"Marktanreizprogramm Erneuerbare Energien" des Bundes auf Kommunen ausgeweitet 

- deutliche Verbesserung der Förderung von Holzheizungen - 

Im Interesse einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Energieversorgung und angesichts der nur begrenzten Verfügbarkeit fossiler Energieressourcen sowie aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes ist es erforderlich, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Hierzu bedarf es eines Anreizes, Technologien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien verstärkt zu nutzen. Das Marktanreizprogramm erneuerbarer Energien des Bundes fördert diese Technologien durch Zuschüsse, günstige Darlehen und Teilschulderlasse. 

Bisher konnten Rheinland-Pfälzer als Privatpersonen, als freiberuflich Tätige sowie als kleine und mittlere private gewerbliche Unternehmen bei Investitionen in Biomasseheizungen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beziehungsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert werden. 

In diesen Programmen waren aber Kommunen, kommunale Betriebe, Zweckverbände, sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts und eingetragene Vereine bisher nicht antragsberechtigt, obwohl gerade diese von den Gebäuden her die für Biomasseheizungen optimalen Objekte unterhalten. 

Mit der neuen Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien des Bundes sind nun auch diese ab 01.01.04 förderfähig. Voraussetzung ist eine öffentlichkeitswirksame Vorstellung des Vorhabens. 

Kleine Biomasseanlagen (bis 100 Kilowatt) werden durch Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Größere Biomasseanlagen (größer 100 Kilowatt) sowie Biogasanlagen werden mit zinsgünstigen Darlehen, zum Teil mit Teilschulderlass in Form eines Zuschusses, durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. 

Bei automatisch beschickten Biomasseanlagen (Pellet- und Hackschnitzelheizungen) beträgt der Zuschuss künftig 60 Euro pro Kilowatt -bisher 55 Euro-, maximal 275.000 Euro pro Einzelanlage. Bei Anlagen ab 100 Kilowatt kommt ein besonders zinsgünstiger Kredit der KfW hinzu. 

Bei Anlagen bis 100 Kilowatt Nennleistung ist der Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), bei Anlagen größer 100 Kilowatt Nennleistung bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu stellen ( www.kfw.de www.bafa.de ). 

Hinzu kommt die Förderung von Nahwärmenetzen über die KfW durch einen Teilschulderlass in Höhe von 50 Euro pro Meter Rohrleitung (bei Mindestwärmeabsatz von 1,5 Megawattstunden pro Jahr und Meter Rohrlänge), maximal 600.000 Euro. 

Sehr attraktiv vor allem für Wohngebäude ist die Förderung von Holz- und Pellet-Öfen ohne Dämmung, die zum Beispiel direkt im Wohnzimmer stehen. Voraussetzung ist die Einbindung in ein Zentral-Heizungssystem. Diesen Heizsystemen soll mit einer Mindestfördersumme von 1.000 Euro Aufschwung verliehen werden. 

Daraus ergibt sich eine deutliche Verbesserung der Förderung gerade für kleine Holzheizungen, in der Regel Holzpelletheizungen. Holzpellets werden aus reinem, unbehandeltem Holz ohne Zusatz von synthetischen Bindemitteln aus Restprodukten der Holzindustrie gepresst. Dies beinhaltet, dass nicht nur bei Holzhackschnitzelheizungen, sondern auch bei Holzpelletheizungen das Holz der Waldbesitzer eine sinnvolle, energetische Verwendung findet. 

Heizsysteme auf Holzhackschnitzelbasis sind für Anlagen mit einem Leistungsbereich von größer 500 Kilowatt sehr gut geeignet, während Anlagen bis zu diesem Leistungsbereich für Holzpellets prädestiniert sind. Gerade Holzpelletheizsysteme entwickeln sich in immer größere Leistungsbereiche. Schon heute sind Anlagen bis zu einer Leistung von 700 Kilowatt wirtschaftlich gegenüber Öl und Gas. Ein Schulzentrum benötigt in der Regel eine 200 bis 300 Kilowatt-Anlage.

Holzpellets

Gerade bei kleinen Holzheizungen besitzen Pellets gegenüber Holzhackschnitzeln enorme Vorteile:

     

  • Die Pellets haben einen Durchmesser von 6 bis 8 Millimeter bei einer Länge von 1 bis 3 Zentimeter.
  • Durch den einheitlichen Wassergehalt von etwa 8 Prozent ist eine problemlose Lagerung in geschlossenen, trockenen Räumen gewährleistet.
  • Pellets haben einen Energiegehalt von etwa 4,9 Kilowattstunden pro Kilogramm bei 10 Prozent Wassergehalt.
  • In der Regel kann der vorhandene Öllagerraum genutzt werden.
  • Der Ascheanfall ist geringer als 0,5 Prozent.
  • Ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter beheizter Wohnfläche hat etwa einen Mengenbedarf von 4 bis 6 Tonnen Holzpellets pro Jahr. Dies entspricht einem Raumbedarf von etwa 9 Quadratmeter .
  • Der Transport findet über einen „Tankwagen“ statt, der die Pellets zum Beispiel durch ein Kellerfenster in den Lagerraum bläst.
Grafik: Holzpellets sind ebenso bequem liefer- und lagerbar wie fossile Brennstoffe

Kommentar:
Mit der Erweiterung des Kreises der Antragsberechtigten auf Kommunen und Gebietskörperschaften bietet diese neue Förderrichtlinie des Bundes jetzt eine Chance auf umfassende Umsetzungen von Biomasseheizungen gerade im öffentlichen Bereich. Nutzen Sie die Möglichkeit, auf moderne, zukunftsfähige Technologien zurück greifen zu können, die Wirtschaftskraft in ihrer Region zu stärken und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Margit Conrad, Ministerin für Umwelt und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
Ernst Walter Görisch, Vorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz
Hermann Ilaender, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz

Weiterführende Informationen zu Richtlinien / Antragsformularen finden Sie bei den Ansprechpartnern zum Förderprogramm Erneuerbare Energien:

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Bereich Erneuerbare Energien
Frankfurter Straße 29 -35
65760 Eschborn
Tel. 06196 / 908-625
Fax 06196 / 908-800
Internet: http://www.bafa.de/

Kreditanstalt für Wiederaufbau (K f W)
Palmengartenstraße 5-9
60325 Frankfurt/Main
Tel. 069 / 7431-0
Fax 069 / 7431-2944
Internet: www.kfw.de