Waldnachrichten © stock.adobe.com / Anton

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Griese: „Waldzustandserhebung zeigt uns Auswirkungen von Luftschadstoffen und Klimawandel auf den Wald“

In den kommenden Wochen werden landesweit rund 4.000 Bäume auf Schäden begutachtet / Umwelt- und Forststaatssekretär Thomas Griese besucht Forstleute zu Beginn der Waldzustandserhebung.

Wie geht es unserem Wald? Diese Frage beantwortet jährlich der Waldzustandsbericht. Das Ergebnis der beiden vergangenen Jahre war erschreckend und zeigt, wie die Klimakrise den Wäldern schadet. Seit Beginn der Waldzustandserhebung vor rund 35 Jahren waren noch nie zuvor so viele Bäume krank oder abgestorben. Auch dieses Jahr erwarten die Forstleute und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) keine Besserung. Der Niederschlag in den zurückliegenden Wintermonaten reichte nicht aus, um die Sommertrockenheit aus den beiden letzten Jahren auszugleichen. Deshalb waren auch dieses Frühjahr, zu Beginn der Vegetationsperiode, die Böden vielerorts ausgetrocknet. Umwelt- und Forststaatssekretär Thomas Griese besuchte am heutigen Mittwoch die diesjährige Erhebung an einem Inventurpunkt im Soonwald.

Nachdem die FAWF in der Vorwoche rund 25 Forstleute entsprechend schulte, werden diese in den kommenden drei Wochen rund 4.000 Bäume landesweit sowie im Saarland unter die Lupe nehmen. „Wer durch unsere Wälder geht, sieht die braunen Blätter und roten Nadeln abgestorbener Bäume. Es ist wichtig, dass die Forstleute diese Waldschäden systematisch erfassen, um daraus abzuleiten, wie sie den Wald unterstützen können, etwa welche Baumarten künftig geeignet sind“, so Griese.

Die Forstleute erfassen bei der Waldzustandserhebung Dürreschäden, Fraßschäden von Insekten sowie Pilzbefall. Auch ob die Baumkrone eher dicht oder licht ist und eventuelle Verfärbungen von Blättern und Nadeln spielen eine Rolle. Daran erkennt man beispielsweise, wie sich Luftschadstoffe auswirken. Die Forstleute untersuchen dabei stets die gleichen Bäume. So können sie feststellen, ob sich der Zustand des Waldes von Jahr zu Jahr verändert.

„Die Waldzustandserhebung ist eines der umfangreichsten und langfristigsten Umweltmonitoring-Programme und zeigt uns sehr deutlich, wie sich die Erderhitzung und die Belastung durch Abgase auf den Wald auswirken“, so Griese. Er weist darauf hin, dass die erhobenen Daten mehr seien als bloße Zahlen. Sie würden, so Griese, auf die Verletzlichkeit des Ökosystems Wald hinweisen, auf das jede und jeder von uns angewiesen sei.

„In Rheinland-Pfalz hätten wir rund 51.000 Arbeitsplätze weniger und rund ein Viertel mehr CO2 in der Luft, wenn es den Wald nicht geben würde. Daher müssen wir alles tun, um ihn zu erhalten“, so der Umweltstaatssekretär und weiter: „Das bedeutet: Jede und jeder von uns muss dazu beitragen, das Klima zu schützen und beispielsweise auf erneuerbare statt auf fossile Energien setzen. Und wir brauchen kompetentes Forstpersonal, das den Wald mit klimaangepassten Waldbaustrategien unterstützt. Dafür möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Landesforsten RLP und der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft danken.“