Aktuelles aus dem Forstlichen Bildungszentrum

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Aus hartem Holz geschnitzt

7/2018 - 34 Forstwirt-Azubis absolvieren Prüfung zum Forstwirt am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg

Foto: M.Reetz, FBZ; 33 Forstwirte und 1 Forstwirtin präsentieren stolz Ihren Gesellenbrief bei der Abschlussfeier am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg. Glückwünsche überbrachten Sandra Hering, Dr. Jens Jacob, Harald Hericks, Michael Weber, Dr. Jürgen Becker (von links nach rechts) und Ökonomierat Norbert Schindler (ganz rechts).

34 Forstwirte, darunter eine junge Dame,  fühlen sich, als könnten sie Bäume ausreißen. Den Wald mit seiner Baumartenvielfalt pflegen können sie allemal. Das haben sie bei der fünftägigen Abschlussprüfung zum Forstwirt Ende Juni  am Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) in Hachenburg bewiesen.

Drei Jahre haben die neune Fachkräfte gelernt,  was sie beim Umgang mit Forstmaschinen, Motorsägen und vielen anderen Werkzeugen beachten müssen, damit weder ihnen etwas passiert noch der Wald schaden nimmt.

In der Prüfung bekamen die Absolventinnen und Absolventen mehrere berufstypische Aufgaben, die sich am späteren Berufsleben eines Forstwirtes orientierten.  Bei der Baumfällung ging es unter anderem darum, starke Nadelbäume so zu fällen, dass die nachwachsenden Jungbäume nicht beschädigt werden. Auch die Aufgaben in den Bereichen Naturschutz und Landschaftspflege absolvierten die 34 Forstwirte mit Erfolg. Hierbei mussten die angehenden Forstwirte beweisen, dass die junge Wälder durch gezielte Pflegeeingriffe artgerecht fördern und schützen können.

Bei einer Feierstunde begrüßte der Leiter des Forstamtes Hachenburg und des Forstlichen Bildungszentrums, Herr Harald Hericks, der die jungen Fachleute und die Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Gewerkschaft und dem Forstlichen Unternehmerverband Rheinland-Pfalz sowie der Sozialversicherung für Land- und Forstwirtschaft. 

Vom Abteilungsleiter des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Herr Dr. Jens Jacob, erhielten die jungen Forstwirte nicht nur Glückwünsche, sondern auch eine hohe Wertschätzung für ihren Beruf. Unter anderem, so Dr. Jacob, sei im aktuellen Koalitionsvertrag festgehalten, dass grüne Berufe attraktiver und zukunftsfähiger gemacht werden sollen. Das der Beruf aber schon lange nichts mehr mit Axt und Handsäge zu tun hat, sondern die Ausbildung heute an und mit moderner Technik durchgeführt wird, führte Dr. Jacob an zahlreichen Beispielen an.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ökonomierat Norbert Schindler, freute sich mit den Absolventen und gratulierte zum Erfolg. „Das Lernen hat aber kein Ende. Es ist vielmehr eine Daueraufgabe, der sich heute in einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit niemand entziehen kann.“ Zum Abschluss bedankte sich stellvertretend für alle Prüfungsteilnehmer Matthieu Treffer aus dem FA Westrich bei allen an der Ausbildung beteiligten, den Betrieben, dem Forstlichen Bildungszentrum und auch der Berufsbildenden Schule in Bad Kreuznach und wünschte seiner neuen Kollegin und den Kollegen viel Erfolg und viel Freude im Berufsleben und vor allem unfallfreies Arbeiten im Wald.

Autor: M.Reetz, Forstliches Bildungszentrum Rheinland-Pfalz

Moderne Vermessungstechnik in der Überbetrieblichen Ausbildung am FBZ Hachenburg

06/2018 - Forstwirte legen mit Lasertechnik Pflegepfade an

Foto: A.Scherf, FBZ; Mittels einem Richtlaser können die angehenden Forstwirte schmale und sehr gerade Wege in jungen Waldbeständen einlegen. Diese dienen zur Beobachtung der Waldentwicklung.

Im Rahmen der modular organisierten Überbetrieblichen Ausbildung der Forstwirte am Forstlichen Bildungszentrum in Hachenburg wurde in diesem Jahr erstmals moderne Vermessungstechnik  für das Anlegen von schnurgeraden Begehungspfaden in jungen Waldbeständen eingesetzt. Während der praktischen Übung im Wald verwendeten die jungen Forstwirt-Auszubildenden einen Richtlaser sowie einen Kompass mit Laserpeilvorrichtung, genannt Trailblazer. In der Vergangenheit wurde diese Arbeit mit einem Kompass mit visueller  Peilvorrichtung und Fluchtstäben durchgeführt. Aufgabe der Azubis war es, Begehungspfade oder in der Fachsprache sogenannte Zugangslinien, in einem zu pflegenden Waldbestand anzulegen.

Nach Besprechung des Arbeitsauftrages und Ermittlung der Marschzahl wurden die jeweiligen Geräte an ihrem Startpunkt aufgebaut und auf die richtige Peilung eingestellt. Anschließend wurden die Zugangslinien mit einer Breite von ca. einem Meter mit Hilfe von Handwerkzeugen angelegt.

Die beiden Vermessungswerkzeuge ermöglichten dank Lasertechnik ein einfaches und präzises Einmessen der Zugangslinien. Der Zustand der so erschlossenen Waldbestände kann nun von den Fachleuten  „von innen heraus“ besser beurteilt werden. Denn ob und welche Pflegearbeiten in einem Jungwald erforderlich sind, lässt sich vom Waldweg aus oftmals nicht feststellen. Neben dem Einsatz der modernen Vermessungstechnik lernten die Forstwirtauszubildenden im Modul H auch die richtigen Pflegearbeiten sicher und effizient auszuführen.

Autor: A.Scherf, Forstliches Bildungszentrum Rheinland-Pfalz

Fortbildung zum Forstwirtschaftsmeister

04/2018 - Neuer Vorbereitungskurs zur Forstwirtschaftsmeisterin / zum Forstwirtschaftsmeister startet 2019 am FBZ Hachenburg

Landesforsten Rheinland-Pfalz wird im Jahr 2019 am Forstamt Hachenburg-Forstliches Bildungszentrum Rheinland-Pfalz (FBZ) eine Fortbildung zur Forstwirtschaftsmeisterin / zum Forstwirtschaftsmeister durchführen. Es werden insgesamt 22 Plätze für staatliche Beschäftigte sowie externe Bewerberinnen und Bewerber angeboten. Der Fortbildungslehrgang wird im Januar 2019 am FBZ beginnen und mit der Abnahme der Meisterprüfung im November 2019 enden.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten finden hier weitere Informationen...

Informationen für externe Bewerberinnen und Bewerber können Sie hier downloaden...

Forstwirt Auszubildende wollen ganz nach oben

03/2018 - Überbetriebliche Ausbildung am FBZ ermöglicht Zertifikat "Bediener von Hubarbeitsbühnen"

Foto:D.Boddenberg, FBZ; Die Teilnehmer der Überbetrieblichen Ausbildung lernen das sichere Aufstellen und Bedienen von Hubarbeitsbühnen.

Das Forstliche Bildungszentrum Hachenburg ist mit der Überbetrieblichen Ausbildung aller Forstwirt-Auszubildenden aus Rheinland-Pfalz und den Auszubildenden von SaarForst beauftragt. Den Teilnehmenden  werden in insgesamt 9 Modulen (Modul A bis I) zahlreiche, berufstypische Kompetenzen ermöglicht. Das  Modul G „ Planung, Einsatz und Wartung von Großmaschinen“ stellt dabei in den Monaten Februar und März eine Besonderheit für die angehenden jungen Forstwirtinnen und Forstwirte dar.

Neben dem Einsatz und der Wartung von Forstspezialschleppern steht auch die Bedienung von Hubarbeitsbühnen auf dem Lehrplan. Dank einer Mischung aus Theorie und Praxis lernen die zukünftigen Experten für die Waldbewirtschaftung nicht nur den Umgang mit dem teuren Fahrzeug, sondern erlangen auch Kenntnisse und Fertigkeiten im fachgerechten Baumschnitt.  Denn immer häufiger gehören  nach bestandener Berufsabschlussprüfungen auch Verkehrssicherungsarbeiten bzw. Baumpflegearbeiten entlang von öffentlichen Straßen zu den Aufgaben einer Forstwirtin bzw. eines Forstwirtes. Die Modulteilnehmenden können dann auf das Gelernte zurückgreifen.

Nach den Grundsätzen 966 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung müssen die Auszubildenden am Forstlichen Bildungszentrum Rheinland-Pfalz zunächst an einem halbtägigen, theoretischen  Unterricht teilnehmen. Einen ganzen Tag lang erwerben die Teilnehmenden dann praktische Fertigkeiten im Aufstellen und Bedienen von Hubarbeitsbühnen. Damit für Alle die gleichen Übungszeiten gewährleistet sind, steht den Teilnehmenden eine moderne LKW-Hubarbeitsbühne mit 26 Meter Arbeitshöhe mehrtägig zur Verfügung.

Bei erfolgreicher Prüfung erhalten alle  Forstwirt-Azubis dann ein Teilnehmerzertifikat, das sie als Bediener von Hubarbeitsbühnen qualifiziert.   

Autor: M.Reetz, Forstliches Bildungszentrum Rheinland Pfalz

Tagungsankündigung unter Mitwirkung des FBZ Hachenburg:

02/2018 - „Wuchshüllen in der Forstwirtschaft - (k)ein Ende des Booms?“

Foto: M.Reetz; Wuchshüllen schützen die jungen Forstpflanzen vor Wildverbiss.

Seit nunmehr 40 Jahren werden in Deutschland Wuchshüllen und Wuchsgitter in der Waldbewirtschaftung verwendet. Gerade in den letzten Jahren wurden neue Produktlinien auf den Markt gebracht, abbaubare, wiederverwendbare, kompostierbare Hüllen und Gitter, neue Hersteller und Händler treten auf dem forstlichen Markt auf und es scheint kein Ende des  Booms zu geben.

Angesichts des inzwischen unüberschaubaren Umfangs an Produkten und Anwendungen sollen in dieser Tagung an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg besonders die kritischen Fragen in den Vordergrund gerückt werden: Was zeichnet gute Produkte aus? Welche Anbieter gibt es? Wann lohnen sich Wuchshüllen, wann lohnt sich ein Zaun? Wie wirkt Plastik in Wald und Umwelt? Wohin führen die aktuellen Produktentwicklungen?

Namhafte Referenten werden am 15.05.2018 Ergebnisse aktueller Forschung präsentieren und umfassend Stellung nehmen. Während der Tagung besteht die Möglichkeit an den Ständen der Wuchshüllenhersteller und -händler Produkte zu prüfen und die Thematik eingehend zu diskutieren.

Ansprechpartner & Anmeldung bis 02.05.2018:

Frau Marie Fuchs
E-Mail: fuchs@hs-rottenburg.de
Hochschule für Forstwirtschaft Schadenweilerhof
72108 Rottenburg
Fax: 07472 / 951-200

Den Tagungsflyer können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Forstwirtschaftsmeister ‚in spe‘ trifft Forstwirtauszubildenden

01/2018 Lebendiges Lernen als Teil einer modernen, berufspädagogischen Ausbildung

Foto:M.Reetz; Beim Meet & Greet trafen sich angehenden Forstwirtschaftsmeister und Azubis während des berufspraktischen Unterrichtes.

Lebendiges Lernen ist ein zeitgemäßer Begriff in der schulischen und berufsbildenden Pädagogik. Darunter versteht man, dass das Lernen eine unmittelbare Bedeutung für die Teilnehmenden und einen direkten Bezug zur Praxis des Lehrens hat. Das konnten die 22 Forstwirte des diesjährigen Forstwirtschaftsmeisterkurses nicht nur lernen, sondern gleich zu Beginn der Fortbildung am Forstlichen Bildungszentrum Rheinland-Pfalz auch praktisch erleben bzw. begreifen.

Am 08. Januar begann für die Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland ein neuer beruflicher Lebensabschnitt. In fünf Lehrgangsblöcken und knapp 700 Stunden  werden die angehenden Meister bis Mitte September auf die anstehende Forstwirtschaftsmeisterprüfung im Oktober und November vorbereitet. In den Lernfeldern Produktion und Dienstleistung, Betriebs- und Unternehmensführung und Berufsausbildung und Mitarbeiterführung wird den Teilnehmer ein breites Angebot an theoretischen und praktischen Kenntnissen und Fertigkeiten ermöglicht.

Traditionell startet der Vorbereitungskurs am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg mit dem Kursteil Berufsausbildung und Mitarbeiterführung. Der vier Wochen umfassende Kurs bereitet die Lernenden in einem völlig neuen Themenbereich auf ihren späteren Einsatz als Ausbilder oder Vorgesetzten vor. Das Wissen und der Umgang mit den jungen Berufsstartern spielt dabei genauso eine wichtige Rolle wie die Methoden, mit denen die Forstwirtschaftsmeister in Zukunft die Auszubildenden handlungsorientiert ausbilden sollen.

Meet & Greet

Foto: M.Reetz; Gemeinsam diskutierten die Teilnehmer über die Unterrichtsmethodik und weitere, die Ausbildung betreffende Inhalte.

Bei einer Unterrichtseinheit konnten die 22 Teilnehmenden lebendiges Lernen auch selbst erfahren. Während der Methodik „Stationenlernen“ (eine offene Unterrichtsmethode ähnlich dem im Sport bekannten Zirkeltraining) trafen die angehenden Meister auf eine Lerngruppe von Forstwirt-Azubis, die genau mit dieser Methode an dem Tag ihre Kenntnisse zu Werkzeugen und deren Pflege erweiterten. Bei einem Meet & Greet hatten Meister-Anwärter und Azubis Gelegenheit, sich über Vor- und Nachteile der offenen und selbstgesteuerten Methode auszutauschen. Ergänzt wurde die Perspektivenvielfalt über Gespräche aus dem Ausbildungsalltag. Mancher zukünftige Meister erfuhr so direkt von den Auszubildenden, was diese für berufliche Ziele haben und von ihren Ausbildern erwarten. Umgekehrt stellten die Auszubildenden auch Fragen über die Fortbildung zum Forstwirtschaftsmeister.

Am Ende des spannenden Lernarrangements stand dann bei vielen Teilnehmern die selbstreflektierte Erkenntnis, dass die Methode sehr gut geeignet ist um den jungen Forstwirtinnen und Forstwirten  neben der fachlichen Kompetenz auch personelle, soziale und methodische Kompetenzen mit auf den Berufsweg zu geben.

Wir wünschen allen Lehrgangsteilnehmern ein erkenntnisreiches Jahr am FBZ Hachenburg und vor allem viel Erfolg bei Ihrer Fortbildung zum Forstwirtschaftsmeister.

Autor: M.Reetz, Forstliches Bildungszentrum Rheinland-Pfalz

Denk-mal darüber nach: Verantwortung für die Zeugnisse unserer Vorfahren

11/2017 Das Seminar „Bodendenkmäler“ überraschte mit vielfältigen Einblicken in unsere Kulturlandschaft

Abb: Dieter Trautmann, 1996; Draufsicht der ehem. Schlossanlage Louisenlust, erbaut 1747-51 von der Gattin des Burggrafen Wilhelm Ludwig, Graf zu Sayn-Hachenburg, zerstört durch Brand 1795. Reste der Grundmauern lassen sich auch heute noch im Wald finden.
Foto: H.Hericks, FA Hachenburg; Mit faszinierender Genauigkeit kann man auf einem Lufbildscan die Grundrisse der ehem. Schlossanlage Louisenlust noch erkennen.

Das Seminar „Bodendenkmäler“ am Forstlichen Bildungszentrum in Hachenburg (FBZ) überraschte mit vielfältigen Einblicken in unsere Kulturlandschaft aus der Perspektive von Archäologen und sensibilisierte für Denkmäler im Wald.

HACHENBURG. Rund 20 Seminarteilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen von Landesforsten staunten über die Ausführungen zweier Experten des Denkmalschutzes: Ronald Kersten von der unteren Denkmalschutzbehörde des Westerwaldkreises und Dieter Trautmann, Heimatforscher aus dem Westerwald, führten die Teilnehmenden in längst vergangene Zeiten, zeigten deren Zeugnisse in unserer heutigen Landschaft auf und machten deutlich, dass der Schutz von Denkmälern im Wald insbesondere in der Verantwortung von Forstleuten liegt. Herr Kersten ging in einer umfangreichen, aber doch kurzweiligen Einführung in das weite Themengebiet auf die behördliche Organisation des Denkmalschutzes sowie auf Rechtsgrundlagen, Genehmigungsverfahren und Arten von Kulturdenkmälern ein. Für die forstliche Praxis bedeutsam ist die Maßgabe, dass ausschließlich Personen im Wald archäologisch tätig werden dürfen, welche die Zustimmung des Waldbesitzers und die Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörde eingeholt haben. Die Genehmigung ist mitzuführen, zeitlich befristet und bezieht sich immer nur auf den jeweiligen Landkreis.

In einem „Kulturparcours“ durch den Gemeindewald Müschenbach und angrenzenden Staatswald präsentierte Herr Trautmann als ausgewiesener Kenner der Westerwälder Kulturlandschaft einen üppigen Strauß an Denkmälern. Dieser reichte von ehemaligen forstlichen Saatschulen über Viehtriften, Weidgangsgräben, Schützenstellungen, Wasserwerken und Wüstungen bis hin zu „Klassikern“ wie Grenzsteinen. Dabei lernten die Seminarteilnehmer, dass nicht alle „Denkmäler“ rechtlich anerkannt sind, aber dennoch aus kulturellen Gründen erhaltenswert erscheinen. „Dass wir auf einer so kurzen Strecke derart viele Überreste vergangener Siedlungstätigkeit vorfinden würden, hätte ich nicht gedacht“, bekannte eine Revierleiterin. Vielleicht muss man sein Auge ein wenig schärfen, aber es ist nicht schwer, die Zeugnisse unserer Vorfahren zu entdecken: Wälle, Gräben, Schachtungen und Terrassen formen unsere Waldlandschaft bis heute. Und dass das so bleibt, wünscht sich Herr Trautmann: „Sie haben es in der Hand, dass auch künftige Generationen über diese Dinge staunen können und die Wissenschaft alte Lebens- und Arbeitsweisen weiterhin zu erforschen in der Lage sein wird.“ Dieter Trautmann ergänzte seine fachlichen Ausführungen mit der einen oder anderen Anekdote, die sich im Zeitgeschehen zugetragen hat. Die Teilnehmer (Vertreter aus der Forsteinrichtung, technischen Produktion, Revierleitung und Mitarbeiter des FBZ als Multiplikatoren) werden die gewonnen Erkenntnisse bei ihrer täglichen Arbeit berücksichtigen und dazu beitragen, historische Relikte in Ihrem Zuständigkeitsgebiet zu erhalten.

Autor: Matthias Grohs, Forstliches Bildungszentrum

Wildnis in Deutschlands Wäldern – wegweisend, wichtig oder wahnsinnig?!

11/2017 -Leiterin des FBZ referiert bei den Molsberger Gesprächen

Foto: Philipp Schiefenhövel; Hella Weigand von der Masgeik-Stiftung bedankt sich bei den Referenten, der Leiterin des FBZ-Hachenburg Monika ( Runkel sowie dem ehemalige Leiter der Vogelschutzwarte Hessen, Herrn Dr. Klaus Richarz (zweite Person von Links) und dem Moderator der Veranstaltung, Bürgermeister Ulf Ludwig.

Bereits zum zehnten Mal fanden vor kurzem die Molsberger Gespräche der Will und Liselott Masgeik-Stiftung statt. In diesem Jahr beschäftigte sich die Stiftung mit der „Wildnisentstehung dem sogenannten Prozessschutz in Deutschlands Wäldern“. Hierzu hatte die Stiftung zwei hochkarätige Referenten nach Molsberg, Kreis Wallmerod, eingeladen, die Hella Weigand im Namen des Stiftungsvorstandes ebenso, wie die über 60 Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung herzlich begrüßte. Die Moderation des intensiven Diskussionsabend übernahm Ulf Ludwig aus Wallmerod, der die beiden Referenten Monika Runkel, Leiterin vom Forstlichen Bildungszentrum aus Hachenburg sowie Dr. Klaus Richarz den ehemaligen Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland der Zuhörerschaft vorstellte und kurz in die Inhalte des Abends einführte.

In ihrem Fachvortrag erläuterte Monika Runkel warum es wichtig und verantwortungsvoll ist in unseren Wäldern Holz zu nutzen. Sie verwies auf den hohen Holzbedarf, den Deutschland in der Papier- und Möbelindustrie sowie im Energiesektor hat und dass dieser Bedarf bereits seit 2009 nicht mehr mit dem in Deutschland erwirtschafteten Holz gedeckt werden kann, sondern global zugekauft werden muss. Sie betonte, dass sie den Prozessschutz also den Verzicht der Holznutzung auf einem gewissen Flächenanteil von 10% der staatlichen Wälder für wichtig und richtig hält. Dennoch müssten in den restlichen 90% der Waldfläche Holz unter Berücksichtigung des Naturschutzes im Rahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung genutzt werden, um den immer noch stattfindenden Waldraubbau in den Tropen aber auch vor allem in den borealen Nadelwäldern nicht weiter zu fördern. Vor allem die regionale Wertschöpfung und die Verwertung des Holzes zu langlebigen Produkten in der Möbel- und Bauindustrie müssten wieder mehr gestärkt werden umso mit der langfristigen Kohlenstoffspeicherung auch einen wichtigen Beitrag zum Klimawandel beizutragen.

Dr. Klaus Richarz nahm viele dieser Aspekte auf und verwies auch zunächst auf die Sinnhaftigkeit der Holznutzung in Deutschlands Wäldern. Er verdeutlichte aber auch, dass es viele Tier- und Pflanzenarten gibt, die auf die natürliche Sterbephase von Wäldern spezialisiert und angepasst sind. Ein noch so naturnah bewirtschafteter Wald käme bei Weitem nicht an die Biodiversität heran, die z.B. in einer der wenigen osteuropäischen Urwälder beheimatet ist. Entscheidend ist aus Sicht des Biologen welche Waldstandorte, in welcher Größe und in welchem Verbund aus der Nutzung genommen würden. Hier müsste der Anteil alter artenreicher Wälder genauso stark vertreten sein, wie alle anderen Waldaltersklassen. Nur alte dicke Bäume, die in die Zerfallsphase übergehen, könnten ausreichend Lebensraum für die verschiedenen Waldfledermäuse, xylobionte Insekten vor allem Käfer aber auch die hiervon abhängigen Vogelarten, wie Spechte und Säugetiere bilden. 

Nach den beiden Fachvorträgen entstand eine rege Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Thema, die durch die unterschiedlichsten Beiträge von Förstern, Naturschützern, Jägern oder Privatwaldbesitzer aus den Reihen der Zuhörerschaft lebhaft gestaltet wurde. Zum Abschluss des Abends bedankte sich der Naturschutzreferent der Stiftung, Philipp Schiefenhövel herzlichst bei dem Moderator und den beiden Referenten für den gelungenen Abend und bei den Zuhörern für ihre rege Beteiligung.

 

Die Leistung des extensiven Grünlandes

10/2017 - Regionalveranstaltung der Deutschen Landeskulturgesellschaft fand in Hachenburg statt.

Foto: DLKG; Der Flyer zur Veranstaltung

Die Leistungen des extensiven Grünlandes‘ thematisierte die Tagung der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLKG) am 18.10.2017.

Mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Pflanzenarten sind auf artenreiche, extensiv bewirtschaftete Grünlandlebensräume angewiesen. Das sind 52 % des Artenbestandes von heimischen Gefäß- und Blütenpflanzen!

Aufgrund der jahrhundertelangen Nutzung der Flächen in Form von Mähwiesen und Weiden für die Rinder-, Schafe-, Ziegen- und Pferdehaltung haben sich gerade in den Mittelgebirgslagen sehr artenreiche und ausgedehnte Grünlandlebensräume entwickelt. Für viele Vogelarten ist extensiv genutztes Grünland von essentieller Bedeutung, sowohl als Brut- als auch als Nahrungshabitat. Es ist zudem Nahrungs- und Lebensraum für die Bestäuber wie unsere heimischen Bienenarten, die wichtig für unsere Kulturpflanzen sind. Artenreiches Grünland besitzt einen hohen ästhetischen Wert und ist landschaftsbildprägend.

Trotz der besonderen Leistungen des artenreichen Grünlandes nehmen Fläche und ökologische Qualität des Grünlandes seit Jahren dramatisch ab. Intensivierung einerseits und Nutzungsaufgabe andererseits führen zum Verlust von artenreichem Grünland. Die regionale Biodiversität wird reduziert und die Roten Listen vieler Artengruppen werden immer länger.

 Spezialistinnen und Spezialisten referierten auf der sehr gut besuchten Veranstaltung am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg über die Bedeutung extensiver Grünlandbewirtschaftung für den Arten- und Klimaschutz sowie für die Tiergesundheit.  So wurde zu Beginn auf die Situation des stark gefährdeten Braunkehlchens im Westerwald eingegangen und erste gemeinsame Lösungsansätze von Landwirtschaft und Naturschutz zum Erhalt der Wiesenbrüter vorgestellt.

Anschließend ging es um die Bedeutung artenreicher Mähwiesen für die Landwirtschaft, insbesondere für die Tiergesundheit, wobei auf die herausragende Rolle der Glatthaferwiese als "Vollwertmahlzeit" für das Vieh hingewiesen wurde.  Wissenschaftliche Untersuchungen der Georg-August Universität Göttingen belegen, welche (Beweidungs-)konzepte die Biodiversität des Gründlandes besonders fördern.

Neben der Information der Landnutzenden braucht es zielangepasste Förderprogramme, damit die Konzepte wirtschaftlich tragfähig werden. Dazu referierten Fachleute des Förderwesens. Praktiker aus der Landwirtschaft stellten ihre Konzepte zum Erhalt der Artenvielfalt vor.

Der Wissenstransfer ist ebenfalls thematisiert worden am Beispiel des Projektes MUNTER  (IfaS), welches die Verwertung extensiven Grünlandes durch verbesserte technische Aufschlussverfahren bei den Biogasanlagen untersucht. Die engagierten Diskussionsbeiträge haben einmal mehr die Bedeutung des Themas gezeigt. Für alle Teilnehmer an der Tagung ist der Erhalt der biologischen Vielfalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der dringender Handlungsbedarf besteht.

Holzrücken mit dem Pferd

10/2017 - Erfahrene Pferdewirtschaftsmeisterin referierte am FBZ Hachenburg über das Holzrücken mit Pferden.

Holzrücken mit dem Pferd‘, Nostalgie oder Zukunftsfähigkeit? Diese Frage bewegte die Teilnehmenden des gleichnamigen Seminars am 23.10.2017. Neben den Teilnehmenden aus Revierleitung und Technischer Produktion war sogar ein Baumpfleger aus Nürnberg zu Gast.

Foto: M.Runkel, FBZ; Geringe Bodenverdichtung, kein Lärm, keine Abgase und ein ästethischer Anblick für Waldbesucher sind nur ein paar der Vorteile, die Pferde bei der Waldarbeit mit sich bringen.

Die Referentin Christel Erz von der Firma Rossnatour verfügt über jahrzehntelange praktische Erfahrung im Bereich Holzrücken mit Pferden. Zu Seminarbeginn stand dann in den Räumen des Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg die Vermittlung von theoretischen Grundlagen wie Einsatzbereiche, Tierschutz, Kostenkalkulation zunächst im Vordergrund. Am Nachmittag bildete die praktische Vorführung am Nauberg, dem Waldgebiet oberhalb der Gemeinde Nister, den Höhepunkte für die Teilnehmer.   In  einer Erstdurchforstung zeigte die Pferdewirtschaftsmeisterin und Ihr französisches Kaltblut ‚Ruby‘, was Pferde im Wald alles können.

Es wurde deutlich, dass das geeignete Segment für den Pferdeeinsatz hinsichtlich Gelände und Stückmasse einerseits zwar begrenzt ist, dass andererseits aber das Pferd in diesem Segment mühelos konkurrenzfähig mit technischen Verfahren ist.

Das Pferd bringt in dem geeigneten Segment (ca. 5-10 % der Holzmasse) viele Vorteile wie z.B. eine geringe bzw.  nur oberflächliche Bodenverdichtung, bei gleichzeitiger CO2-Neutralität. Dabei arbeitet das Kaltblut  extreme  pfleglich, lärmfrei und zudem auch noch sehr waldästhetisch. Für die Kommunikation des Themas ‚Holzproduktion‘ bildet das Pferd eine Kommunikationsbrücke.

Das Haupthindernis beim Einsatz des Pferdes liegt bedauerlicherweise im Mangel an geeigneten Pferderückerinnen und –rücker.  Leider sind nur sehr wenige kompetente und ausreichend geübte Unternehmen auf dem Markt.

Die interessierten Seminarteilnehmenden können nun die Ausgangsvoraussetzungen für den Pferdeinsatz im Wald beurteilen und planen. Sie werden es auch umsetzen, wenn sie geeignete ‚Pferderückeunternehmen‘ finden - was zu hoffen ist.

Autorin: M.Runkel, FBZ

Seminar Tanne und Douglasie in der Nadelbauminitiative

10/2017 Die Weißtanne soll im Rheinland-Pfälzischen Staatwald wieder häufiger vorkommen.

Seit Jahren nimmt der Anteil der Nadelbäume im Rheinland-Pfälzischen Staatswald ab. Um dem Entgegenzuwirken hat Landesforsten Rheinland-Pfalz die Nadelbauminitiative gestartet, ein Programm zur Förderung von Nadelbäumen in der Waldentwicklung.

Foto: M.Reetz, FBZ; Die Weißtanne soll im Rheinland-Pfälzischen Staatswald wieder häufiger vorkommen.

Anfang Oktober fand am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg bereits zum vierten Mal ein Seminar zum Thema „Tanne und Douglasie in der Nadelbauminitiative“ statt. Dabei stand die Leitfrage, welche Nadelbaumarten sich für eine nachhaltige Etablierung in unseren Landschaftsräumen eignen, im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Die Antwort konnten die beiden Referenten mit zahlreichen Argumenten liefern, Landesforsten Rheinland-Pfalz setzt mit dem Blick auf den Klimawandel auf die Weißtanne und die Douglasie. Eindrucksvoll konnte geschildert werden, dass der relative Zuwachs bei Fichte aufgrund der klimatischen Veränderungen seit Jahren bereits zurückgeht.

Bei den Tannenwäldern hingegen verbesserte sich die Situation seit den 90er Jahren stetig und der durchschnittliche Zuwachs auf den Hektar gesehen liegt heute über dem der Fichte. Ganz besonders eignet sich die Weißtanne als Baumart für Laub-/Nadelholzmischwälder, die ja in vielerlei Hinsicht Vorteile, wie beispielsweise eine hohe Sturmfestigkeit, bietet.

Foto: M.Löschmann, Zdf; Am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg wurden waldbauliche Fragen rund um Weißtanne und Doglasie diskutiert und moderne Pflanz- und Schutzmaßnahmen im Wald vorgestellt.

Während das Seminar vormittags im Unterrichtsraum viele Fakten rund um die genannten Baumarten lieferte, ging es für die Teilnehmer am Nachmittag in den Wald.

Auf einer Demonstrationsfläche wurde den Fachleuten für die Waldbewirtschaftung gezeigt, welche Pflanzverfahren sich für Tanne und Douglasie besonders eignen, welche Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss empfehlenswert und welche waldbaulichen Vorbereitungen für ein erfolgreiches Umsetzen der Nadelbauminitiative erforderlich sind.

Autoren: M.Löschmann, ZdF/ M. Reetz, FBZ

  

Neuer Forstschlepper für die Aus- und Weiterbildung

09/2017 - Am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg unterstützt ab sofort ein wendiger Forstschlepper die Aus- und Weiterbildung.

Foto: M.Reetz; Aufmerksam verfolgten die Forstwirtauszubildenden beim ersten Einsatz des Deutz-Forstschleppers den Ausführungen des Maschinenfahrers Klaus Kuch.

Die Holzernte im naturnahen Wald stellt die Forstwirte heute mehr denn je vor eine arbeitstechnische Herausforderung.  Bereiche mit jungen Bäumen, so genannter Naturverjüngung, gilt es zu schonen. Zukunftsstämme dürfen bei der Fällung von bedrängenden Bäumen nicht beschädigt werden. Ein dichter Zwischenbestand erschwert das zu Fall bringen der Bäume und nicht zuletzt sollen auch die Wege für den Waldbesucher frei gehalten werden.  Forstschlepper mit Seilwinden können bei der Bewältigung der Anforderungen einen wichtigen Beitrag leisten, der Umgang mit der Maschinentechnik will aber gelernt sein.

Seit kurzer Zeit kann das Forstliche Bildungszentrum Rheinland-Pfalz auf einen eigenen Deutz-Forstschlepper mit 6,5 Tonnen-Seilwinde zurückgreifen. Besonders in der überbetrieblichen Ausbildung kommt der wendige Forstschlepper gleich mehrfach zum Einsatz. Die Auszubildenden im Beruf Forstwirt lernen während den Lehrgängen nicht nur den Umgang mit der Seilwinde zur Unterstützung der Baumfällung. Auch die Maschinentechnik sowie die Wartung und Pflege von Forstschleppern gehört zur Ausbildung dazu. Ganz wichtig ist dabei, dass die jungen Forstwirte so auch lernen können, wie schwierig die Arbeit für den Maschinenfahrer wird, wenn sie bei der Baumfällung nicht auch gleichzeitig an das Rücken der Stämme denken. Der Perspektivenwechsel trägt also dazu bei, dass die gesamte Maßnahme besonders schonend für den verbleibenden Waldbestand durchgeführt werden kann.

Mit der Königsbronner Anschlagtechnik wurden zahlreiche Randbäume entlang eines Wanderweges so gefällt, dass keine Fichte den Weg versperrte; Foto: M.Reetz

Aber auch bei der Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter, den so genannten Regelqualifizierungen, spielt die Forstmaschine ab sofort einen Rolle. Mit einer rund 6,5 Tonnen starken Winde ausgestattet  zieht der Deutz-Schlepper auch dickes Holz zu Boden oder an die Forststraße. Eine Konstantzugwinde sorgt dafür, dass dabei die Zugkräfte immer gleich bleiben. Allradantrieb, Astabweiser und einen massiver Unterfahrschutz sind beim Einsatz im Wald genauso hilfreich wie die gute Rundumsicht der Fahrerkabine.

Die Forstwirt-Azubis aus allen Teilen von Rheinland-Pfalz waren beim ersten Einsatz sehr zufrieden mit dem „Neuen“. Eine spürbare Erleichterung, sagten die einen, gut endlich mal selbst an und mit Maschinen arbeiten zu können, fanden die anderen Auszubildenden bei einem Lehrgang am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg.


Autor: M.Reetz, FBZ

Technische Fällkeile in der Holzernte

07/2017 - Erfolgreiche Informationstage am FBZ Hachenburg zur Einführung technischer Fällkeile bei Landesforsten Rheinland-Pfalz

Technische Fällkeile mit mechanischem oder hydraulischem Antrieb können die Holzernte sicherer und leichter machen; Foto: M.Reetz/FBZ

Auf  einem Informationsseminar am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  von Landesforsten Rheinland Pfalz eine Alternative zur schweren Keilarbeit in der Holzernte vorgestellt – die technischen Fällkeile.

Über 20 Forstwirte, Revierleiter/-innen sowie  Leiter der technischen Produktion konnten sich an mehreren 1-tägigen Veranstaltungen  über die Geräte umfassend informieren und die verschiedenen Werkzeugsystem bei der Holzernte selber testen.

Technische Fällkeile werden mechanisch durch einen Drehantrieb mittels Werkzeugratsche  oder hydraulisch durch einen Pumpenmechanismus angetrieben. Mit mehreren Kilo-Newton Vorschubkraft wird ein Keil in den Fällschnitt eingeführt. Die mechanischen und hydraulischen Fällkeile ermöglichen ein sehr ergonomisches und gleichzeitig auch erschütterungsfreies „Ins-Übergewicht-Bringen“ des Baumes. Durch den gleichmäßigen Keilvortrieb  wird auch die Gefahr des Herabfallens trockener Äste reduziert.

Jedoch dürfen technische Fällkeile nicht als Ersatz einer Seilwinde angesehen werden.

Die Teilnehmer konnten verschiedene technische Fällkeile auf dem Informationsseminar selbst ausprobieren; Foto: M.Reetz, FBZ

An dem Infotag lernten die Teilnehmer unter anderem  die verschiedenen Modelle, die Einsatzgrenzen und die Grundlagen zur Wartung und Pflege der Geräte kennen. Im Wald wurde anschließend die Fälltechnik mit der dazugehörigen präzisen Schnittführung vorgestellt. Im Anschluss nutzten die Teilnehmer selbst die Gelegenheit,  Bäume mit einem technischen Fällkeil Ihrer Wahl zu fällen.

„Das hätte es schon  vor 20 Jahre geben müssen“,  so äußerte sich ein Teilnehmer nachdem er scheinbar  mühelos eine leicht zurückhängende Fichte mit einem BHD von über 40 cm mittels technischem Fällkeil zu Boden gebracht hatte. Insgesamt wurden die neuen Werkzeuge von den Praktikern  sehr positiv bewertet. Als größten Pluspunkt empfanden die Teilnehmer, dass die schwere Keilarbeit mit Hammer und Keil im mittelstarken und starken Holz nun komplett entfällt. 

Aber auch die Fällung in Beständen mit Naturverjüngung bekommt durch die technischen Fällkeile eine neue Dimension. Fällrichtungen, die früher mit Hammer und Keil nur sehr aufwendig möglich bzw. teilweise auch unmöglich waren, lassen sich mit den kraftvollen Fällhilfen nun eher umsetzten.

Die Mitarbeiter waren nach jeder Tagesveranstaltung  überzeugt von den neuen Werkzeugen und fühlten sich durch das Informationsseminar bestens informiert, um im eigenen Forstamt das neue Arbeitsverfahren einführen zu können.

Autoren: D.Boddenberg / M.Reetz, Forstliches Bildungszentrum Rheinland-Pfalz

 

 

Neue Fachleute für den Wald

06/2017 - 34 Forstwirt-Auszubildende bestanden erfolgreich Ihre Abschlussprüfung

Die Teilnehmer der Forstwirt-Abschlussprüfung 2017 freuen sich gemeinsam mit den Prüfern und Festredner anlässlich der bestandenen Prüfung; Foto: M.Reetz

Der Wald in Rheinland-Pfalz hat eine  Vielzahl von Funktionen. Er ist Erholungsraum für Menschen, Lebensraum für Pflanzen und Tiere und natürlich auch Produktionsstätte für den immer stärker nachgefragten Rohstoff Holz.

Dass auch die für  und im Wald arbeitenden Fachleute ein breites Aufgabenfeld beherrschen, haben in der letzten Juni-Woche  38 Forstwirt-Auszubildende aus ganz Rheinland-Pfalz bei der diesjährigen Berufsabschlussprüfung unter Beweis stellen müssen.

Am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg (FBZ) mussten die Prüflinge ganz unterschiedliche Aufgaben in den Prüfungsfächern Forsttechnik, Waldwirtschaft und Landschaftspflege bewältigen. Nach der Übergabe der Arbeitsaufträge sollten die angehenden Fachleute ihre Arbeiten selbstständig planen, im nächsten Schritt durchführen und zum Ende hin kontrollieren und in einem Prüfungsgespräch reflektieren. Nach rund 5 Tagen intensiver Prüfungszeit durften 34 junge Forstwirte bei einer Feierstunde am FBZ Hachenburg ihren Gesellenbrief entgegennehmen.  

Monika Runkel, Leiterin des FBZ, begrüßte in Ihrer  Eröffnungsrede die zahlreichen Gäste aus dem  Staats-, Kommunal- und Privatwald ebenso wie die Inhaber privater Forstunternehmen. Sie dankte allen Ausbildern für das wichtige aber auch lohnenswerte Engagement zum Wohle einer fachkompetenten, beruflichen Bildung.  

Als Vertreter der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt an der Weinstraße überbrachte Marco Sergi seine Glückwünsche. Gleichzeitig freute er sich darüber, dass Landesforsten Rheinland-Pfalz nun viele neue Forstwirte einstellen kann, die zwar am Anfang eines lebenslangen Lernprozesses stehen, aber durch die gute Ausbildung in den Betrieben, der Berufsschule Bad Kreuznach und der Überbetrieblichen Ausbildung am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg bestens darauf vorbereitet worden sind.

Stellvertretend für die Berufsverbände gratulierte  Siegfried Rohs im Namen der IG BAU und des BDF allen Teilnehmer der Abschlussprüfung.  

Bei der  Übergabe der Urkunden erhielten dann sichtlich zufriedene Forstwirte ihren Gesellenbrief aus der Hand von Ökonomierat Heribert Metternich, dem Vizepräsidenten der Landwirtschaftskammer Rheinland Pfalz. Dieser freute sich nach der Übergabe ganz besonders darüber, den drei besten Prüfungsteilnehmern noch einmal gesondert gratulieren zu können.

Roman Adrian vom Forstzweckverband Kastellaun durfte sich dabei als bester Jungforstwirt über eine Auszeichnung  und die Glückwünsche aller Festredner freuen.

Pascal Dahm, Auszubildender im Forstunternehmen Walter Dahm GmbH als zweiter und Hendrik Bortscheller vom Forstamt Kaiserlautern als drittbester Prüfungsteilnehmer freuten sich ebenfalls  sichtlich über ihre guten Leistungen.  

Monika Runkel und das gesamte Team vom Forstlichen Bildungszentrum gratulieren auf diesem Wege allen neuen Forstwirten zur bestandenen Forstwirt-Abschlussprüfung  2017.

Autor: M.Reetz, Forstliches Bildungszentrum Rheinland-Pfalz

 

 

Büroangestellte entwickeln sich zu modernen Leitungskräften

05/2017 - Forstliches Bildungszentrum

Frau Remuta (links) und Frau Stilz (rechts) schilderten in ihren Dankesworten den langen (Lern-)Weg im Rahmen der Fortbildung. Foto: M.Grohs; FBZ
Angekommen! Die Teilnehmer/-innen freuten sich über eine kleine Weißtanne, die das Ende der Potentialgruppe Büroleitung symbolisierte. Foto: M.Grohs; Forstliches Bildungszentrum

Die erste Potentialgruppe Büroleitung schloss nach anderthalb Jahren am Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) erfolgreich ab – Neben der fachlichen Qualifizierung stand Sozial- und Methodenkompetenz im Fokus

Vor rund 1,5 Jahren startete die erste „Potentialgruppe Büroleitung“ für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten Rheinland-Pfalz. Ganz zu Beginn  erhielten die fünf Teilnehmer ein Bild, auf dem ein langer Weg hin zu einem Baum zu sehen war. Nach rund 50 Seminartagen freuten sich dann endlich die fünf Teilnehmer, dass sie nun am Baum, der symbolisch für das Ende der Fortbildung stand, angekommen waren. Sichtlich stolz hielten die vier Damen und ihr  männlicher Kollege bei einer kleinen Feierstunde Mitte Mai dann auch eine kleine Weißtanne in der Hand.

Das Ziel der berufsbegleitenden Fortbildung war die Befähigung für die Leitung eines Forstamtsbüros. Nach der intensiven Fortbildung überreichte zum Abschluss Herr Dr. Bolz, Leiter der Zentralstelle der Forstwirtschaft (ZdF),  dem neuen Führungspersonal die Teilnahmebescheinigung sowie einen mehrseitigen Qualifizierungskatalog. Aus diesem wurde ersichtlich, dass gut ein Viertel der Zeit für die Schärfung der Sozial- und Methodenkompetenz aufgewendet wurde. Hierbei bediente die Lehrgangsleitung sich zum einen der internen Personalentwicklung und zum anderen eines professionellen, externen Referenten. 

Forstfachliche Themen kamen bei den Veranstaltungen am Forstlichen Bildungszentrum selbstverständlich nicht zu kurz. Die für Leitungsarbeit im Geschäftszimmer sehr wichtige  Verwaltungslehre übernahmen Dozenten der Mayener Hochschule für öffentliche Verwaltung. Den Qualifizierungserfolg stellten fünf umfangreiche Lernzielkontrollen sicher.

Ohne den Einsatz zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten aus unterschiedlichen Betriebsbereichen (vom Forstrevier bis zur ZdF) wäre die Realisierung der Bildungsmaßnahme nicht möglich gewesen. Zusätzlich  zu ihrem Alltagsgeschäft ermöglichten  die Referenten durch praxisnahe Vorträge  und bis hin zur  Gruppenarbeiten durch eine methodisch-didaktische Unterrichtsgestaltung den stetigen Kompetenzzuwachs aller Teilnehmer.

Dr. Bolz unterstrich in seiner Festrede die hohe Bedeutung der Schnittstelle „Büroleitung“ zwischen den vielen Akteuren im Alltagsgeschäft: „Ist die Büroleitung kompetent, so funktioniert auch das Forstamt“, betonte Leiter der ZdF.  Und die Leiterin des Forstlichen Bildungszentrums, Frau Monika Runkel, wies darauf hin, dass die Qualifizierung dieser Berufsgruppe zu einer bisher dem gehobenen Forstdienst vorbehaltenen Leitungsfunktion bundesweit einmalig sei. „Sie sind ein hervorragendes Beispiel für ,lebenslanges Lernen‘. Nicht viele bringen den Mut auf, sich berufsbegleitend einer solch großen Herausforderung zu stellen, Sie haben sie in bester Weise gemeistert“, lobte Runkel.

Die künftigen Büroleitungen bedankten sich bei der Betriebsleitung, der anwesenden Personalvertretung sowie dem FBZ für die Möglichkeit dieser außergewöhnlichen Qualifizierungsmaßnahme und erwähnten auch, dass „der Lernort Hachenburg sehr attraktiv“ sei.

Wir gratulieren den neuen Führungspersönlichkeiten:
Simone Braun (FA Annweiler), Marion König-Voss (FA Hinterweidenthal), Bianca Remuta (FA Birkenfeld), Anita Stilz (FA Soonwald), Peter Siegler (FA Donnersberg)

Autor: M.Grohs - Forstliches Bildungszentrum

 

 

Forstwirt Azubis messen ihr berufliches Können

04/2017 - Berufswettbewerb als Austauschforum für junge Vertreter der „grünen Berufe“

Teilnehmer am Berufswettbewerb für Forstwirte beim Kombinationsschnitt; Foto: Rotraud Weber

Beim diesjährigen Berufswettbewerb der „grünen Berufe“ erreichten die Forstwirt-Auszubildenden hohe Punktezahlen und wurden mit einem attraktiven Rahmenprogramm sowie tollen Sachpreisen belohnt. Federführend organisiert wurde die Veranstaltung von der Landjugend Rheinland-Nassau (Vorentscheid) und Rheinhessen-Pfalz (Landesentscheid), seitens Landesforsten vom Forstlichen Bildungszentrum Rheinland-Pfalz (FBZ) in Hachenburg.

Ein sichtlich froher Leiter gratulierte einem Auszubildenden aus seinem Forstamt zum ersten Platz des Vorentscheids beim Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend: Bernd Closen ist stolz auf Bastian Adams, der beachtliche 82,85 Punkte erreichte und sich damit unter 23 Mitbewerbern des ersten und zweiten Lehrjahres durchgesetzt hat. 28 Auszubildende des dritten Ausbildungsjahres bildeten eine weitere Gruppe, in der Patrick Kuhn vom Forstamt Kaiserslautern das Rennen machte.

Einen Tag vor seiner Pensionierung war es für Closen ein schönes Geschenk, dass ein „Soonwälder“ den vordersten Rang erreichte. Außerdem zeigte er sich sehr zufrieden mit dem Ablauf des zweitägigen Ereignisses – es ist bereits Tradition, dass der Vorentscheid auf dem Gelände in Entenpfuhl stattfindet. „Wir machen das gerne, denn was gibt es sinnvolleres als unsere forstliche Zukunft zu fördern“, resümierte Closen.

Aus beiden Gruppen qualifizierten sich die ersten sechs jungen Männer für den Landesentscheid, der in Münchweiler auf dem Hofgut Neumühle, der Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung, einige Wochen später stattfand. Hoch motiviert starteten sie in den theoretischen Teil, in dem sie ihr Wissen in Allgemeinbildung und beruflichen Aspekten unter Beweis stellen mussten. Dazu gehörte ein Vortrag über ein forstliches Thema. Am zweiten Tag absolvierten die Teilnehmer einen praktischen Aufgabenparcours.

Die Landjugend bot nach dem Wettbewerbsteil eine Führung durch das Fußballstadion in Kaiserslautern an. Zwischendurch war Zeit, in lockerer Atmosphäre für Gespräche mit den Landwirt-Auszubildenden über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der „grünen Berufe“.

Als diejenigen mit den besten Fähig- und Fertigkeiten, ermittelten die Schiedsrichter Florian Kirner (1. Platz) von der Hatzfeldt’schen Verwaltung in Wissen und abermals Bastian Adams (2. Platz). Die beiden haben nun die Möglichkeit, sich beim Bundesentscheid in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) mit allen Landessiegern zu messen.

Das Fazit der Teilnehmer lautete: „Es lohnt sich beim Berufswettbewerb mitzumachen, natürlich freut man sich über tolle Preise, aber wichtiger ist der Spaß, den wir gemeinsam hatten!“

 Autor: Matthias Grohs, Forstliches Bildungszentrum

 

 

 

FFH-Moose in Wäldern in Rheinland-Pfalz erkennen und schützen

04/2017 - von Dr. Oliver Röller

Teilnehmende am Seminar im Haus der Artenvielfalt; Foto: O.Röller

Am 22.03.2017 traf sich eine Gruppe von 25 Angestellten der Landesforsten Rheinland-Pfalz in
Neustadt a. d. Weinstraße im Haus der Artenvielfalt der Georg von Neumayer Stiftung zu einem
Fachseminar über europaweit geschützte Moos- und Farnpflanzen. Organisiert wurde die
Fortbildungsveranstaltung von Hartmut König vom Forstlichen Bildungszentrum Rheinland-Pfalz,
und dem Bryologen (Moosexperten) Oliver Röller.

Vollständigen Seminarbericht jetzt lesen

Mehr Informationen unter:

natur-suedwest.de

 

 

18 Forstwirtschaftsmeister bestanden erfolgreich die Prüfung

11/2016

FWM-Kurs 2016; Bild: M.Reetz, Forstliches Bildungszentrum

Forstwirtschaftsmeister braucht das Land. So lässt sich kurz und prägnant der Kerninhalt aus der Festrede von Ministerialrat Hans- Dietrich Hoffmann zusammenfassen, mit welcher er in Hachenburg 18 Lehrgangsteilnehmern aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zur erfolgreich bestandenen Prüfung zum Forstwirtschaftsmeister gratulierte.

Neunzehn Forstwirte aus allen drei Waldbesitzarten hatten sich vor fast genau einem Jahr auf den langen Weg gemacht, um am Ende im Forstlichen Bildungszentrum die heißersehnten Ernennungsurkunden zu erhalten. Sie erinnerten dabei nochmals an die Stationen auf dem einjährigen Weg zum Forstwirtschaftsmeister. In fünf Blöcken mit insgesamt 18 Wochen Unterricht erwarbem die angehenden Forstwirtschaftsmeister das notwendige Rüstzeug für drei schriftliche und vier praktische  Prüfunen. Dabei galt es, Maßnahmen in der Waldbewirtschaftung zu planen, durchzuführen und anschließend zu bewerten, die wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Zusammenhänge im Betrieb zu erkennen und zu analysieren sowie Zusammenhänge der Berufsausbildung und Mitarbeiterführung zu erkennen, um junge Azubis ausbilden und Mitarbeiter führen zu können.

Als Jahrgangsbester freute sich Patrick Müller vom FA Birkenfeld über das Ergebnis und das Präsent. Zeitbester wurde Johannes Hutter (VG Nassau). Die beiden notengleichen FWMs  Markus Klein (Forstbetrieb Helga Schumacher, NRW) und Florian Thoes (FZV Baumholder) teilten sich den dritten Platz .

Für die Prüflinge bedankte sich abschließend Bernhard Reckmann vom Forstamt Bad Dürkheim bei allen an der Fortbildung beteiligten Personen sowie dem Prüfungsausschuss für die geleistete Unterstützung im Laufe des Jahres.

Autor: Cornelia Fronk, FBZ