Jagd und Naturschutz im Dialog

Umweltstaatssekretär Hering: Jagd ist wichtiger Bestandteil der Naturpflege

"Bemühungen, das Jagdrecht stark einzuengen, haben aus Sicht des Landes Rheinland-Pfalz keine Erfolgsaussichten." Diese Ansicht vertrat Umweltstaatssekretär Hendrik Hering bei einem Treffen mit dem Vorstand des Kreisgruppe Westerwald im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz in Ransbach-Baumbach. Hering versicherte, dass sich Rheinland-Pfalz auch im Falle einer Novellierung des Bundesjagdgesetzes intensiv für eine weitgehende Beibehaltung der bestehenden Grundzüge des Jagdrechtes einsetzen wird. Dies treffe vor allem die Duldungsverpflichtung bezüglich der Jagdausübung auf eigenen Grundstücken, da dies ein unverzichtbares Kernstück des bewährten Revierjagdsystems sei. "Auch die Notwendigkeit einer Reduzierung der Liste jagdbarer Tiere vermag ich nicht zu erkennen," so der Staatssekretär. Zum einen gebe es nicht für alle Wildarten, die dem Jagdrecht unterliegen, auch Jagdzeiten, zum anderen verpflichte das Bundes- und Landesjagdrecht die Jäger in besonderem Maße auch zur Hege. Verstöße gegen das Jagdrecht würden scharf geahndet. Die offizielle Einleitung des Gesetzes-Änderungs-Verfahrens wird für die Jahreswende 2003/2004 erwartet. "Die Rahmenbedingungen der Jagd müssen so gestaltet sein, dass die Ausübung der Jagd für die Jäger attraktiv bleibt". Dies sichere das wertvolle und landesweit flächendeckende Engagement der Jäger zum Naturschutz, so Hendrik Hering.

"Der Dialog aller an der Jagd Beteiligten ist sehr wichtig," freuten sich Hering sowie der Vorsitzende der Kreisgruppe, Kurt Schüler, über den intensiven Gedankenaustausch, der in Zukunft auch auf Ebene der Forstämter mit den Vertretern der Jäger fortgesetzt werden soll.

So fand auch der Vorschlag der Jäger, künftige Straßenbauprojekte tierfreundlicher zu gestalten großen Anklang. Oftmals durchschnitten Straßen die Wanderwege vieler Wildarten. Durchlässe oder Wildbrücken, die von Rehen oder Rotwild genutzt werden, kämen dabei gleichzeitig auch allen anderen Tieren und Pflanzen zugute. Außerdem sei dies ein wichtiger Schritt zur Reduzierung der immer noch häufigen Wildunfälle.

Weiteres Thema war die Bekämpfung der Schweinepest bei Schwarzwild. Das rechtsrheinische Gebiet ist nicht von Schweinepest betroffen, steht aber unter Beobachtung. "Die Beobachtung wird fortgesetzt," so Hering. "Nur so können wir bei einer eventuellen Ausbreitung der Seuche schnell reagieren." Erfreulicherweise sei zur Zeit noch kein Fall von Schweinepest rechts des Rheins aufgetreten

Kurt Schüler machte deutlich, dass die Westerwälder Jäger mit hohen Abschusszahlen ihren Beitrag leisten würden. Die Jäger erlegten im vergangenen Jagdjahr mit über 3500 Wildschweinen rund 1000 mehr als im Jahr zuvor.

Schüler sprach sich auch für eine Erhaltung des Rotwildes auf der Montabaurer Höhe aus. Er BAT Hering, sich zur Sicherung dieses Bestandes einzusetzen. Natürlich wisse er, so Schüler, dass man dann auch in einen begrenzten Maße Waldwildschäden in Kauf nehmen müsse. „Wir Jäger nehmen aber unsere Verantwortung ernst und wir werden das unsere dazu tun, dass die Wilddichte auf einem vertretbaren Maß bleibt“, erklärte der Westerwälder Kreisgruppenvorsitzende. Hering bezeichnete Schälschäden durch Rotwild von zwei Prozent pro Jahr als gerade noch tolerierbare Größe.

Der Staatssekretär sprach den Jägern der Kreisgruppe Westerwald Dank für die geleistete Arbeit für Wald, Wild und Natur aus. "Ich bin mir sicher, dass die gute und gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Ministerium und Jägern auch in Zukunft fortgesetzt wird und wir im gemeinsamen Bemühen um die nachhaltige Erhaltung eines gesunden Lebensraumes zum Wohle für Wild und Mensch ein gutes Stück vorankommen, wobei die Zielsetzungen eines naturnahen Waldbaus zu beachten sind."