Brennholz baumfallend lang versus Industrieholz: die Konkurrenz der Verwendungen besteht weiterhin und kurbelt die Nachfrage an.; Bild: Andreas Boll
Brennholz baumfallend lang versus Industrieholz: die Konkurrenz der Verwendungen besteht weiterhin und kurbelt die Nachfrage an.; Bild: Andreas Boll

(Februar 2018)

Die Holzwerkstoff- und Zellstoffindustrie war 2017 bundesweit sehr gut mit günstigem Laubindustrieholz versorgt, nachdem sie zum Jahreswechsel 2016/2017 bei stagnierender Brennholznachfrage und einem hohen waldseitigen Laubindustrieholzangebot Verträge für 2017, teils auch bereits für 2018, mit großen Mengengerüsten zu deutlich rückläufigen Preisen vereinbaren konnte. Zum Jahresende 2017, nach einem vielerorts nassen Herbst, in dem etliche Forstbetriebe witterungsbedingt die Laubholzernte zurücknehmen mussten und sich dadurch spürbare Lieferrückstände aufbauten, zeichnete sich in den Verhandlungen für 2018 ein weiter steigender Laubindustrieholzbedarf der holzverarbeitenden Industrie ab, so dass die Preise in den neuen Laubindustrieholzverträgen 2018 mindestens fortgeführt, teils leicht, in den östlich gelegenen Bundesländern sogar stärker angehoben werden konnten.

In Rheinland-Pfalz hatte der Landesbetrieb von Landesforsten für das Jahr 2017 235.000 Festmeter (Fm) Laubindustrieholz (mit geringen Anteilen Laubenergieholz) in Vorverträge mit Zentralkunden eingebunden, rund 20% mehr als 2016, aber zu einem um 15% niedrigeren Preisniveau. Als Folge einer leichten Belebung der Brennholznachfrage, aber auch der schwierigen Produktionsbedingungen im Herbst 2017 wurden diese Vertragsmengen bis zum Jahresende 2017 lediglich zu knapp 90% ausgeliefert. Über alle Waldbesitzarten hinweg hat der Landesbetrieb 2017 rund 204.000 Fm Laubindustrieholz, davon etwa 80% Buche, fakturiert (etwa 4% mehr als 2016), zu einem Durchschnittserlös, der 11% unter dem Wert des Vorjahres lag. Die Abfuhr des Holzes verlief über das ganze Jahr hinweg einigermaßen zufriedenstellend, das Laubindustrieholz-Waldlager der Zentralkunden hat sich allein im letzten Quartal 2017 von landesweit 90.000 Fm Anfang Oktober auf etwa 65.000 Fm Ende Dezember abgebaut.

In den Verhandlungen für 2018 haben unsere Laubindustrieholzabnehmer erklärt, dass sie die Restauslieferung der Verträge 2017 – zum Jahresbeginn 2018 landesweit immerhin noch rund 25.000 Fm - wünschen. In den neuen Verträgen 2018 hat Landesforsten knapp 220.000 Fm Laubindustrieholz (mit geringen Anteilen Laubenergieholz) an Zentralkunden vermarktet, etwas mehr als 80% der von den Forstämtern zum Verkauf an Zentralkunden 2018 geplanten Laubindustrie- und -energiehölzer. Dabei konnten die Preise 2018 leicht, um etwa 2%, angehoben werden. Mit den Restmengen, die in diesem Jahr noch auf die Verträge 2017 ausgeliefert werden müssen, und den Vorvertragsmengen 2018 sind die Mengenwünsche der Industrie für das Jahr 2018 ausgereizt, so dass Mehrmengen darüber hinaus in diesem Jahr wohl kaum mehr mit unseren Kunden vereinbart werden können.