Klimawandel und Neophyten – neue Pflanzenarten erkennen, bewerten, handeln

Vortragsveranstaltung mit Exkursion in Johanniskreuz klärt auf und gibt konkrete Handlungstipps für die Erhaltung einer weltweiten Artenvielfalt.

Welche invasiven Arten gibt es bei uns? Stellen diese eine Gefahr für heimische Pflanzen dar und falls ja, was kann man dagegen tun? All dies und mehr kann man am 18. August von 14 bis 17 Uhr im Haus der Nachhaltigkeit erfahren. Dr. Ulrich Matthes und Dr. Astrid Kleber vom Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen Rheinland-Pfalz führen durch die kostenfreie Veranstaltung.

Unbewusst oder bewusst – der Mensch erleichtert die Verbreitung von Arten über die ganze Welt. So werden Ökosysteme, die über Jahrhunderte aus bestimmten Artenkombinationen bestanden, zum Teil unwiederbringlich verändert. Der Klimawandel trägt einen erheblichen Teil dazu bei: Er kommt besonders wärmeliebenden Arten entgegen. Für andere stellen zunehmende Hitze und Trockenheit extreme Probleme dar. Unser heimisches Ökosystem, der Pfälzerwald, leidet regelrecht unter Klimastress. Dürre, Schädlingsbefall oder Unwetter setzten ihm zu und machen es auf Dauer nötig, einen klimastabilen Mischwald mit zum Teil für die Region bisher untypischen Baumarten aufzubauen.

Neben nützlichen, für die Stabilität des Ökosystems hilfreichen Arten gibt es aber auch solche, die dieses stark gefährden. In Rheinland-Pfalz leben bereits 27 der 32 Arten, die die Europäische Union als invasiv einstuft - für sie besteht eine gesetzliche Handlungspflicht. Für eine Vielzahl weiterer Arten gibt es aber auch begründeten Verdacht auf Invasivität, dies wird in Deutschland vom Bundesamt für Naturschutz bewertet. Frühzeitige Erkennung und konsequentes Handeln sind Grundvoraussetzungen, um negative Auswirkungen invasiver neuer Arten zu vermeiden.

Weltweit werden regional heimische Arten durch die Etablierung invasiver Neophyten bedrängt. Invasive Arten stellen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes ein erhebliches Gefährdungspotential für die natürlich vorkommenden Ökosysteme, Biotope und Arten dar. Sie zu kennen, zu beobachten und gegebenenfalls zu bekämpfen, ist eine wichtige Aufgabe für die Erhaltung der weltweiten Artenvielfalt.