Ein Schultag unterm Blätterdach: Start der 37. Wald-Jugendspiele in Rheinland-Pfalz

Vom 7. Mai bis 27. Juni suchen wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler für einen Tag den Lernort Wald auf. Mehr als 15.000 Kinder der 3. und 7. Klassenstufe aller Schularten nehmen teil und erweitern spielend ihr Wissen über Wald und Natur.

Der Hitzesommer 2018 und der Klimawandel haben in den rheinland-pfälzischen Wäldern ihre Spuren hinterlassen: 84 Prozent der Bäume sind geschädigt, Kahlflächen haben zugenommen, zahlreiche Bäume sind vom Borkenkäfer befallen. „Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf die diesjährige Ausrichtung der Waldjugendspiele. Das Schadholzvolumen ist in einigen Regionen unseres Landes so hoch, dass in vielen Forstämtern das Personal dringend zur Aufarbeitung gebraucht wird. Die Konsequenz: Leider können die Wald-Jugendspiele in diesem Jahr an einigen Standorten nicht stattfinden“, sagte Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken. Das sei seit Start der landesweiten Wald-Jugendspiele 1982 bisher nur einmal passiert, so Höfken weiter. Nach den verheerenden Sturmschäden im Jahr 1990 mussten die Wald-Jugendspiele sogar landesweit abgesagt werden. „Umso mehr freue ich mich wieder über die  zahlreichen Schülerinnen und Schüler, die an den übrigen 26 Standorten die Wald-Jugendspiele erleben können und dabei den Wald kennen und schützen lernen“, führte die Ministerin an. Dabei erfahren die Kinder und Jugendlichen auch, welche dramatischen Auswirkungen der Klimawandel auf den Wald hat. Zum Beispiel bekommen sie Informationen über die Ursachen der Klimaveränderungen, der Notwendigkeit des Ersatzes fossiler Energien zugunsten von Energie aus Wind, Sonne und Biomasse, die Anpassungsfähigkeit unseres Waldes durch klimastabile Baumarten und die Bekämpfung des Borkenkäfers an die Hand.

Bei den Wald-Jugendspielen geht es auf dem Parcours mit elf Stationen zudem darum, Fragen zum Lebens- und Naturraum Wald und dessen Leistungen sowie zur Forstwirtschaft und Jagd zu beantworten. Leichte sportliche Wettspiele lockern die Wissensaufgaben auf und fordern Geschicklichkeit, aber auch die Kooperationsfähigkeit der Klassen. Ein Wald-Experte – eine Forstpatin oder ein Forstpate – leitet die Schülerinnen und Schüler dabei an.
„Es ist wichtig, dass die Kinder die Natur mit allen Sinnen erfahren: Im Wald lernen sie, woher der Rohstoff für das Schulbuch kommt, welche seltenen Tiere und Pflanzen bei uns heimisch sind und warum unser Wald als grüne Lunge bezeichnet wird“, sagte der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Winfried Werner.

Eingebunden in die Wald-Jugendspiele ist auch eine „Wald-Kunst“-Kreativaufgabe, bei der Waldkunstwerke aus Naturmaterialien gestaltet und fotografiert werden sollen. Das Thema des diesjährigen Kreativwettbewerbs: „Wohnen im WALD“. Denn im Wald lässt es sich gut leben. Ob in Höhlen oder Nestern, in Kuhlen, Sassen, Gängen oder Hügeln – der Wald ist vielfältiger Wohn- und Lebensraum für zahlreiche, teils seltene Tierarten. „Auch wir Menschen haben seit jeher den Wald für unsere Behausungen genutzt, haben mit dem vielseitigen Rohstoff Holz Häuser gebaut und eingerichtet. Holz ist ein kaum zu ersetzender umweltfreundlicher weil nachwachsender Bau- und Werkstoff, der in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnt“, so Sparkassenpräsidentin Läsch-Weber.
Die Wald-Jugendspiele werden von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Rheinland-Pfalz e.V. und den Landesforsten Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten und dem Ministerium für Bildung durchgeführt. Die rheinland-pfälzischen Sparkassen sind seit Beginn Hauptförderer der Spiele.

Ziel ist es, bei den Schülerinnen und Schülern ein Grundverständnis für den Wald als Teil der natürlichen Umwelt aber auch als einen Raum zur Erfüllung wichtiger gesellschaftlicher Bedürfnisse zu wecken und ein positiv-kritisches Umweltbewusstsein aufzubauen.

Damit leisten die Wald-Jugendspiele einen ersten Beitrag auf dem Weg zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung und unterstützen die Ziele eines kinderfreundlichen Rheinland-Pfalz.
Mit jährlich über 17.000 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern aus ca. 950 Klassen sind die Wald-Jugendspiele die größte außerschulische Veranstaltung der Umweltbildung im Land.  


Die Idee dahinter

Ziel der der Wald-Jugendspiele ist es, bei den Schülerinnen und Schülern ein Verständnis für den Wald als Teil der natürlichen Umwelt zu wecken und ein positives Umweltbewusstsein aufzubauen. Das Wissen um Wald und Natur soll erweitert, vertieft und in spielerischer Form überprüft werden.

Gerade der Wald zeigt uns wie kaum ein anderes von Menschen genutztes Naturgut die langfristige Wirkung und Zukunftsverantwortlichkeit unseres Handelns. Das wird zurzeit gerade an den Folgen des Klimawandels im Wald besonders deutlich.

So ist der Wald nicht nur Übungsfeld, Spielraum und Lernort für einen nachhaltigen, zukunftsfähigen Umgang mit der Natur und unserer Umwelt, sondern verbindet dabei die Generationen, denn die „Früchte“, die wir heute ernten, entstammen der Arbeit unserer Väter und Vorväter.

Organisation und Ablauf der Wald-Jugendspiele

Bei den Wald-Jugendspielen beantworten Schülerinnen und Schüler der 3. und 7. Klassenstufe im Rahmen eines Wandertages in den Wald auf einem ca. 3 km langen Parcours Fragen und Aufgabe zu den Themenbereichen „Waldbäume“, „Nachhaltigkeit und Waldfunktionen“ und „Ökologie/Wildtiere“.
Die einzelnen Themenbereiche werden dabei an drei Stationen aufgegriffen und bestehen jeweils aus einer Station zur Wissensvermittlung („Einführungs- bzw. Input-Station“, keine Bewertung) und zwei weiteren Stationen, die zur Vertiefung und Festigung des Wissens genutzt werden („Vertiefungsstationen“, mit Punktevergabe). Zu diesen neun Themenstationen (3 x 3 Stationen) kommen zwei „Motivationsstationen“ dazu, die sportlich/spielerisch für Abwechslung und Bewegung sorgen und die Themen voneinander trennen. Die 11 Aufgabenstationen sind dabei an allen 26 Standorten gleich gestaltet.

Veranstalter
Nun schon  zum 37. Mal veranstalten in diesem Jahr die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Rheinland-Pfalz e.V. und Landesforsten die Wald-Jugendspiele auf Landesebene mit Unterstützung des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten und des Ministeriums für Bildung.

Zahlen und Fakten
Über 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten, und zusätzlich noch einmal mehr als 700 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind jedes Jahr für die Wald-Jugendspiele im Einsatz. In diesem Jahr werden ca. 15.000 Schülerinnen und Schüler zu den Spielen erwartet. Seit Beginn der Spiele 1982 haben damit über 530.000 Schülerinnen und Schüler an den Wald-Jugendspielen in Rheinland-Pfalz teilgenommen. Die Wald-Jugendspiele bleiben aber nicht auf Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz beschränkt. An grenznahen Standorten nehmen Klassen aus unseren Nachbarländern teil.

Sponsoren
Hauptsponsor bei den Wald-Jugendspielen sind von Anfang an die Sparkassen in Rheinland-Pfalz. Der Förderverein Zoo Neuwied stiftet für 30 Siegerklassen einen kostenlosen Eintritt in ihre Einrichtung. Zahlreiche weitere Unternehmen und private Förderer unterstützen durch Zuwendungen die Wald-Jugendspiele an den Standorten.