Alle Jahre wieder …

In der Advents- und Weihnachtszeit kommen immer wieder Fragen bezüglich des Sammelns von Stechpalmen-,  Mistelzweigen und Moosen auf.

Frau Hoffmann, von der Zentralstelle der Forstverwaltung, möchte daher darauf hinweisen, dass besonders geschützte Pflanzen nach Anhang 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)  weder für den Privatgebrauch  noch   für den  gewerblichen Gebrauch gesammelt werden dürfen. Für diese Arten gelten die Bestimmungen des  § 44 BNatSchG (Besonderer Artenschutz).

Dies betrifft folgende Arten:
1. Stechpalme (Ilex aquifolium) alle wildlebenden Populationen
2. Weißmoose (Leucobryum ssp.) alle heimischen Arten und wildlebenden Populationen
3. Hainmoose (Hylocomium ssp.) alle heimischen Arten und wildlebenden Populationen
4. Torfmoose (Sphagnum ssp.) alle  heimischen Arten und wildlebenden  Populationen

Zugriffsverbote:
Nach § 44 Abs. 1  Nr. 4 BNatSchG  ist es verboten,  wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte  zu beschädigen oder zu zerstören.

Besitzverbote:
Nach § 44 Abs. 2  Nr. 1 BNatSchG ist es ferner verboten, Tiere  und Pflanzen der besonders geschützten Arten in Besitz zu nehmen.

Vermarktungsverbote:
Und nach § 44 Abs. 2  Nr. 2  BNatSchG ist es verboten, Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten zu verkaufen, zu kaufen, zum Verkauf oder Kauf anzubieten.

Für andere Arten – wie zum Beispiel Mistelzweige (Viscum album) gelten die Bestimmungen des § 39 BNatSchG (Allgemeiner Artenschutz).

  • Nach  § 39 Abs. 3 BNatSchG  und i.V. m. § 23 Abs. 1 LWaldG darf  Jeder wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen. = Handstraußregelung
  • Nach § 39 Abs. 4 BNatSchG  bedarf das gewerbliche Entnehmen, Be- und Verarbeiten wild lebender Pflanzen  unbeschadet der  Rechte der Eigentümer und sonstiger Nutzungsberechtigter der Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde.
  • Nach § 23 Abs. 2  und Abs. 3 LWaldG ist  das gewerbliche Entnehmen nur mit besonderer Erlaubnis der Waldbesitzenden und nur insoweit gestattet, als die Wirkungen des Waldes und sonstige   Rechtsgüter (z. Bsp.  Bäume) nicht beeinträchtigt werden. Geschützte Naturbestandteile (Pflanzen und Lebensgemeinschaften), die nach natur- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen unter Schutz gestellt sind, dürfen auch  mit Erlaubnis der Waldbesitzenden nicht entnommen werden!

Unabhängig von den artenschutzrechtlichen Bestimmungen gelten natürlich auch die Schutzgebietsbestimmungen gemäß BNatSchG und LNatSchG, insbesondere die Naturschutzgebiets-Rechtsverordnungen, die die Entnahme von Pflanzen generell verbieten.

Für alle Fragen zu diesem Thema steht Ihnen die Zentralstelle der Forstverwaltung, Ref. 3.3, insbesondere

Claudia Hoffmann
Tel.:      06503 – 9161 – 18
E-Mail:  claudia.hoffmann@wald-RLP.de

gerne zur Verfügung.