In den staatlichen Eigenjagdbezirken (Waldflächen über 75 Hektar, die dem Land Rheinland-Pfalz gehören) nehmen die Landesforsten Rheinland-Pfalz entweder das Jagdausübungsrecht selbst wahr (Regiejagd), verpachten das Ausübungsrecht an Privatpersonen oder vergeben entgeltliche Jagderlaubnisscheine an Privatpersonen für kleinere Waldgebiete (Pirschbezirke).

In Rheinland-Pfalz hat der Staatswald eine nutzbare Jagdfläche von etwa 225.000 Hektar. 45 Prozent dieser Waldgebiete mit einer Fläche von etwa 100.000 Hektar sind an private Jägerinnen und Jäger verpachtet oder als Pirschbezirke vergeben.

In den verbleibenden etwa 125.000 Hektar üben die Forstämter die Regiejagd aus, indem sie gemeinsam mit zahlreichen privaten Jagdgästen, die gegen Entgelt Abschüsse kaufen können oder kostenfrei etwa zu Gesellschaftsjagden eingeladen werden, die notwendige Wildregulierung vornehmen. Rund 10.000 Jagdmöglichkeiten für die privaten Jägerinnen und Jäger in Rheinland-Pfalz können so alljährlich in den nichtverpachteten Jagdbezirken angeboten werden.

Jagdliche Zielvorgaben für den Staatswald

Landesforsten ist den klaren Beschlüssen des Landtags und den Verlautbarungen der Landesregierung zur Regulierung der Schalenwildarten und zur Nutzung der staatlichen Eigenjagdbezirke verpflichtet. Der Beschluss des Landtages aus dem Jahr 1997 hebt die Vorteile der Regiejagd als Mittel zum Zweck zur Umsetzung einer ökologisch orientierten Waldentwicklung hervor. Gleichzeitig wird ein ausgewogenes, den jeweils örtlichen Verhältnissen angepasstes System der Beteiligung der privaten Jägerschaft von Einzelabschüssen über Jagderlaubnisscheine und Gesellschaftsjagden bis hin zur Verpachtung gestaltet.

Die Landesregierung erwartet ferner von den Forstämtern die zielgenaue Umsetzung der vom Landtag und den Koalitionspartnern beziehungsweise den Koalitionspartnerinnen erarbeiteten Beschlüsse und Programme zur Waldentwicklung und zur Forstwirtschaft. Somit steht im Staatswald die Gemeinwohlverpflichtung und eine ökologisch orientierte Waldbewirtschaftung im Vordergrund. Planungen der Jagdnutzung und der Wildhege orientieren sich demnach vorrangig an den örtlich festgelegten waldbaulichen Zielen. Wildschadensvermeidung ist das zentrale Planungsziel bei einer deutlichen Reduzierung des Schutzaufwandes gegen Wild (Zaunschutz, Schälschutz, und so weiter). Bei der Verwirklichung und in Beachtung dieser Oberziele sind 

  • die Lebensräume unter anderem durch Bereitstellung von Daueräsungsflächen zu verbessern,
  • die Jagdmethode und -strategie anerkannten und modernen wildwissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen,
  • alle Belange des Tierschutzes zu beachten,
  • eine möglichst hohe Anzahl von Jagdgästen zu beteiligen,
  • hohe Einnahmen zu erzielen,
  • ein gesunder und artenreicher Wildbestand zu erhalten und
  • die Lebensräume seltener, nichtjagdbarer Wildarten zu entwickeln.

Die Landesforsten treten für eine verantwortungsbewusste Jagd ein: Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Wild als Mitgeschöpf, Verantwortungsbewusstsein aber auch gegenüber den Lebensräumen aller Wildarten, auch den selten gewordenen, Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Interessen der Mitjäger(innen) in den benachbarten Revieren und allen Menschen, die Wald und Natur legitimerweise als Nichtjäger(innen) nutzen wollen. Deshalb bleibt es Aufgabe der Regiejagd, gutes Beispiel für den Tierschutz, für die Lebensraumverbesserung, für die Anwendung der Wildforschung und für den Willen zur Kooperation mit der Jägerschaft, den Grundeigentümern und -eigentümerinnen sowie den Erholungssuchenden zu sein. 

Möglichkeiten für privat Jagende im Staatswald

Auf den Regiejagdflächen der Landesforsten werden über die örtlichen Forstämter nahezu flächendeckend umfangreiche Angebote zur Bejagung der verschiedensten Wildarten angeboten. Es ist sowohl die Einzeljagd als auch die Gesellschaftsjagd möglich. Die Entgelte sind den jeweils vor Ort unterschiedlichen Abschussmöglichkeiten angepasst. Jedes Forstamt erteilt entsprechende Informationen.

Jagdangebote der Forstämter