Pressearbeit bedeutet neue Perspektiven einzunehmen. © Markus Hoffmann

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Höfken: „Bei den Waldferien für Kids erfahren Kinder, warum der Wald wichtig ist und wir ihn achten müssen“

„‘MiteinanderGutLeben – Familiensommer Rheinland-Pfalz‘ lautet die Initiative der Landesregierung, um möglichst vielen Kindern, Jugendlichen und Familien auch in Zeiten der Corona-Pandemie vielfältige und erlebnisreiche Ferienangebote bieten zu können. Das Familienministerium hat dafür ein zusätzliches Förderprogramm bereitgestellt. Die Initiative besteht aus drei Säulen und soll die Familiensituation in RLP unterstützen. Als quasi „4. Säule“ des Ferienbetreuungsprogramms wird sich unser Haus mit Landesforsten, den Verbänden, den Nationalen Naturlandschaften - allen voran unser Nationalpark und unser Biosphärenreservat - auch in diesem Sommer zusammen mit vielen Partnern mit Ferienangeboten engagieren“, sagte Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken am heutigen Dienstag in Mainz.

Auf einer Pressekonferenz stellte sie gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Landesforsten Rheinland-Pfalz sowie Kooperationspartnern Ferienangebote, wie die „Waldferien für Kids“ vor.

„Seit fast 15 Jahren bietet Landesforsten Rheinland-Pfalz Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche an. Uns ist es wichtig, dass sie Spaß in der Natur und in der Gemeinschaft haben und dass auch die Eltern die Möglichkeit haben, etwas durchzuatmen. Dies gilt gerade jetzt, wo unsere Familien arg unter den Auswirkungen der Pandemie leiden“, so Höfken.

Was 2006 mit einer Hand voll Forstämtern begonnen hat, ist nun ein landesweites Programm. „Die „Waldferien für Kids“ sind mittlerweile ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender von Landesforsten Rheinland-Pfalz. Ich freue mich, dass nunmehr Familien aus ganz Rheinland-Pfalz von den Angeboten der Försterinnen und Förster profitieren können. Und das nicht nur in den Sommerferien, sondern auch zu Ostern und in den Herbstferien“, so Höfken.

Insgesamt beteiligen sich dieses Jahr 27 Forstämter mit Ferienprogrammen von unterschiedlicher Art und Dauer. Manche Veranstaltungen sind Tagesangebote, bei anderen werden die Kinder eine Woche lang betreut. Insgesamt gibt es rund 125 Veranstaltungen (280 Veranstaltungstage) für rund 2700 Kinder von circa sechs bis zwölf Jahren.

 „Ich bin sehr dankbar für dieses Engagement, gerade auch was unsere Forstämter betrifft. Dies ist umso beeindruckender, da sich die Forstleute immer noch intensiv um die akute Beseitigung der katastrophalen Waldschäden infolge der Klimakrise kümmern müssen, etwa um die Eindämmung des massiven Borkenkäferbefalls. Dass sie das nicht allein bewältigen können, zeigt aktuell der Einsatz der Bundeswehr in einigen Landesteilen“, so die Forstministerin.

Über 40 Kooperationspartner aus unterschiedlichen Bereichen
Die Försterinnen und Förster bekommen bei den Ferienangeboten wertvolle Unterstützung von zertifizierten Waldpädagoginnen und Waldpädagogen. Sie arbeiten dabei auch mit rund 40 Kooperationspartnern zusammen. Das sind beispielsweise Kommunen, Jugendhilfeorganisationen, Vereine und Verbände.

Und auch mit Sportlerinnen und Sportlern machen die Forstleute gemeinsame Sache: Infolge der Zusammenarbeit zwischen Forst- und Sportbranche zu den Deutschen Waldtagen 2018 wurden 2019 die „Ferien am Ort“ der Sportjugend Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Wald bewegt“ ausgerichtet. In diesem Jahr unterstützt Landesforsten in Online-Seminaren die Anleiterinnen und Anleiter der Sportvereine mit Ideen und Anregungen sowie bei einigen Veranstaltungen vor Ort.

Auch der Nationalpark bietet dieses Jahr wieder spannende Waldabenteuer. Er beteiligt sich am Ferienprogramm „Waldferien für Kids“ mit 16 Tagesangeboten für insgesamt 220 Kinder. Nationalparkmitarbeiter Sebastian Schacht sagte auf der Pressekonferenz: "Kinder können in den Ferien im Nationalpark Hunsrück-Hochwald die Wildnis erleben und echte Ranger kennenlernen. Mit unseren betreuten Angeboten möchten wir den Kindern die Natur und die Bedeutung des Nationalparks nahebringen und dabei natürlich auch einen Teil dazu beitragen, die Eltern zu entlasten. Unser Ziel ist, dass die Kinder Spaß haben und dabei unsere Umwelt spielerisch verstehen lernen, sodass sie sich später vielleicht auch mal für die Natur engagieren."

Zudem bildet das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen auch 2020 wieder Junior Rangerinnen und -Ranger aus. Hier lernen Kinder den Umgang mit Kompass und Karte sowie welche Tiere und Pflanzen im Pfälzerwald leben. „Im Laufe der Camp-Woche erfahren die angehenden Junior Ranger viel darüber, worum es im Biosphärenreservat und in anderen Schutzgebieten geht. Sie lernen die Tiere und Pflanzen des Pfälzerwalds kennen und erfahren Wissenswertes über eine umweltverträgliche und sozial gerechte Lebensweise. Wir sind froh, dass wir auch diesen Sommer mit zahlreichen Partnern und Partnerinnen aus unserem BNE-Netzwerk Camps anbieten können“, so Friedericke Weber, Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald.

Auf naturnahe Ferienerlebnisse setzen auch der NABU und der BUND Rheinland-Pfalz. NABU-Vorsitzende Cosima Lindemann sagte: „Für den NABU ist es sehr wichtig, schon Kindern den Umgang mit der Natur nahe zu bringen und wir freuen uns über das Engagement unserer Naturschutzjugend, die Ferienfreizeiten auch in diesem Jahr zu ermöglichen. Gerade in Corona-Zeiten können wir beobachten, dass der Besucherdruck auf die "Natur vor der Haustür" enorm hoch ist. Hier ist Umweltbildung für Klein und Groß gefragt, damit die Besuche in der Natur stets mit Rücksicht erfolgen.“

Greta Waltenberg von der BUNDjugend sagte: „Wir als BUNDjugend haben Freude daran, Wege in eine nachhaltige Zukunft zu gestalten. Verbundenheit mit Umwelt und Natur, Erlebnisse und Gemeinsamkeit lassen uns vom alltäglichen Leistungsdruck abschalten. So öffnen wir uns für neue Perspektiven und Ideen. Dabei gestalten wir unser Programm selber und es besteht, neben politischen Aktionen (z.B. Baumdemos), Tagesausflügen in die Natur, Workshops und einer Skating-'Rollrunde', viel Spielraum für eigene Vorschläge."

Auf der Pressekonferenz betonte Höfken: „Bei all unseren Angeboten ist uns Qualität bei der Betreuung und bei den vermittelten Inhalten wichtig. Die Waldferien für Kids verstehen sich als Beitrag zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.“

So vielfältig wie der Wald seien demnach auch die Themen der Waldferien: Von spannenden Waldabenteuern über kreative Programme bis hin zu Bogenschießen im Wald, Nistkastenbau, Fledermaus-Workshops, Tipis bauen, Tiere beobachten, Stöcke schnitzen, Bäche stauen, Kunstwerke aus Waldmaterialien bauen und vieles mehr: Viele von Spielplatzsperrungen und Homeschooling geplagte Kinder aus Rheinland-Pfalz werden auch in diesem Jahr einen Teil ihrer Ferien im Wald verbringen können.

Es gehe, so die Umweltministerin, dabei nicht nur darum, Kinder an die frische Luft zu bringen. Die Jungen und Mädchen sollen auch ein emotional positives Verhältnis zum Wald entwickeln, einen Blick für die biologische Vielfalt und die kleinen und großen Wunder der Natur bekommen.

Hygienekonzept sorgt für Sicherheit

„Im Spiel, bei Entdeckungstouren oder Holzarbeiten erfahren sie, warum wir Menschen den Wald brauchen und auf ihn achten müssen. Sie lernen dabei auch, wie wir ihn nutzen können, ohne ihm zu schaden. Walderlebnisse sind eine wichtige Grundlage für ein natur- und umweltbewusstes Leben“, so die Umweltministerin. Stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen von Landesforsten sagten Carina Young und Siegfried Weiter: „Wir alle freuen uns, etwas für die von den Corona-Auswirkungen geplagten Kinder und Eltern tun zu können. Basis für die Betreuung unter Corona-Bedingungen ist ein gemeinsames Hygienekonzept für wald- und wildnispädagogische Angebote, das für die Sicherheit der Teilnehmenden sorgen wird.“ Dieses sei in enger Zusammenarbeit von Landesforsten (Walderlebniszentrum Soonwald) mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald entstanden.

Programm "Waldferien für Kids" - Sommerferien 2020

Sommerferienprogramm Nationalpark Hunsrück-Hochwald