"Strukturreform Landesforsten Rheinland-Pfalz" - Newsletter des Ministerium für Umwelt und Forsten"

Strukturreform Landesforsten Rheinland-Pfalz - Forstministerin Conrad: "Einzelwünsche können nicht das Maß sein"

Bessere Dienstleistungen für die Bürgerin und den Bürger, wettbewerbsfähige Holzproduktion und Vermarktung sowie eine höhere Wirtschaftlichkeit im Staats- und Gemeindewald, darauf zielt die Strukturreform der Landesforsten Rheinland-Pfalz. Umwelt- und Forstministerin Margit Conrad hatte in der vergangenen Woche die umfassende Neuordnung vorgestellt, die eine stärkere Kundenorientierung und mit dem Aufbau eines Netzes von Spezialisten eine Konzentration auf die Hälfte der bisherigen Forstämter vorsieht. "Nur so kann die Waldwirtschaft zukunftsfähig sein", sagt die Ministerin. "Und nur so können wir den Bürgern dauerhaft im Ökosystem Wald Naherholungs- und Tourismusangebote sowie Umweltbildung anbieten."

Umweltministerin Conrad zeigte Verständnis für Sorgen, die die Veränderungen ab 2004 mit sich bringen und betonte nochmals: "Kein Mitarbeiter muss eine Entlassung fürchten. Es wird zusätzliche attraktive Stellenangebote für Führungs- oder spezialisierte Aufgaben geben." Die in den Bereichen Umweltvorsorge, Umweltbildung und Erholung verstärkt nachgefragten Leistungen sollen mit neuen Stellenprofilen gezielt befriedigt werden.

Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, die gegen die Auflösung ihres örtlichen Forstamtes protestieren, fordert Margit Conrad auf, das Ganze im Blick zu behalten: "Eine umfassende Forstreform wie diese muss für ganz Rheinland-Pfalz wirksam sein. Hier dürfen Einzelwünsche nicht das Maß sein, sondern der Nutzen aller."
Die Festsetzung der neuen Forstamtsgrenzen und der Standorte sei allein nach fachlichen Voraussetzungen erfolgt. Conrad: "Es spielte keine Rolle, welches Forstamt die beste Lobby hatte. Die Kriterien waren allein sachlich begründet: die Zusammenfassung von Naturräumen, die Berücksichtigung von Verwaltungsgrenzen, die Optimierung betriebswirtschaftlicher Abläufe, die Zusammenlegung von Eigentum. Vor diesem Hintergrund gab es keine Alternative zu dieser Reform."

Dass Rheinland-Pfalz mit seinen Vorstellungen keineswegs einen Einzelweg beschreitet, zeigen zum Beispiel die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, wo die Forstämter mit 18.000 Hektar größer sind als sie es künftig in Rheinland-Pfalz (13.000 Hektar) sein werden oder Bayern, wo die Forstamtsflächen noch weiter vergrößert werden sollen.

Zur Forderung von Kommunen nach einer Beteiligung an dem Vorhaben sagte Ministerin Conrad: "Es hätte Aktenschränke voller Resolutionen und Forderungen gegeben, aber wir wären nach einem Jahr nicht weiter gewesen als bisher. Kein Bürgermeister hätte das Forstamt der eigenen Gemeinde in Frage gestellt. Deshalb bezweifle ich, dass eine sachgerechte Entscheidung für das ganze Land zustande gekommen wäre."

Wie im Landeswaldgesetz vorgesehen, sind die Kommunen verantwortlich für den Zuschnitt ihrer Forstreviere. "Die flächendeckende Präsenz und Bürgernähe für die Landesforsten wird durch die Forstreviere gewährleistet. Ihre Anpassung erfolgt durch die Gemeinden. Wir werden diesen Prozess fachlich begleiten und unterstützen", stellte Staatsministerin Conrad fest. "Wir brauchen diese Reform für den rheinland-pfälzischen Forst, auch deshalb, damit die Arbeitsplätze für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zukunftsfähig sind."