. Zunehmender Schädlingsbefall und nachlassende Wuchskraft sind weitere große Herausforderungen, auf welche die Forstleute reagieren müssen. „Der Klimawandel bedroht den Lebensraum Wald und damit auch die gesamte Biodiversität des Ökosystems. Dies hat nicht nur schwerwiegende Folgen für die Natur, auch die Versorgung der Wirtschaft mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz gerät unter Druck“, so Nassen.

Besonders gefährdet ist der diesjährige Baum des Jahres, die Fichte. Sie gehört wegen ihres flachen Wurzelwerks und ihrer Vorliebe für eine kühle, feuchte Witterung zu den ersten Opfern des Klimawandels. „Unsere Aufgabe ist es, die Wälder fit für die Zukunft machen“, so der Förster. „Wir setzen dabei auf stabile Baumartenmischungen mit Bäumen, die besser an künftige Klimabedingungen angepasst sind. Hierzu zählen heimische Arten wie Buche, Eiche oder Weißtanne aber auch „Heimkehrer“ wie beispielsweise die Douglasie. Das nützt auch der biologischen Vielfalt“.

Schon seit Jahrzehnten bauen die Forstleute den Wald um. Jedes Jahr werden Millionen neuer Bäume gepflanzt und frühere Monokulturen in wertvolle Mischwälder umgewandelt. Wenn dann einzelne Baumarten aufgrund von Extremereignissen, neuartigen Krankheiten, Schadinsekten oder Pilzen ausfallen, wie die Fichte, die Esche oder die Ulme, können im besten Fall andere Baumarten diese Lücken ausfüllen. „Für diesen „Waldumbau“ wird uns Forstleuten ein großes fachliches Fingerspitzengefühl abverlangt“, erklärt Nassen. Die Wälder der Zukunft werden dringend für die Versorgung der Menschen mit dem Rohstoff Holz benötigt, sie dienen als Trinkwasserspeicher und Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie zur Erholung und Gesunderhaltung der Menschen.

Wälder sind weltweit wichtige Klimafaktoren
Weltweit ist der Wald ein wichtiger Faktor für das Weltklima. Mit den Weltmeeren ist er der wichtigste Kohlenstoffspeicher. Im Holz der Waldbäume und in den Waldböden sind in Deutschland aktuell rund 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden. Zusätzlich entzieht der Wald der Atmosphäre durch das Wachstum der Bäume Kohlendioxid. Holzprodukte verlängern die Bindung des von den Bäumen aufgenommenen Kohlenstoffs. „Mit der Nutzung langlebiger Holzprodukte wie Holzhäuser oder Möbel kann also jeder zum Klimaschützer werden. Besonders wirksam ist es, wenn Holz anstelle von energieintensiveren Rohstoffen wie Stahl und Beton genutzt wird“, erklärt Förster Nassen. Die Leistung des deutschen Waldes ist durchaus beachtlich. Ohne seinen Beitrag würden die Gesamtemissionen des Treibhausgases CO2 in Deutschland um ca. 14 Prozent höher ausfallen. „Die nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland leistet somit einen wirksamen und zugleich kostengünstigen Beitrag zum Klimaschutz.

Hintergrundinformationen zur UN-Konferenz und zum Thema „Wald und Klimaschutz“ unter: http://cop23.german-forestry.com