Forstministerin Margit Conrad: "Sicherung der Zukunft durch nachhaltige Nutzung"

Zur 61. Jahrestagung des deutschen Forstvereins, der in diesem Jahr in Mainz stattfindet, hat die rheinland-pfälzische Ministerin für Umwelt und Forsten, Margit Conrad, auf die große Bedeutung des Waldes für die Gesellschaft hingewiesen.

Der Wald ist über seine traditionelle Basis als Holzlieferant hinaus wichtigster Ort für einen Zugang des Menschen zur Natur. "Erst seit 1971 gibt es den gesetzlich verbrieften freien Zugang zum Wald", stellte die Ministerin fest, "vorher war es Gewohnheitsrecht, den Wald zu betreten. Heute gibt es in Rheinland-Pfalz Wald-Klassenzimmer für Schulkinder, Umweltbildung findet überall im Wald statt und der Wald ist der wichtigste Erholungsraum für Einheimische und Touristen. Der Wald ist zum Erlebnisraum geworden." Diese Tatsache folgt der Erkenntnis, dass "Naturschutz durch Nutzung" am erfolgreichsten ist. 42 Prozent der Fläche von Rheinland-Pfalz ist von Wald bedeckt, rund die Hälfte besteht aus Laubbäumen. Seit zehn Jahren ist naturnaher Waldbau Ziel der Forstwirtschaft. Das bedeutet: mit der Natur den Wald bewirtschaften, auf natürliche Verjüngung setzen, stabile Waldränder entwickeln oder auch Horst- und Höhlenbäume als Lebensräume für Insekten und andere Arten erhalten.

Die Erfahrung zeigt, dass ein so entstandener stabiler und ökologisch wertvoller Wald sehr geeignet ist zur Holznutzung. Conrad: "Holz ist der bedeutendste nachhaltige Rohstoff. In Deutschland wird aber nur ein Drittel der Nachfrage mit heimischem Holz gedeckt. Nur 60 Prozent des Zuwachses wird geerntet. Im Sinne einer nachhaltigen Nutzung ist das Potential viel größer." Die Verbindung von Ökologie und Ökonomie werde im Wald umgesetzt. Auch für ökologische Ausgleichsmaßnahmen bietet sich der Wald als geeigneter Kompensationsraum an. Vor allem kommunale und private Waldbesitzer erhalten durch das "Ökokonto im Wald" neue wirtschaftliche Möglichkeiten, die gleichzeitig dem Naturschutz im Wald dienen.