Brennholz ist nicht gleich Brennholz. Jede Baumart hat andere Eigenschaften;Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz, Markus Hoffmann
Brennholz ist nicht gleich Brennholz. Jede Baumart hat andere Eigenschaften;Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz, Markus Hoffmann

Von der Steinzeit bis in die vorindustriellen Epochen wurden überwiegend Brennstoffe der regenerativen Art, hauptsächlich Holz, zur Energiebereitstellung genutzt. Weshalb man Holz wohl sicher als den ältesten vom Menschen genutzten Energieträger bezeichnen kann.
In der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders und den nachfolgenden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde Brennholz immer mehr durch fossile Brennstoffe ersetzt, was auch gleichzeitig als ein Indikator für sozialen Wohlstand angesehen wurde. Durch die latenten Kämpfe und Krisen um Erdöl und fossile Energie und die daraus resultierenden Preiserhöhungen in Verbindung mit einem steigenden Umwelt- und sozialen Bewusstsein, halten seit nunmehr gut 20 Jahren die regenerativen Energien erfreulicherweise wieder Einzug in unser Leben.

Bei der Wärmebereitstellung durch erneuerbare Energien ist Energie- und Brennholz in Rheinland-Pfalz die „Nr. 1“!

Die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder garantiert, dass Brennholz auch zukünftig dauerhaft zur Verfügung steht. Allerdings wird eine große Menge unseres Brennholzes ineffizient verbrannt, was wirtschaftlich unbefriedigend und umweltbelastend ist.
Auf den nachfolgenden Seiten sollen deshalb die beiden Hauptfehler beim Heizen mit Holz aufgezeigt und beseitigt werden. Diese liegen in der Verwendung von nassem Holz und dem Einsatz von alten, ineffizienten Öfen und Kesseln. Zudem sollte unser Ziel sein, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Dies kann insbesondere durch die energetische Sanierung unserer Wohnungen und Häuser erfolgen.

Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder in Kombination mit dem effizienten Einsatz des Rohstoffes garantiert, dass Brennholz auch zukünftig zur Verfügung steht.

Heizen mit Holz

"Effizient heizen mit Holz"; Film: Sören Kannegieser
Faszination Feuer; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Faszination Feuer; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Heizen mit Holz ist dank moderner Holzheizsysteme umweltfreundlich und effizient. Eine kostenlose Broschüre des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten gibt ausführlich Auskunft, wie der nachwachsende und klimafreundliche Energieträger am besten eingesetzt wird. Sie können die Broschüre hier herunterladen oder das Beim Wirkungsgrad der Anlage kommt es auf die Technik an. Jahreswirkungsgrade können durch Solaranlagen und große Pufferspeicher verbessert werden.

Die verschiedenen Baumarten unterscheiden sich bezüglich ihres Heizwertes (Energiegehaltes). Trockenes Holz (Qualitätsholz) mit einem Wassergehalt von weniger als 20 Prozent liefert unabhängig von der Baumart besonders intensive, langanhaltende Wärme. Bezogen auf das absolute Trockengewicht ist der Energiegehalt aller Baumarten nahezu gleich. Die Nadelhölzer sind wegen ihrer besseren Zündeigenschaften besonders für die Anheizphase geeignet. Diese positive Eigenschaft wird beim Feuermachen durch den Aufbau eines feinstaubmindernden Anfeuerungsmoduls zusätzlich unterstützt.

Einzelteile Anfeuermodul (vier Nadelholzscheite, drei mal drei Zentimeter, zwanzig Zentimeter lang und eine Anzündhilfe); Bild: Titzja Schmidt
Einzelteile Anfeuermodul
Aufgebautes Anfeuermodul; Bild: Titzja Schmidt
Aufgebautes Anfeuermodul
Platziertes Anfeuermodul; Bild: Titzja Schmidt
Platziertes Anfeuermodul; Alle Bilder: Titzja Schmidt
Energiegehalt Holzart
2.150 Kilowattstunden pro Raummeter Eiche, Robinie, Esskastanie
2.100 Kilowattstunden pro Raummeter Rotbuche, Esche, Hainbuche
1.900 Kilowattstunden pro Raummeter Birke, Ulme, Ahorn
1.800 Kilowattstunden pro Raummeter Douglasie, Kiefer, Lärche
1.500 Kilowattstunden pro Raummeter Erle, Fichte,
1.400 Kilowattstunden pro Raummeter Weide, Tanne,
1.200 Kilowattstunden pro Raummeter Pappel

10 Gründe für Holzenergie

Brennholz - ein CO₂-neutraler Brennstoff; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz; Ingrid Lamour
Brennholz - ein CO₂-neutraler Brennstoff; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz; Ingrid Lamour
  • Holznutzung in Rheinland-Pfalz erfolgt nachhaltig
  • Holz verbrennt CO₂-neutral
  • Holzheizende sind unabhängig von fossilen Energieträgern
  • Holz ist ein wirtschaftlicher Brennstoff
  • Holznutzung dient der Waldpflege
  • Holz ist ein regionaler Rohstoff mit kurzen Wegen
  • Holznutzung sichert Arbeitsplätze im ländlichen Raum
  • Holznutzung schont fossile Reserven
  • Holzasche ist ein wertvoller Dünger
  • Holz ist ein ungefährlicher Transportstoff

Maßeinheiten

Die übliche Maßeinheit beim Brennholz ist der Raummeter, abgekürzt “Rm”. Darunter versteht man einen Kubikmeter aufgesetztes 1 m langes Scheitholz, bei dem auch der Luftraum zwischen den Scheiten und Rollen mitgerechnet wird. Daher entspricht der Raummeter nur 0,7 Kubikmeter reiner Holzmasse.

Wird Brennholz frei Haus ofenfertig zugeschnitten angeliefert, so ist der Hohlraumanteil höher. Deshalb entspricht ein Schüttraummeter nur knapp 0,5 Kubikmeter reiner Holzmasse.

Achten Sie beim Bestellen bzw. beim Kauf von Brennholz deshalb immer auf die Einheiten: i.d.R. Raummeter oder Schüttraummeter!

Die Maßeinheit Schüttkubikmeter (Sm³) wird lediglich bei Hackschnitzeln verwendet und nicht bei Scheitholz.

1 Festmeter (Fm) entspricht 1 Kubikmeter feste Holzmasse ohne Zwischenräume (zum Beispiel Stammholz, Industrieholz lang)
1 Raummeter (Rm) oder Ster entspricht 1 Kubikmeter gesetztes Holz inklusive Zwischenräume (zum Beispiel Brennholz, Industrieholz kurz)
1 Schüttraummeter (SRm) entspricht 1 Kubikmeter geschüttetes Brennholz ofenfertig inkl. Zwischenräume
1 Schüttkubikmeter (Sm³) entspricht 1 Kubikmeter Hackschnitzel
1 Fm 1 Rm 1 SRm 1 Sm³
100 % Holz 70 % Holz 50 % Holz 40 % Holz
0 % Luft 30 % Luft 50 % Luft 60 % Luft
1 Rm = 0,7 Fm 1 SRm = 0,5 Fm 1 Sm³ = 0,4 Fm

Lagerungsempfehlungen

Brennholz muss vor dem Verbrennen 2 bis 3 Jahre luftig gelagert werden; Bild: Johannes Krisinger
Brennholz muss vor dem Verbrennen 2 bis 3 Jahre luftig gelagert werden; Bild: Johannes Krisinger

Die optimale Vorbereitung:

  • Brennholz wird am besten zwischen November und Februar geschlagen und sofort - vor dem Lagern! -fein gespalten (8 – 12 cm) und auf Ofenlänge geschnitten. Auch dünnere Rundstücke sollten aufgespalten werden. Diese Maßnahmen fördern wesentlich das Austrocknen des Holzes.

Das Brennholzlager:

  • Brennholz muss vor dem Verbrennen 2 bis 3 Jahre luftig gelagert und vor Regen und Feuchtigkeit geschützt werden. Das gespaltene Brennholz muss auf Unterlagen ca. 20 bis 40 cm vom Boden aufgesetzt werden. Dazu eigenen sich besonders gut gebrauchte Einwegpaletten.Der Untergrund sollte möglichst befestigt sein.
  • Zur Südseite sollte das Lager - wenn möglich - offen sein.
  • Brennholz lagert am besten unter einem vorgezogenen Dach, z.B. entlang der Hauswand oder in einer luftigen Holzhütte. Auf eine gute Hinterlüftung ist bei einer Lagerung an der Hauswand zu achten.
  • Im Kreuzstapel geschichtet trocknet es am schnellsten.
  • Zwischen den Holzstößen sollte eine Handbreit Platz sein, um eine Belüftung sicher zu stellen 
  • Brennholz niemals in eine Plastikplane ganz „einpacken“. Holz braucht Luft und Wind zum Trocknen.
  • Lagern Sie frisch geschlagenes Holz nicht im Keller. Dort kann es nicht austrocknen, sondern stockt. Nur ganz trockenes Holz kann in einem gut belüfteten Keller zwischengelagert werden.

Holz-Sonne-Kopplung

Einbau von zwei „Saison Solarspeichern“ in ein zu 100 % solar beheiztes Mehrfamilienhaus; Bild: Archiv Firma Jenni, Schweiz
Einbau von zwei „Saison Solarspeichern“ in ein zu 100 % solar beheiztes Mehrfamilienhaus; Bild: Archiv Firma Jenni, Schweiz

Immer mehr Häuser verfügen über eine solarthermische Anlage zur Erzeugung von Warmwasser, seltener jedoch über eine sonnenseitige Heizungsunterstützung. Seit 2001 wurden in Rheinlandpfalz etwa 100.000 solarthermische Anlagen errichtet, über 65.000 davon mit Fördermitteln. 
Aktuell gibt es nur wenige Sonnenhäuser. Darunter versteht man Gebäude, die zu mehr als 50 Prozent ganzjährig mit Solarwärme versorgt werden. Diese Sonnenhäuser sind sehr gut isoliert, mit einer großen Solarthermieanlage auf dem südlich exponierten Dach und einem Saison-Pufferspeicher ausgestattet, sie stellen die Zukunft des energiesparenden Bauens und Sanierens dar. 

Das Ziel eines Hausheizsystems sollte sein, die Grundlast des Heizbedarfs über die Sonne bereitzustellen und dann insbesondere in den Wintermonaten das bereits vorerwärmte Wasser durch den Einsatz von geringen Mengen an konventioneller Energie (Biomasse oder auch - wenn nicht anders machbar - fossil) auf die nötige Heizungstemperatur zu erwärmen. 
So lässt sich insgesamt die größte Unabhängigkeit von allen Energieträgern erreichen.

Süddachseite ganzflächig mit Solarkollektoren und einer Zeile Photovoltaik eingedeckt; Bild: Solarverein Trier
Süddachseite ganzflächig mit Solarkollektoren und einer Zeile Photovoltaik eingedeckt; Bild: Solarverein Trier

Beschreibung eines Sonnenhauses:
Um mehr als 60 % des Jahreswärmebedarfs eines Einfamilienhauses durch die Sonne erzeugen zu können, benötigt man ein modernes oder modernisiertes, gut gedämmtes Haus. Folgende Punkte sollten beachtet werden:

  • ca. 50 -60 m² Kollektorfläche. Diese sollte ausreichen, um ca. die Energie von bis zu 2.000 Litern Heizöl/Jahr zu erzeugen.
  • Süddachseite nicht eindecken, auf die Sparren wird ausschließlich eine Folie aufgebracht, auf welcher die Kollektoren gebaut werden.
  • Süddachseite Neigung ab 50° besser 65 °. Dadurch wird die Wintersonne besser genutzt und einer Überhitzung der Anlage im Sommer vorgebeugt.
  • einen schlanken, zweigeschossigen Pufferspeicher mit guten Schichtungseigenschaften.
  • 150 –bis 200 Liter Puffervolumen pro 1 m² Solarkollektorfläche.
  • Pufferspeicher mit mindestens 12 bis 15 m³ Volumen.
  • Einbau eines Heizstabes in den Pufferspeicher, um Strom zur Erwärmung des Wassers bei Zeiten mit negativen Strompreisen zu nutzen.
  • Dämmdicke der Speicherisolation möglichst 25 bis 30 cm.
  • Niedertemperaturheizung, d.h. Fußboden- und/oder Wandheizung.
  • kleiner Holz- oder Pelletofen im Wohnzimmer mit Wassertaschen zum winterlichen.-Holzbedarf: 1-2 Rm (Raummeter) Scheitholz/Jahr.

Der Aufbau regenerativer Heizungssysteme mit Holz und Sonne und die Neu- und Ersatzbeschaffung von nunmehr effizienten Heizkesseln wird durch vielfältige Förderungen auf Bundes und Landesebene unterstützt.

Intensiv mit der solarthermischen Nutzung der Sonne beschäftigten sich die inzwischen zahlreichen Solarvereine, von denen explizit der Solarverein Trier und das Sonnenhaus-Institut hier genannt seien. 
Diese sind unter den folgenden Webseiten erreichbar.

http://www.solarverein-trier.de/

http://www.sonnenhaus-institut.de/index.html

>> Weitere Publikationen zum Thema Holz und „Heizen mit Holz und Sonne“

Holz-Sonne-Kopplung Referenzobjekt:

(PDF-Dokumente, jeweils 700 KB bis 1 MB)

Sonnenhaus Referenzobjekte auf den Seiten von:

Sonnenhaus Institut: http://www.sonnenhaus-institut.de/index.html
Jenni Energietechnik AG: http://www.jenni.ch/fotos.htm

Synergieeffekte

Hauspufferspeicher; Bild: Archiv Firma Jenni, Schweiz
Hauspufferspeicher; Bild: Archiv Firma Jenni, Schweiz

Große Effizienzsteigerung durch den Einsatz von Pufferspeichern bei der Holz-Sonne-Kopplung

Der Einbau eines ausreichend dimensionierten Pufferspeichers hat sowohl für den Geldbeutel des Hausbesitzenden, als auch für die Umwelt große Vorteile. In einigen neuen Holzheizanlagen werden die Pufferspeicher sogar über die gesetzlichen Vorschriften hinaus in einer Größenordnung von 100 oder mehr Liter Puffervolumen pro kW Kesselleistung eingebaut. Der Grund dafür liegt im kaum regelbaren Abbrand von Scheitholz. Um mit höchstem Wirkungsgrad und geringsten Emissionen zu verbrennen, muss Holz mit viel Sauerstoff, das heißt unter hohen Temperaturen, rasch abbrennen. 
Der dabei in kurzer Zeit in Wärme umgesetzte Energiegehalt des Holzes kann in einem gut isolierten Speichergefäß bis zum endgültigen Verbrauch "zwischengelagert" werden. In großen Pufferspeichern kann diese Wärme auch eine längere Zeit gespeichert werden, so dass man seltener Anheizen muss. Der Pufferspeicher erhält damit den Charakter eines sogenannten „Saisonspeichers“. 

Bei einem Holzkessel ohne Pufferspeicher würden öfter größere Menge des gerade erhitzten Wassers abgeführt werden, um den Kessel vor Überhitzung zu schützen. Gleichzeitig würde auch die Primärluftzufuhr des Kessels (Luftklappe) geschlossen werden, so dass es zu einem übelriechenden, feinstaubträchtigen Schwelbrand des Holzes käme. 

Ein Pufferspeicher ist aber gleichzeitig auch Voraussetzung für die thermische Nutzung von Sonnenenergie. 
In den Monaten der warmen Jahreszeit kann damit die Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung oder auch zum Heizen in der Übergangszeit genutzt werden. 
Somit kann man den Pufferspeicher als Bindeglied zwischen Holz- und Sonnenenergienutzung bezeichnen. Gerade durch die heute sehr ausgereifte und ausgeklügelte Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik können nun Holz- und Sonnenenergie über diesen gemeinsamen Speicher ergänzend genutzt werden. Pufferspeicher können bereits jetzt und wohl auch vermehrt in Zukunft eine weitere Funktion übernehmen.
In Zeiten mit sehr niedrigen bzw. negativen Strompreisen können sie mittels eines eingebauten Heizstabes Ihr Wasser kostengünstig mit Strom aufheizen.

Zu einem guten Heiz(ungs)system gehören neben dem Pufferspeicher, Qualitätsbrennholz und eine gut eingestellte und gewartete Holzheizanlage. Dies alles  zusammen garantiert Ihnen behagliches Wohnen und der Umwelt schadstofffreie Abgase und ein Minimum an Feinstaubbelastung.
Eine moderne Holzfeuerungstechnik ist heute sicherlich nicht ganz preiswert in der Anschaffung. Deshalb wird  Ihre Umstellung von fossilen Brennstoffen auf den erneuerbaren Energieträger Holz  durch staatliche Förderprogramme finanziell unterstützt.

Zukunftsfähig

Neben den Klima- und Umweltschutz relevanten Aspekten der Holz-Sonne-Kopplung ist gerade die Energieeinsparung und Energieeffizienz ein wesentliches Motiv für die Initiative von Landesforsten. Hier ist die Wissensvermittlung um die Bedeutung der Zusammenhänge beim Heizen mit Holz in Verbindung mit sich ergänzenden erneuerbaren Energien, wie die Solarthermie, ein besonderer Schwerpunkt.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das jährlich nachwachsende, aber durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder mengenmäßig begrenzt vorhandene Energieholzpotential sparsam, effizient und umweltschonend genutzt werden kann. Gerade im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung von Gebäuden in Kombination mit sonnenunterstütztem Heizen sind Einsparungen von 70 bis 85 % der bisherigen Heizstoffe möglich. Gerade bei Brennholz wäre damit eine massive Ausweitung des Nutzerkreises möglich.

Während bei reinen Holzfeuerungen zur Warmwassererzeugung außerhalb (und bei Einzelöfen sogar auch während) der Heizperiode z.B. Öl, Gas oder Strom eingesetzt werden muss, ergänzen sich bei der Holz-Sonne-Kopplung beide Energieformen in idealer Weise:
In der warmen Jahreszeit erhitzt die Sonne über die Solarkollektoren das Brauchwasser. Bei einer entsprechenden Kollektorgröße kann darüber hinaus in der Übergangszeit auch der Heizwärmebedarf ganz oder teilweise gedeckt werden. In der eigentlichen Heizperiode erfolgt dann die Aufheizung des solar vorgewärmten Wassers auf Nutztemperatur durch die Verbrennung von Holz, dessen Brennwert letztlich nichts anderes ist als gespeicherte Sonnenenergie. Mit Fug und Recht kann bei dieser Art der Energieversorgung also von "100 Prozent Energie aus der Sonne" gesprochen werden.

Zukunftsfähig durch Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer, sozialer Aspekte

Eine nachhaltige Energieversorgung auf Basis der Holz-Sonne-Kopplung ist nicht nur für die Umwelt ein Gewinn.
Als leitungsunabhängige Technik erscheint die Holz-Sonne-Kopplung für den ländlichen Raum mit seinen dezentralen Strukturen besonders geeignet. Die kostenlose Sonne und das "Holz aus der Region" gewährleisten eine hohe Versorgungssicherheit. Sie schaffen Arbeit und Einkommen in der Region, nicht nur im Rahmen der Holzbereitstellung, sondern auch in innovativen Unternehmen, die in der Nutzung regenerativer Energien einen Zukunftsmarkt erkannt und sich entsprechend qualifiziert haben.

Ausblick

Die Rolle als innovativer Vorreiter und Impulsgeber will Landesforsten Rheinland-Pfalz auch in Zukunft beibehalten. Hier gilt es die Zusammenarbeit mit Institutionen zu verstärken, die sich um die Implementierung der 3 E`s – Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energie - bemühen.
Die Aufgaben: Einsparung, Effizienz, Erneuerbar sind die großen anzustrebenden Ziele.
Aus diesem Grund arbeitet der Bereich Holzenergie von Landesforsten auch mit den regionalen Energieagenturen, der Energieagentur Rheinland-Pfalz, dem Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Rheinland-Pfalz, dem Umweltcampus Birkenfeld, der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB Bingen) und ähnlichen öffentlich unterstützten Institutionen zusammen.
Wer konsequent die 3 E`s bei der Sanierung und Renovierung seines Hauses oder Wohnung umsetzt, kann durch Dämmung von Hauswänden und Dachböden, Einbau moderner Mehrfachfenster und Außentüren gut die Hälfte der bisher verbrauchten Energie sparen. Wenn zusätzlich noch die alten oder älteren Öfen und Kessel gegen neue, effiziente und saubere Öfen und Kessel in Verbindung mit einem ausreichend großen Pufferspeicher getauscht werden, kann der Brennstoffeinsatz um 40 bis 50 % gesenkt werden.

Biomasse wird zukünftig verstärkt nachgefragt werden. Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2020 in Deutschland eine Differenz zwischen Angebot und Nachfrage beim Holz von ca. 35 Mio. m³/Jahr bestehen wird. Die bisherige Angebotsmenge an Holz aus unseren Wäldern ist aber kaum mehr steigerungsfähig, ohne das gesetzlich vorgeschriebene und seit über 300 Jahren von der deutschen Forstwirtschaft praktizierte Prinzip der Nachhaltigkeit zu durchbrechen.

Herausforderung Bioökonomie

In Zukunft werden fossile Reserven immer knapper. Die Basis unserer Wirtschaft beruht jedoch momentan noch auf der Nutzung von fossilen Rohstoffen wie Öl, Gas und Kohle. Diese Nutzung geht einher mit erheblichen Belastungen für die Umwelt und das Klima. Um diese Belastungen zu reduzieren, ist ein Umdenken von fossilen Rohstoffen auf nachwachsende Rohstoffe notwendig. Eine Umstellung der Wirtschaft von fossilen auf nachwachsende Rohstoffe (Bioökonomie) kann zu einer stark steigenden Nachfrage nach dem Rohstoff Holz führen. Um diese Nachfrage nicht zu Lasten des Waldes zu befriedigen, ist ein noch effizienterer Einsatz des CO₂-neutralen „Öko-Rohstoffes“ Holz notwendig.

Staatliche Förderung

Aus Gründen eines globalen Umwelt- und Klimaschutzes und im Interesse einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Energieversorgung, ist angesichts der begrenzten Verfügbarkeit fossiler aber auch erneuerbarer Energieträger, wie z.B. Biomasse, der effiziente Einsatz von Energie, das oberste Ziel.
Hierzu bedarf es eines Anreizes für private Haushalte und Unternehmen, solche Technologien zu nutzen.
Der Bund, die Länder, verschiedene Kommunen aber auch größere Versorgungsunternehmen bieten Fördermöglichkeiten für Neuanschaffung und Renovierung von Heizanlagen und Öfen, als auch im Besonderen
für Holz-Sonnekopplung-Heizanlagen an. Gerade die Solarthermie bietet große Chancen, kostengünstig an wertvolle Wärmeenergie zu kommen.
Bei sämtlichen Sanierungs- oder Renovierungsmaßnahmen sollte jedoch der Grundsatz beherzigt werden:

Gesparte Energie ist die beste Energie!

Wegen der Vielfalt der Förderprogramme und ihrer ständigen Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen verzichten wir auf eine Detaildarstellung und verweisen auf folgende Internetseiten und Datenbanken, ohne damit den Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen:

  • Förderung des Bundes:

www.bafa.de Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
www.kfW.de Infocenter der KfW Bankengruppe

  • Förderung des Landes Rheinland-Pfalz:

www.isb.rlp.de Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB)

  • Neutrale Beratungsplattformen:

www.bine.info BINE Informationsdienst
www.dena.de Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
www.energieagentur.rlp.de Energieagentur Rheinland-Pfalz
www.verbraucherzentrale-rlp.de Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Es lohnt sich auch, im Einzelfall Ihre Gemeindeverwaltung  oder die Bauabteilungen Ihrer zuständigen Kreisverwaltungen zu befragen.

Marktanreizprogramm zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien

"Marktanreizprogramm Erneuerbare Energien" des Bundes auf Kommunen ausgeweitet 

- deutliche Verbesserung der Förderung von Holzheizungen - 

Im Interesse einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Energieversorgung und angesichts der nur begrenzten Verfügbarkeit fossiler Energieressourcen sowie aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes ist es erforderlich, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Hierzu bedarf es eines Anreizes, Technologien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien verstärkt zu nutzen. Das Marktanreizprogramm erneuerbarer Energien des Bundes fördert diese Technologien durch Zuschüsse, günstige Darlehen und Teilschulderlasse. 

Bisher konnten Rheinland-Pfälzer als Privatpersonen, als freiberuflich Tätige sowie als kleine und mittlere private gewerbliche Unternehmen bei Investitionen in Biomasseheizungen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beziehungsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert werden. 

In diesen Programmen waren aber Kommunen, kommunale Betriebe, Zweckverbände, sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts und eingetragene Vereine bisher nicht antragsberechtigt, obwohl gerade diese von den Gebäuden her die für Biomasseheizungen optimalen Objekte unterhalten. 

Mit der neuen Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien des Bundes sind nun auch diese ab 01.01.04 förderfähig. Voraussetzung ist eine öffentlichkeitswirksame Vorstellung des Vorhabens. 

Kleine Biomasseanlagen (bis 100 Kilowatt) werden durch Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Größere Biomasseanlagen (größer 100 Kilowatt) sowie Biogasanlagen werden mit zinsgünstigen Darlehen, zum Teil mit Teilschulderlass in Form eines Zuschusses, durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. 

Bei automatisch beschickten Biomasseanlagen (Pellet- und Hackschnitzelheizungen) beträgt der Zuschuss künftig 60 Euro pro Kilowatt -bisher 55 Euro-, maximal 275.000 Euro pro Einzelanlage. Bei Anlagen ab 100 Kilowatt kommt ein besonders zinsgünstiger Kredit der KfW hinzu. 

Bei Anlagen bis 100 Kilowatt Nennleistung ist der Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), bei Anlagen größer 100 Kilowatt Nennleistung bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu stellen ( www.kfw.de www.bafa.de ). 

Hinzu kommt die Förderung von Nahwärmenetzen über die KfW durch einen Teilschulderlass in Höhe von 50 Euro pro Meter Rohrleitung (bei Mindestwärmeabsatz von 1,5 Megawattstunden pro Jahr und Meter Rohrlänge), maximal 600.000 Euro. 

Sehr attraktiv vor allem für Wohngebäude ist die Förderung von Holz- und Pellet-Öfen ohne Dämmung, die zum Beispiel direkt im Wohnzimmer stehen. Voraussetzung ist die Einbindung in ein Zentral-Heizungssystem. Diesen Heizsystemen soll mit einer Mindestfördersumme von 1.000 Euro Aufschwung verliehen werden. 

Daraus ergibt sich eine deutliche Verbesserung der Förderung gerade für kleine Holzheizungen, in der Regel Holzpelletheizungen. Holzpellets werden aus reinem, unbehandeltem Holz ohne Zusatz von synthetischen Bindemitteln aus Restprodukten der Holzindustrie gepresst. Dies beinhaltet, dass nicht nur bei Holzhackschnitzelheizungen, sondern auch bei Holzpelletheizungen das Holz der Waldbesitzer eine sinnvolle, energetische Verwendung findet. 

Heizsysteme auf Holzhackschnitzelbasis sind für Anlagen mit einem Leistungsbereich von größer 500 Kilowatt sehr gut geeignet, während Anlagen bis zu diesem Leistungsbereich für Holzpellets prädestiniert sind. Gerade Holzpelletheizsysteme entwickeln sich in immer größere Leistungsbereiche. Schon heute sind Anlagen bis zu einer Leistung von 700 Kilowatt wirtschaftlich gegenüber Öl und Gas. Ein Schulzentrum benötigt in der Regel eine 200 bis 300 Kilowatt-Anlage.

Holzpellets

Gerade bei kleinen Holzheizungen besitzen Pellets gegenüber Holzhackschnitzeln enorme Vorteile:

     

  • Die Pellets haben einen Durchmesser von 6 bis 8 Millimeter bei einer Länge von 1 bis 3 Zentimeter.
  • Durch den einheitlichen Wassergehalt von etwa 8 Prozent ist eine problemlose Lagerung in geschlossenen, trockenen Räumen gewährleistet.
  • Pellets haben einen Energiegehalt von etwa 4,9 Kilowattstunden pro Kilogramm bei 10 Prozent Wassergehalt.
  • In der Regel kann der vorhandene Öllagerraum genutzt werden.
  • Der Ascheanfall ist geringer als 0,5 Prozent.
  • Ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter beheizter Wohnfläche hat etwa einen Mengenbedarf von 4 bis 6 Tonnen Holzpellets pro Jahr. Dies entspricht einem Raumbedarf von etwa 9 Quadratmeter .
  • Der Transport findet über einen „Tankwagen“ statt, der die Pellets zum Beispiel durch ein Kellerfenster in den Lagerraum bläst.
Grafik: Holzpellets sind ebenso bequem liefer- und lagerbar wie fossile Brennstoffe

Kommentar:
Mit der Erweiterung des Kreises der Antragsberechtigten auf Kommunen und Gebietskörperschaften bietet diese neue Förderrichtlinie des Bundes jetzt eine Chance auf umfassende Umsetzungen von Biomasseheizungen gerade im öffentlichen Bereich. Nutzen Sie die Möglichkeit, auf moderne, zukunftsfähige Technologien zurück greifen zu können, die Wirtschaftskraft in ihrer Region zu stärken und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Margit Conrad, Ministerin für Umwelt und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
Ernst Walter Görisch, Vorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz
Hermann Ilaender, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz

Weiterführende Informationen zu Richtlinien / Antragsformularen finden Sie bei den Ansprechpartnern zum Förderprogramm Erneuerbare Energien:

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Bereich Erneuerbare Energien
Frankfurter Straße 29 -35
65760 Eschborn
Tel. 06196 / 908-625
Fax 06196 / 908-800
Internet: http://www.bafa.de/

Kreditanstalt für Wiederaufbau (K f W)
Palmengartenstraße 5-9
60325 Frankfurt/Main
Tel. 069 / 7431-0
Fax 069 / 7431-2944
Internet: www.kfw.de