Statement von Forstministerin Ulrike Höfken zur aktuellen Debatte über die Klimaschäden im Wald:

„Die enormen Schäden in den Wäldern machen deutlich, dass wir dringend und konsequent gegen die Erderwärmung angehen müssen. Wir brauchen wirksamen Klimaschutz und eine echte Energiewende. Hier erwarte ich von Bundesministerin Julia Klöckner, dass sie sich innerhalb ihrer Partei und im Bundeskabinett klar für Klimaschutz und den Ausbau der Erneuerbaren einsetzt. Dazu zählt auch, dass sie in ihren Zuständigkeitsbereichen Ernährung und Landwirtschaft Klimaschutz umsetzt.

Denn den Wald schützen wir nur, indem wir die Treibhausgasemissionen reduzieren und unsere Klimaziele einhalten. Um den Wald zu erhalten, brauchen wir darüber hinaus eine massive Unterstützung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer. Der Walderhalt und vor allem die Entwicklung anpassungsfähiger Waldökosysteme sind dabei wichtiger als eine reine Rohstoffsicherung.

Wenn die CDU von einer „nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft“ und Frau Klöckner von einer „aktiven Waldbewirtschaftung“ spricht, bin ich mir nicht sicher, ob es ihr wirklich um  den Wald geht. Daher will ich ganz deutlich sagen: Wir brauchen deutschlandweit eine naturnahe Waldbewirtschaftung, die die Kräfte des Ökosystems Wald stärkt und sie gezielt da unterstützt, wo die Dynamik gestört ist. Das ist durch die Trockenheit, durch Schädlinge und Stürme derzeit ganz eindeutig der Fall.

Wir in Rheinland-Pfalz arbeiten in unseren Wäldern schon lange und erfolgreich mit der natürlichen Verjüngung. Pflanzungen erfolgen sehr gezielt und nur punktuell. Einfach nur mehrere Millionen Bäume zu pflanzen, das kann nicht die Lösung sein – zumal bei diesen Klimabedingungen frisch gepflanzte Bäume gerade wieder vertrocknen oder von Wild verbissen werden.

Während Frau Klöckner es „aktiver Holzwirtschaft“ nennt, reden wir von der Wahrung des ökologischen Gleichgewichts und einer naturnahen Waldbewirtschaftung. Der Wald ist ein Ökosystem und enorm wichtiger Ort der Biodiversität. Hier brauchen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie die Forstleute die Unterstützung vom Bund. Nur ein intakter, klimaresilienter Wald kann mit den Klimaveränderungen auf lange Sicht umgehen. Und nur dann kann er die gesellschaftlichen Funktionen erfüllen, die für diese und alle kommenden Generationen so wichtig sind. Daher fordern wir für diese Zwecke und zur Unterstützung des Waldes eine Milliarde aus einem Waldklimafonds genauso wie eine Aufstockung der Mittel der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz.“