Höfken: „Schäden durch die Klimaveränderungen im Wald sind enorm: Doch die Mittel des Bundes werden nicht ausreichen.“

„Die Folgen des Klimawandels bedrohen unsere Wälder – es sind wirklich beunruhigende Bilder, die unsere Forstleute täglich vor Augen haben. Ein großes Problem sind die Schäden durch den Borkenkäfer. Bei uns in Rheinland-Pfalz sind bis Ende 2018 rund eine Million Festmeter Schadholz angefallen“, sagte Forstministerin Ulrike Höfken heute in Mainz. „Wir gehen davon aus, dass sich diese Menge 2019 mindestens verdoppeln wird. Denn Ende März betrug die aufgearbeitete Menge in Rheinland-Pfalz bereits rund 1,3 Millionen Festmeter. Das wirksamste Mittel wäre: Wenn die Bundesregierung endlich beim Klimaschutz und der Energiewende Ernst macht.“ Die Sorgen um das Ökosystem Wald werden begleitet von enormen finanziellen Belastungen – ob im Staatswald, im kommunalen oder im Privatwald. „Auch hier lässt der Bund die Waldbesitzer bisher weitgehend allein: Von den insgesamt 25 Millionen Euro, die aus den Mitteln der GAK (Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz) bereit gestellt wurden, entfallen jährlich 267.000 Euro auf Rheinland-Pfalz – das sind gerade einmal 0,45 Euro pro Hektar Wald“, sagte die Ministerin. „Dies ist bei weitem nicht ausreichend, um den Wald auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.“ Das Land sorgt für die notwendige Kofinanzierung von 40 Prozent, so dass zu Beginn insgesamt 438.000 Euro den Privat- und Gemeindewaldbesitzern zur Verfügung stehen. 

Die Anzeigeformulare für diese Mittel liegen nun bei allen Forstämtern vor: Ab sofort können die Waldbesitzenden für entsprechende Maßnahmen, die sie im Jahr 2019 durchführen, eine Förderung anzeigen. Das gilt auch für Maßnahmen, die vom 1. Januar 2019 an begonnen worden sind. „Unsere Forstämter stehen als Ansprechpartner zur Verfügung“, sagte Höfken. „Ich erneuere aus diesem Anlass meine Forderung an den Bund, deutlich mehr Geld bereit zu stellen. Wir werden diese Mittel dann selbstverständlich kofinanzieren. Die Bewältigung der Folgen der Extremwetterereignisse ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und ich bin ernsthaft in Sorge: Denn unsere grüne Lunge gerät mehr und mehr in Atemnot!“