Waldnachrichten © stock.adobe.com / Anton

© stock.adobe.com / Anton

© stock.adobe.com / Anton

 

Höfken: „Waldklimafonds gegen das Waldsterben 2.0“

Forstministerin Höfken schlägt „Waldklima-Prämie“ durch Waldklimafonds vor / Austausch mit Waldbesitzenden auf IGW Berlin.

Stürme, Dürreperioden, Hitzerekorde - die Auswirkungen der fortschreitenden Klimakrise auf unsere Wälder sind besorgniserregend. Es drohe mancherorts ein Verlust oder auch Ausverkauf von Wald aufgrund der hohen Schäden und finanziellen Verluste. „Wir sind in großer Sorge, da der Wald zu existenziellen Ökosystemleistungen wie Luftreinigung, Wasser- und Bodenschutz oder Biodiversität beiträgt und in erheblichem Umfang CO2 bindet. Ein großflächiger Verlust würde zu einer deutlichen Verschärfung der Klimaveränderung mit unabsehbaren Folgen für die Gesellschaft führen“, begründet Höfken den unschätzbaren Wert unserer Wälder fürs Klima.

Bislang erfolge die Finanzierung von bundesweit geschätzten 3,5 Milliarden Euro Gesamtschadenshöhe aufgrund der Klimawandelfolgen im Forst in erster Linie aus den Erträgen der Forstbetriebe. „Dies kann jedoch angesichts der derzeitigen Entwicklungen nicht mehr sichergestellt werden. Ich begrüße sehr, dass die Bundesregierung angekündigt hat, die Förderung forstbetrieblicher Maßnahmen im Rahmen der GAK deutlich besser zu unterstützen. Will man den Walderhalt langfristig sichern, bedarf es jedoch dringend einer verstetigten finanziellen Honorierung der vielfachen Klimaschutz- und Ökosystemleistungen des Waldes.“

Waldklimafonds: dauerhafte Honorierung der Waldleistungen im Klimaschutz

„Dies könnte im Rahmen des von BMEL und BMU gemeinsam verwalteten Waldklimafonds (WKF) erfolgen, der bisher aus den Einnahmen der EU-CO2-Zertitikate gespeist wird und durch möglicherweise weitere Quellen wie den Bundeshaushalt oder EU-Mittel aufgestockt werden“, so Höfken. Denn: Um den Um- und Wiederaufbau und die weitere Waldentwicklung aller Wälder zu klimastabilen, naturnahen Wäldern und die gesellschaftlichen Leistungen sicherzustellen, bedarf es eines hohen personellen und finanziellen Aufwands. „Den Erhalt unserer Wälder gibt es nämlich nicht zum Nulltarif“, betonte Höfken abschließend ihr Anliegen zur Initiative zur weiteren Unterstützung unserer Wälder.

Modell einer Waldklima-Prämie

Der zentrale Mechanismus des Klimaschutzbeitrags der Wälder liegt in der photosynthetischen Umwandlung von CO2 in Biomasse, wobei 1 Kubikmeter Holz etwa 1 Tonne CO2- Bindung entspricht. Die nutzbare Zuwachsleistung (Erntefestmaß o.R.) unserer Wälder in Deutschland beläuft sich laut Bundeswaldinventur 3 auf rund 8,8 Kubikmeter je Hektar und Jahr.

Der Vorschlag ist, diesen Mittelwert als Grundlage einer Erhaltungs-Unterstützung der Klimaschutzleistung des deutschen Waldes – stellvertretend auch für dessen sonstige Ökosystemleistungen – heranzuziehen und diese Unterstützung an zusätzliche Nachhaltigkeits- und Klimaschutzkriterien zu binden.

Die Finanzierungshöhe einer solchen Wald-Klimaprämie sollte sich am jeweils gültigen CO2-Preis des EU-Emissionshandelssystems (ETS) oder des Klimapaketes der Bundesregierung orientieren. Zum Beispiel könnte dies nach dem vorgesehenen Anfangspreis je Tonne CO2-Ausstoß in Höhe von 25 Euro zu einem Klimaschutzbetrag von 220 Euro je Hektar Waldfläche führen – ein Betrag, der in dieser Höhe einen nachhaltig wirksamen Beitrag zu einer gleichermaßen klimaschützenden wie biodiversitätsorientierten Waldpflege leisten würde. Die Ausreichung der Mittel sollte dabei über den WKF und die Zertifizierungssysteme wie FSC organisiert werden.

All diese Unterstützungsleistungen sind jedoch nur dann wirksam, wenn sie mit konsequenten weiteren Klimaschutzmaßnahmen in allen anderen Sektoren zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens verbunden werden.

Internationalen Grünen Woche: Austausch mit Wald-Akteuren
Auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) wird Ministerin Höfken auch mit den Waldbesitzenden und dem Deutschen Forstwirtschaftsrat sowie Umwelt- und Wirtschaftsverbänden das Gespräch suchen und hier die Initiative eines bundesweiten Waldklimafonds weiter vorantreiben.

Veranstaltung Brunch-Talk zur Reform der GAP – Chancen nutzen!
Im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltung am 19.01.2020 der Länder Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Berlin geht es um die Chancen und Herausforderungen der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Wichtigstes Ziel ist dabei die ausreichende Finanzierung der Weiterentwicklung des Ökologischen Land- und Weinbaus sowie der Anerkennung der gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft für den Gewässer- und dem Insektenschutz, der Biodiversität und des Tierschutzes.

Weitere Informationen finden Sie hier im Veranstaltungsflyer.