Gartenabfälle richtig entsorgen

Grünschnitt kann Artenvielfalt im Wald gefährden

Bald ist es wieder so weit: Viele Gartenbesitzer blicken voll Vorfreude der nächsten Gartensaison entgegen und die Gärten werden für den Frühling hergerichtet. Leider ist das auch die Zeit, in der Forstleute und Waldbesitzende oft Berge von Grünabfällen finden. Zweige, Strünke, Blätter und Rasenschnitt türmen sich am Waldrand, an Wegen und Wanderparkplätzen. Was viele nicht wissen: Das kann das natürliche Ökosystem ganz schön durcheinanderbringen.

„Ich kann ja die Gartenbesitzer verstehen, wenn sie glauben, man füge der Natur keinen Schaden zu, da es sich ja um natürlich abbaubares Material handelt“, so Gregor Nassen von der Zentralstelle der Forstverwaltung. Was nach öffentlicher Kompostierung klingt, ist jedoch kein Kavaliersdelikt. Diese Art der Entsorgung ist illegal, und das aus gutem Grund. Grünschnitt, Gras und Laub gelten als Abfall und dürfen nicht in den Wald gekippt werden. Es drohen sogar hohe Bußgelder.

Aber was ist denn nun so schädlich daran?

Der Wald ist eine gut abgestimmte Lebensgemeinschaft. Mit den Gartenabfällen landen mehr Nährstoffe im Wald und das sensible Gleichgewicht gerät durcheinander. Als Folge vermehren sich Stickstoff liebende Pflanzen wie die Brennnessel oder Brombeersträucher und verdrängen die standorttypischen speziell angepassten Arten wie Veilchen oder viele Wald- und Wiesenblumen. Wo sich Gras- und Strauchschnitt am Waldrand türmen, ersticken sie die anderen Pflanzen und die verrottenden Gartenabfälle belasten Boden und das Grundwasser. „Wildschweine fühlen sich übrigens ganz besonders wohl, wo sie regelmäßig mit Gartenabfällen versorgt werden. Gartenabfälle sind für sie wie fast food. Da ist der Weg in den nächsten Garten dann nicht mehr weit“, gibt der Forstmann zu bedenken.

Die grüne Fracht kann außerdem Wurzeln, Zwiebeln, Knollen oder Samen von standortfremden oder nicht heimischen Pflanzen enthalten. „Diese Pflanzen, die sogenannten Neophyten können zu einem echten Problem bei uns im Wald werden. Manche von ihnen sind so konkurrenzstark, dass sie sich ausbreiten und alles andere Natürliche verdrängen. Bekannte Beispiele sind der Riesenbärenklau oder das Indische Springkraut, das in manchen Regionen häufig die Wegränder in Bachtälern säumt“, so Nassen.

In Rheinland-Pfalz gibt es verschiedene Möglichkeiten, Gartenabfälle kostenlos zu entsorgen. Neben der Eigenkompostierung im Garten sind das bis zu einer gewissen Größe und Menge die Biotonne der Hausmüllentsorgung. Darüber hinaus können in allen Regionen spezielle Grünschnitt-Annahmestellen beliefert werden. Detaillierte Informationen gibt es bei den zuständigen Kreisverwaltungen. Forstleute und Waldbesitzende bitten alle Gartenbesitzer dringend, diese Möglichkeiten zu nutzen.