(Februar 2018)

Als Folge der anhaltend guten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland schätzt die deutsche Holzpackmittelindustrie, dass 2017 mit der Verarbeitung von insgesamt rd. 6,4 Mio. m3 Holz (Schnittholz und Holzwerkstoffe) neue Produktionsrekorde bei Kisten, Kabeltrommeln und Paletten erzielt wurden. Die Palettenproduktion Deutschlands, in die fast ¾ des Holzbedarfs der Branche fließen, wird 2017 voraussichtlich 110 Mio. Stück erreichen, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von knapp 7% entsprechen würde. Die Mengen aller Holzpackmittel insgesamt wuchsen allerdings im Vorjahr weniger stark als die korrespondierenden Umsätze, ein Hinweis darauf, dass die Durchschnittspreise für Holzpackmittel auch 2017 unter Druck standen. Gleichzeitig war die Holzpackmittelindustrie auf der Produktionsseite konfrontiert mit steigenden Kosten für die Beschaffung der benötigten Holzprodukte, aber auch für Personal und Transportleistungen. Die Ertragslage der Holzpackmittelhersteller hat sich somit nicht in dem Maße verbessert, wie dies die gute Mengenkonjunktur und der Produktionszuwachs erwarten ließe.

Vor dem Hintergrund einer weiterhin gut laufenden Binnen- und Exportkonjunktur in Deutschland erwartet die Verpackungs- und Palettenindustrie im laufenden Jahr einen weiteren Ausbau ihrer Produktionskapazitäten, eine gute Auslastung ihrer Werke und eine nochmalige Zunahme des Produktionsvolumens aller Holzpackmittel – bei dennoch anhaltender Konkurrenzsituation. Mit dem wachsenden Holzbedarf der Branche dürfte sich zudem ihr Holzeinkauf verteuern, so dass trotz guter Mengenkonjunktur eine spürbare Verbesserung der Ertragslage nur eintreten wird, wenn es der Holzpackmittelindustrie gelingt, die Verkaufspreise für ihre Produkte und Dienstleistungen deutlich nach oben zu bewegen.

Die Geschäftslage der reinen Nadelverpackungsholz-Sägewerke hat sich im letzten Jahr und zu Begin des neuen Jahres leicht verbessert. Die Auftragslage dieser Werke zeigt sich vergleichsweise stabil, das Verpackungsschnittholz wird von den Packmittelproduzenten zu steigenden Preisen nachgefragt, und auch die Preise auf den Sägerestholzmärkten haben im Verlauf des Jahres 2017 angezogen. In neuen Liefervereinbarungen 2018 wurden daher bundesweit die Rundholzpreise für Nadelverpackungshölzer in der Regel fortgeschrieben, vereinzelt auch erhöht.

Der Landesbetrieb von Landesforsten hat über alle Waldbesitzarten im Jahr 2017 rd. 259.000 fm Nadelverpackungsholz fakturiert und dabei einen Durchschnittserlös von 55,18 €/fm erzielt, was gegenüber 2016 ein Mengenplus von 11% und einen unveränderten Durchschnittserlös bedeutet. Die Zentralkunden-Verträge des zweiten Halbjahres 2017 sind – zurückzuführen wohl auf die witterungsbedingt schwierigen Produktionsbedingungen im Herbst 2017 und zum Jahresbeginn – noch nicht ganz ausgeliefert.

Die von den Forstämtern zum Verkauf für das erste Halbjahr 2018 gemeldeten Nadelverpackungshölzer, in summa fast 10% mehr als im 2. Halbjahr 2017, sind vollständig zu stabilen bis anziehenden Preisen vermarktet. Die Mengenwünsche der Kunden konnten nicht immer befriedigt werden, begrenzte Mehrmengen sollten daher auch weiterhin vermarktbar sein. In Langenbach/Westerwald hat das SEO-Sägewerk, das vor allem Verpackungsholz, aber auch bisher nicht sägefähige Nadelindustriehölzer verarbeiten (stofflich-energetisch optimieren) soll, den Betrieb aufgenommen und in dieser Region den Wettbewerb um Palettenabschnitte und Nadelindustriehölzer weiter verschärft.