Höfken: „Wald schützen, Erneuerbare Energien fördern!“

„Angesichts der dramatischen Waldschäden und zum Schutz unserer Wälder brauchen wir eine erfolgreiche Energiewende. Dazu ist der Ausbau der Windkraft dringend nötig“, sagt die rheinland-pfälzische Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken anlässlich des internationalen Tages der Wälder am 21. März. Sie ruft dazu auf, den Wald verstärkt für den Klimaschutz durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu nutzen. Dazu gehört neben einer naturnahen Wald-Bewirtschaftung auch die Nutzung der Wälder als Standort für Windenergie-Anlagen – wenn Natur- und Artenschutz gewährleistet sind.

„Viele Wälder sind auf Flächen, an denen der Wind besonders stark weht. Zudem sind sie oft fernab von Wohngebieten. Das ist eine gute Voraussetzung für den Bau von Windrädern“, so Höfken. „Bereits jetzt drehen sich in unseren Wäldern über 450 Windenergie-Anlagen – und sparen somit rund 1,1 Millionen Tonnen CO2 ein.“

2019 war sowohl in Deutschland als auch weltweit das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Das hat auch massive Folgen für den Wald: Noch nie zuvor sind so viele Bäume dem Borkenkäfer sowie der Dürre zum Opfer gefallen, tausende Bäume sind verdurstet oder mussten notgeerntet werden.

Dadurch sind im Wald Freiflächen entstanden, die Forstleute gehen davon aus, dass weitere entstehen werden. Höfken sagt: „Daher muss jede Kahlfläche geprüft werden, ob sie sich für einen Standort für Wind- oder Sonnen-Energie eignet.“ Dies würde, so die Umweltministerin, sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bieten. So würden die Erneuerbaren Energie einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen leisten. Zusätzlich würden Waldbesitzende, von denen viele vor einem wirtschaftlichen Desaster stehen, von Pachteinnahmen profitieren. Auch Naturschutzverbände beklagen den schleppenden Windenergie-Ausbau und fordern das Erreichen der Klimaziele.

„Niemand müsse sich sorgen, dass für Windkraft große Waldbereiche gerodet werden oder bereits durch die Klimakrise entstandene Kahlflächen nicht aufgeforstet werden“, stellt Höfken klar. So benötige jedes Windrad im Wald – je nach Größe der Anlage – im Schnitt eine Fläche von 0,5 bis einen Hektar. Zudem können sie rückstandslos abgebaut werden.

Um den gleichen Klimaschutzeffekt wie durch eine einzige Windenergie-Anlage zu erreichen, müsste eine Waldfläche von circa 230 Hektar aufgeforstet werden. Dementsprechend können alle Windenergie-Anlagen in den rheinland-pfälzischen Wäldern so viel CO2 einsparen wie eine Fläche von 100.000 Hektar Wald. Durch Bewaldung allein würde man die Klimaziele des Landes demnach bei Weitem nicht erreichen können, dazu steht selbst im waldreichsten Bundesland zu wenig Fläche zur Verfügung.

Höfken fordert ein schnelleres Voranschreiten beim Ausbau sämtlicher Erneuerbarer Energien. Hier sei nicht nur die Gesellschaft, sondern vor allem die Bundesregierung gefragt. Diese müsse Hemmnisse zum Ausbau der Erneuerbaren sofort beseitigen und dürfe beispielsweise Solarenergie nicht länger deckeln. Zudem müsse sie für mehr Anreize zur Eigenstromversorgung durch grüne Energien sorgen. Dazu gehöre auch ein intelligenter Netzausbau, der regionale und überregionale Ansätze verknüpft sowie schnellere und effizientere Planungs- und Genehmigungsverfahren.

„Was dem Klima nützt, nützt auch dem Wald – und diesen brauchen wir alle: Als Raum zur Erholung, als Lieferant des umweltfreundlichen Rohstoffes Holz, als wichtiges Ökosystem – und vor allem als Klimaschützer. Denn die rheinland-pfälzischen Wälder speichern rund ein Viertel des CO2-Ausstoßes unseres Bundeslandes. Wir müssen alles tun, um sie für folgende Generationen zu erhalten.“