Nadel-Industrieholz; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Nadel-Industrieholz; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

(Februar 2018)

Die noch zum Jahreswechsel 2016/2017 feststellbare Überangebotssituation auf den Märkten sowohl für Nadelindustrieholz FK wie auch für Schleifholz hat sich dank einer anhaltend stabilen Produktionstätigkeit der Holzwerkstoff-, Papier-/Zellstoff- und auch Pelletindustrie im Verlauf des Jahres zunehmend entspannt. Wie vom Waldbesitz erhofft wurden die waldseitig lagernden Industriehölzer im Frühjahr zügig abgefahren, so dass schon im 2. Quartal 2017 die Nadel-FK-Waldlager wieder das übliche Niveau erreichten. Die Stabilisierung der Nadelindustrieholzmärkte setzte sich als Folge des hohen Rohstoffbedarfs der Industrie im weiteren Jahresverlauf fort. Erste Verarbeiter zeigten sich bereits zu Beginn des zweiten Halbjahres wieder für begrenzte Industrieholz-Mehrmengen aufnahmefähig. In den bundesweit meist zum Jahresende verhandelten Nadel-FK- und Schleifholzverträgen für 2018 wurden die Preise teils fortgeschrieben; teils konnte aber der Waldbesitz auch schon wieder leichte Preisanhebungen umsetzen.

In Rheinland-Pfalz hat der Landesbetrieb von Landesforsten im Jahr 2017 über alle Waldbesitzarten hinweg rund 400.000 Festmeter Nadelindustrieholz fakturiert (etwa 5% mehr als 2016), davon 20% Fichtenschleifholz, 80% Nadelindustrieholz FK, zu einem Durchschnittserlös, der 10% unter dem Wert des Vorjahres lag. Die Abfuhr des Holzes verlief über das ganze Jahr hinweg, abgesehen von einzelnen witterungsbedingten Störungen, problemlos. Der landesweite Nadel-FK-Waldlagerbestand in Rheinland-Pfalz erreichte Anfang Februar 2018 das niedrigste Niveau seit zwei Jahren; Schleifholz-Waldlager sind nicht vorhanden.

In den Herbstmonaten 2017 war witterungsbedingt die Holzernte und Rückung in Rheinland-Pfalz erheblich erschwert, so dass zum Jahreswechsel 2017/2018 rund 30.000 Festmeter Nadelindustrieholz auf Verträge 2017 noch nicht ausgeliefert waren, davon etwa 1/3 Schleifholz und 2/3 Nadelindustrieholz FK. Insbesondere die Schleifholzabnehmer, deren Verträge zum Jahresende 2017 nur zu 85% erfüllt waren, haben die verzögerte Bereitstellung der vereinbarten Liefermengen thematisiert und eine zügigere Auslieferung angemahnt. Da alle Nadelindustrieholzkäufer die Restauslieferung auf die „Altverträge“ in 2018 wünschten, war in den Verhandlungen der Verträge 2018 das Mengenangebot des Landesbetriebes vergleichsweise knapp. Sämtliche von den Forstämtern für 2018 zur Vermarktung gemeldeten Nadelindustriehölzer, alle Qualitäten, konnten daher zu steigenden Preisen (Preisplus etwa 2 bis 3%) vermarktet werden, wobei in der Region Westerwald/Taunus die Inbetriebnahme des SEO-Sägewerks in Langenbach/Westerwald die Nachfrage nach Nadelindustrieholz zusätzlich belebt hat. Unverkauft blieben lediglich diejenigen Hölzer, die im zweiten Halbjahr für die Lieferung an Holzhändler/Forstdienstleister vorgesehen sind. Die Mengenwünsche der Kunden wurden mit den neuen Verträgen nicht befriedigt, weder beim Nadelindustrieholz FK noch beim Schleifholz, so dass die Kunden in 2018 für Mehrmengen weiter aufnahmefähig bleiben dürften.