(Februar 2018)

Die gute konjunkturelle Entwicklung und eine florierende Bauwirtschaft sorgten in Deutschland auch in 2017 für eine insgesamt lebhafte Nachfrage nach Nadelstammholz. Von allen Nadelholzsägewerken wurde als klassisches Bauholz besonders frische Fichte, aber auch Douglasie und Lärche nachgefragt. Verhaltener zeigte sich allerdings die Nachfrage bei Kiefernstammholz, da hier die Käufer überregional durch die Sommer- und Herbststurmschäden sowie das hohe Käferholzaufkommen in Polen und Süddeutschland verunsichert wurden. So hat sich zwar im vierten Quartal 2017 die Nachfrage nach Kiefer saisonbedingt belebt, aber die Preise standen dennoch in Süddeutschland durch das dortige Überangebot an Käferholz, in Nord- und Ostdeutschland durch die starken Gewittersturmschäden in polnischen Kieferngebieten unter Druck.

Im Jahr 2017 hat der Landesbetrieb von Landesforsten Rheinland-Pfalz über alle Waldbesitzarten hinweg rd. 100.000 fm Kiefernstammholz L SB, 15% mehr als in 2016, fakturiert, zu einem Durchschnittserlös, der etwa 4% unter den Vorjahreswert sank. Bei der Lärche L SB waren 2017 von Landesforsten rd. 28.000 fm verkauft worden (- 12% gegenüber 2016), zu einem um 2% gegenüber 2016 reduzierten Durchschnittserlös.

Auch wenn sich einzelne Säger im Herbst wegen der kalamitätsbedingten Marktunsicherheiten mit dem Einkauf von Kiefer zurück hielten, konnte der Landesbetrieb doch in den Kiefer-„Winterverträgen“ der Saison 2017/2018 (01.10.2017 bis 31.03.2018) das von den Forstämtern geplante Produktionsvolumen fast vollständig verkaufen, zu Preisen, die weitgehend den Preisen der „Winterkiefer 2016/2017“ entsprachen. Für die im zweiten Quartal 2018 geplante Kiefer ist bereits ebenfalls ein Vorvertrag abgeschlossen, allerdings wegen der erhöhten Bläuegefahr zu gegenüber der Winterkiefer um etwa 7 bis 8% reduzierten Preisen. Als Folge der witterungsbedingten Produktionserschwernisse im Spätherbst 2017 und zu Jahresbeginn liegt der aktuelle Auslieferungsstand deutlich hinter den vereinbarten Liefermengen zurück. Ziel der nächsten Wochen muss es daher sein, die Bereitstellung zu beschleunigen und die bis 31.03.2018 zu liefernde Kiefer möglichst vollständig vorzuzeigen, da Kieferlieferungen ab dem zweiten Quartal 2018 preislich abgewertet werden. Auch sämtliche bis 30.06.2018 geplanten Lärchenstammhölzer wurden bei fortgeschriebenen Preisen in Vorverträge eingebunden.

Bei boomender Konjunktur werden in der zweiten Jahreshälfte alle Nadelstammhölzer wieder rege nachgefragt sein, zumal dann auch die in der Region Nord bei den Orkantiefs 'Burglind' und 'Friederike' im Januar angefallenen Windwurfhölzer weitgehend vermarktet sein werden und insbesondere im Raum Westerwald/Taunus ein deutlich reduziertes Fichtenstammholzaufkommen zu erwarten ist. Stammhölzer der Holzarten Kiefer und Lärche, die von den Januar-Windwurfschäden kaum betroffen waren, werden im weiteren Jahresverlauf ihre Abnehmer finden. Da sägefähige Kiefer aus Einschlag im zweiten und dritten Quartal 2018 wegen des Bläuerisikos preislich schwächer bewertet wird, ist es - auch im Sinne eines möglichst umfänglichen Kiefernangebotes zum Jahresende - zweckmäßig, insbesondere im dritten Quartal geplante Produktionsmengen auf das unumgänglich notwendige Maß zu reduzieren und möglichst in das vierte Quartal zu verschieben.