Forstamt Koblenz

 

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Rückepferde – Tierische Helfer bei der Waldarbeit

Winterzeit ist Holzerntezeit – und im Bereich des Forstamts Koblenz kommen dabei immer häufiger wieder Rückpferde zum Einsatz. Aktuell vorwiegend im Forstrevier Bendorf: Dort leisten die Pferderücker Karsten Güttler und Susanne Berling aus Steinen im Westerwald mit ihren kräftigen Kaltblütern der Rasse "Luxemburger Ardenner" beim Vorliefern mittelstarker Eichen- und Buchenabschnitte ganze Arbeit.

Das Vorliefern, also der Transport von frisch gefälltem Rundholz aus dem Bestand heraus zur nächsten Rückegasse oder ggf. direkt zur befestigten Waldstraße, gilt als idealer Arbeitsschritt, der heute wieder von Pferden übernommen werden kann – ganz im Einklang mit unserem Leitbild einer nachhaltigen, naturnahen Waldbewirtschaftung.

Zu den Vorteilen des Vorlieferns per Pferd gegenüber einem schlepperbasierten Beiseilen der Stämme zur nächsten Rückegasse gehören größere Gassenabstände, weniger Schäden an Böden und verbleibenden Bäumen, weniger fossiler CO2-Ausstoß sowie der Einsatz auch in schwierigstem Gelände und bei fast jedem Wetter: "Gerade in zunehmend milden Wintern, wenn aufgrund aufgeweichter Böden wochenlang nicht maschinell gerückt werden kann, erweist sich das Rückepferd als 'Joker'", so der Bendorfer Revierförster Johannes Biwer, der die aktuelle Maßnahme im Stadtwald veranlasst hat. "Mit dem Pferd können wir bodenschonend auch unabhängig vom Rückegassennetz direkt zur Waldstraße vorliefern."  

Natürlich kennt auch die Pferderückung ihre Grenzen: So brauchen die Tiere lange Ruhepausen. Die tägliche Einsatzdauer sollte 4 bis max. 5 h pro Pferd nicht überschreiten. Auch darf heute aus Gründen des Tierschutzes kein Starkholz mehr von Pferden gerückt werden. Die Obergrenzen liegen bei 0,6 Fm pro Ein- und 1,2 Fm pro Zweispänner. Die Rückung stärkerer Stämme bleibt also bis auf Weiteres modernen Holzerntemaschinen vorbehalten, die sich in Rheinland-Pfalz aber nur bei passender Witterung auf einem dauerhaften Netz aus Feinerschließungslinien (Rückegassen und Maschinenwegen) bewegen dürfen. Ein maschinelles Befahren des Waldbodens abseits dieser Linien ist in jedem Fall tabu.

 

Wald-Jugendspiele 2023

Ab sofort können sich dritte Klassen zu den diesjährigen Wald-Jugendspielen anmelden. Dies ist online über www.wald-jugendspiele.de möglich. Anmeldeschluss ist der 24. Februar 2023.

Die Wald-Jugendspiele im Forstamt Koblenz finden am

9. und 10. Mai im Stadtwald Koblenz und am 
16. Mai im Stadtwald Bendorf statt.

Für die Wald-Jugendspiele in Bendorf können sich nur Klassen aus den Städten Bendorf und Neuwied anmelden. 

 

50 Jahre „meisterhafter“ Umgang mit Fleisch- und Wurstwaren

Heinrich Becker, der Pächter des Wildladens im Forstamt Koblenz, konnte im Oktober 2022 eine seltene Ehrung entgegennehmen. Ihm wurde vom Präsidenten der Handwerkskammer Koblenz der Goldene Meisterbrief im Fleischerhandwerk überreicht.

Der 74-jährige Koblenzer weist durch seine Ausbildung, die Zusatzqualifikation zum Lebensmitteltechniker, Tätigkeiten bei der Bundesanstalt für Fleischforschung und als Ausbilder bei der Handwerkskammer Koblenz einen umfangreichen Erfahrungsschatz im Umgang mit Fleisch auf. 

Dem passionierten Jäger ist es heute besonders wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern die gesundheitlichen Vorteile von Wildfleisch zu vermitteln. Außerdem kann kein Fleisch ökologischer und artgerechter produziert werden als die Produkte unserer heimischen Wildarten von Reh- und Rotwild sowie vom Wildschwein. Heinrich Becker setzt auf beste Produktqualität mit höchstem Frischestandard bei Wild und Wildnebenprodukten. Daher bezieht er ausschließlich frisches Wild durch den EU-zertifizierten landeseigenen Wildverarbeitungsbetrieb beim Forstamt Soonwald. 

Interessierte Kunden können unterschiedliche Wildprodukte, von der Leberwurst über den Wildknacker bis hin zu Wildschweingulasch und Hirschrücken, sowie weitere saisonale und regionale Produkte während der Öffnungszeiten erwerben.

 

Forstamtsteam besucht Weltnaturerbe Grube Messel

Anfang Oktober unternahm unser Forstamtsteam einen Abstecher in den nahegelegenen tropischen Regenwald — oder vielmehr in das, was nach 48 Millionen Jahren in Deutschland noch davon übrig ist. Im Rahmen einer Fachexkursion zum Thema „Natur- und Bodendenkmalschutz“ besichtigten wir die Grube Messel in Südhessen, einst Ölschiefer-Tagebau, dann kurzzeitig Deponie, seit 1995 UNESCO-Welterbe dank ihres schier unerschöpflichen Reichtums an Fossilien aus dem Eozän.

Die Grube liegt in einem ehemaligen Maar — einem Vulkansee, unseren Eifelmaaren nicht unähnlich. Der See entstand in einer gewaltigen Explosion zu einer Zeit, als unsere Kontinente ihre heutige Position schon annähernd eingenommen hatten, das Klima aber noch bedeutend wärmer war. Tropische und subtropische Regenwälder, dominiert von frühen Vertretern der Palmen-, Lorbeer-, Rosen- und Buchenartigen und durchsetzt von allerlei Farnen und Schlingpflanzen, bedeckten das spätere Mitteleuropa. Im Dämmerlicht dieses Dschungels tummelten sich frühe Säugetiere, darunter Urpferdchen und -äffchen, vom „Hafer- und Bananenblues“ freilich noch weit entfernt. Auch Reptilien und Vögel — unmittelbare Nachfahren der damals bereits ausgestorbenen Dinosaurier — kreuchten und fleuchten durch Morast und Geäst, vom Krokodil bis zum Kolibri.

Viele von Ihnen fanden im Messeler Maar ihre letzte Ruhestätte. Ob ertrunken, erbeutet oder friedlich dahingeschieden — hinabgesunken in die sauerstoffarmen Tiefen des über 300 m tiefen Sees und bedeckt von feinsten Ton- und Algenschichten, die im Laufe der Jahrmillionen zu Ölschiefer wurden, blieben ihre Kadaver bis heute konserviert. Der Erhaltungszustand der Fossilien ist teilweise so gut, dass nicht nur die versteinerten Skelette, sondern auch Reste von Weichteilen, Mageninhalten, Federn und schillernden Insektenpanzern sichtbar sind, neben Unmengen von Laubblättern.

Dass die Grube solche Schätze birgt, war schon früh bekannt, doch erst nach über hundertjähriger industrieller Nutzung gelang es, sie mit dem Erwerb durch das Land Hessen 1991 für die Wissenschaft zu sichern und in der Folge als Welterbe unter Schutz zu stellen. Seither entwickeln sich die Tümpel, Schutthalden und Steilhänge des ehemaligen Tagebaus zu wertvollen Trockenbiotopen. Wald — wenn auch kein tropischer — hat inzwischen die Flanken der Grube besiedelt, derweil in zwei kleineren Feldern am Grubengrund systematisch weiter nach Fossilien gegraben wird. Akteure sind hier das Hessische Landesmuseum sowie die Senckenberg-Gesellschaft.

Die Präparierung der Fundstücke ist kein leichtes Unterfangen, denn das beim Bergen noch feuchte Gestein zerfällt in der Hand, sobald es austrocknet. Die Konservierungsmethoden wurden über die Jahre immer weiter verbessert. Im örtlichen Besucherzentrum sind allerdings nur wenige Originalfunde zu bestaunen: Die größten Schätze von Messel — etwa das Uräffchen „Ida“ oder das „Messeler Urpferd“ — finden sich auf Museen rund um den Globus verteilt.

Wie viele Schutzgebiete in unserer Kulturlandschaft ist auch die Grube Messel von menschlicher Pflege abhängig: Die Grube muss permanent entwässert werden, um nicht mit Grundwasser vollzulaufen, denn dies würde den Grabungen und damit weiteren spektakulären Entdeckungen zur Geschichte des Lebens auf unserem Planeten ein schnelles Ende setzen.   

 
 

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