Es ist Blattzeit

Die Rehe haben Paarungszeit! Da sind die Böcke schon einmal etwas „durch den Wind“ und entsprechend unvorsichtig. Öfter als sonst laufen sie vor Autos oder dem Jäger vor die Büchse. Ahmt man die Fieplaute des weiblichen Rehes nach, lassen sich die Böcke anlocken. Früher verwendeten Jäger dazu ein Buchenblatt, was den ungewöhnlichen Namen erklärt.

Paarungszeiten im Hochsommer sind in der heimischen Tierwelt ungewöhnlich. Damit das Jungtier nicht in die karge und kalte Winterzeit geboren wird, unterbricht der Keim am Anfang seine Entwicklung und verzögert so die Geburt bis zum Frühjahr.

Was macht der Zaun im Wald?

Damit die Triebe von jungen Bäumchen nicht verbissen werden, schützen wir sie mit Zäunen. Denn Rehwild und Rotwild frisst gern die jungen Triebe ab, oft so viel, dass der Baum dadurch stirbt. Fichten und Kiefern, von denen es in einigen Regionen sehr viele gibt, verschmähen die Tiere eher. Sie wollen Abwechslung – wir aber auch: Deshalb fördern wir Mischwälder mit verschiedenen Baumarten – und die müssen wir schützen.

Kleine Helfer ganz groß

Waldameisen helfen dem Wald. Im großen Umfeld um ihre Nesthügel verzehren sie bis zu 25 KG Insekten pro Jahr und halten damit die Pflanzen schädlingsfrei. Sie entsorgen Tierkadaver und wirken so als Gesundheitspolizei. Sie sind aber auch Viehzüchter, die ihre Blattlausherden schützen und umsiedeln. Von ihnen melken Sie den Honigtau, eine Zuckerlösung, die Blattläuse ausgiebig absondern. Obwohl ein Ameisenvolk im Jahr ein ganzes Faß davon - 200 Liter - verzehrt, entgeht ihnen viel, tropft auf Blätter, wird von Bienen aufgeleckt und in Honig verwandelt. Das trägt wesentlich zur Ernährung der wichtigen Blütenbestäuber bei.

Sitzen Zecken im Ginster?

Das kann gut sein - der Strauch sticht nämlich nicht. Der Ginster heißt in vielen Regionen unterschiedlich. In der Eifel etwa „Eifelgold“. Im Hunsrück sagt man oft „Besenginster“ dazu oder auch „Bremme“. Aus dem gelben Strauch wurden früher Straßenbesen gebunden.  Ob in dem Schmetterlingsblüter viele Zecken sitzen, kann man nicht genau sagen. Das ist aber gut möglich: Die Pflanze ist sehr geschmeidig und das Wild kann sie gut durchstreifen. Klar, dass da mehr Wildwechsel durchlaufen, als durch eine Dornenhecke. Da lohnt es sich dann also auch für die Zecken, sich diesen Platz auszusuchen. 

Volle Rolle

Die Raupen des Eichenwicklers haben sich an den neuen Blättern der Eiche satt gefressen. Um sich ungestört verpuppen zu könnnen, rollen sie sich ein Eichenblatt von der Seite her zusammen, sichern es mit Spinnfäden, und vollenden darin ihre Entwicklung zum Schmetterling. Eichenblätter, die eingeschnitten und von der Spitze her ein Stück weit aufgerollt wurden, sind hingegen das Werk des Eichenblattrollers. Dieser Rüsselkäfer schütz so seine Eigelege.

Warum lieben Schweine Dreck?

Auch Wildschweine müssen sich vor Sonnenbrand schützen. Deshalb suhlen sie sich im Schlamm. Der Dreck schützt sie außerdem vor Insekten. Anschließend schrubben sie sich den Dreck an Bäumen wieder ab – und damit auch lästiges Ungeziefer. Und: Sie haben nur sehr wenig Schweißdrüsen, deshalb müssen sie sich auch zur Abkühlung suhlen.

Die Sonne bringt sie an Tag

Die Sonne hat auch die Waldeidechse aus der Winterruhe gelockt. In der Kältestarre verträgt sie sogar einige Minusgrade. Ihre Eier behält sie im Körper, bis die Jungen schlupfbereit sind. So kann sie immer warme Stellen aufsuchen, um die Eier von der Sonne ausbrüten zu lassen, denn wie alle Reptilien erzeugt sie keine eigene Körperwärme. Dadurch kann sie sogar nördlich des Polarkreises existieren und ist das am weitesten verbreitete Reptil der Welt. Von Irland bis Japan kann man Waldeidechsen finden. In der Hitze Südeuropas legt sie – wie andere Eidechsen auch – ihre Eier frühzeitig in den warmen Sand und überlässt das Brutgeschäft der Sonne.

Auf langer Tuchfühlung

Mega lange Fühler, oder? Dieser Vertreter der Langhornmotten (Familie Adelidae) ist weit verbreitet und nichts Ungewöhnliches. Auffallend sind aber die Männchen mit ihren ewig langen Fühlern im Schwärmflug, in diesem Fall im Ober-Olmer Wald. Hier waren es 15-20 Exemplare, die längere Zeit um einen Hainbuchenzweig herum schwärmten und immer wieder saßen. Die Weibchen schwärmen wohl nicht, fliegen nur mal kurz einen Männchenschwarm an und paaren sich schnell in der Luft.

Siebenschläfer sind nun wach

Egal, ob Sie heute verschlafen haben - so lange wie beim Siebenschläfer war's bestimmt nicht. Er hält rund sieben Monate Winterschlaf. Ab Mitte September bis Mai legt er sich in einer Höhle zur Ruhe. Vielleicht gehört er deshalb zur Familie der Bilche, den Schlafmäusen? Er lebt in Bäumen und ist nachtaktiv. Eine seiner Leibspeisen sind Bucheckern.

Ameisen als Gärtner im Wald

In Laubwäldern können Sie gerade das Wald-Veilchen sehen. Wald-Ameisen helfen dem Blümchen, sich zu verbreiten. Am Samen hängt nämlich ein Ölkörper, den die Ameisen essen, der Samen selbst interessiert sie nicht. Den lassen sie liegen - so kann hier eine neue Pflanze entstehen. Das machen die Ameisen übrigens auch mit anderen Pflanzen so, etwa dem Lerchensporn.

Wer ist wer? Auf die Beinpaare kommt es an

Wissen Sie, wie viele Beine eine Spinne hat? Oder eine Assel? Wenn Sie die Beinpaare zählen, können Sie die Tiere besser voneinander unterscheiden. Diese kleinen Lebewesen sind wichtig für den Wald, sie versorgen ihn unter anderen mit Nährstoffen, in dem sie totes organisches Material zersetzen.

Keine Beinpaare = Würmer, Maden
3 Beinpaare = Insekten, Gliederfüßer
4 Beinpaare = Spinnentiere
7 Beinpaare = Asseln
Viiiele Beinpaare = Tausendfüßer

Vom Frischling zum Überläufer zum Keiler oder der Bache

Wildschweine, die ein bis zwei Jahre alt sind, nennt man "Überläufer". Sie sind dann keine Frischlinge (so heißen die Jungen) mehr, aber auch noch keine Bache (weiblich) und auch noch kein Keiler (männlich).

Die Haselmaus ist keine Maus

Die Haselmaus macht ziemlich lange Winterschlaf. Sie ist nur von April bis Oktober aktiv. Haselmäuse können etwas Besonderes, was für uns Menschen ganz normal ist, weil wir einen Daumen haben: Aber auch Haselmäuse können ihre Finger gegenüberstellen und krümmen - und somit fest zu packen. So schaffen sie es, selbst an ganz glatten Baumstämmen hochzuklettern. Den langen Schwanz brauchen die Haselmäuse zum Balancieren.
Übrigens sind Haselmäuse gar keine Mäuse, sie gehören zu den Bilchen. Genau wie der Siebenschläfer. Bilche sind mausartige Nagetiere, aber wohl eher mit den Hörnchen verwandt.

Das Foto wurde in einer Aufzuchtstation gemacht, das Tier ist dadurch nicht aufgewacht und es bestand auch keinerlei Gefahr, dass die Haselmaus davon wach wird.

Frosch- oder Krötenlaich?

In einigen Gewässern können Sie gerade den Laich von Amphibien entdecken. Hier werden bald Frösche schlüpfen. Während Frösche eher klumpige Ballen wie hier auf dem Bild machen, sind es bei Kröten lange Laichschnüre, die sich durchs Wasser ziehen.

Früher schickte man die Rinder in den Wald

Grinde, Hardt, Holzwiese, Hutung, Hudewald – all das sind historische Namen für die Waldweide. Noch im 18. Jahrhundert schickten Bauern ihr Vieh zum Weiden in den Wald. Daher rühren noch heute viele Ortsnamen. Heute gibt es solche Waldweiden kaum noch, falls Sie aber doch mal Rinder im Wald sehen wollen, kommen Sie in den Pfälzerwald nach St. Martin.
http://www.pfaelzerwald.de/…/2…/10/Ochsentour_St.-Martin.pdf

Pinkeln, als Fangstrategie

Damit ein Fuchs einen Igel packen kann, schubst er ihn ins Wasser - oder pinkelt über ihn drüber. Bei Wasser macht sich der Igel nämlich lang statt sich einzurollen und der Fuchs sticht sich nicht an den Stacheln.

Fastnacht in der Tierwelt?

Fast: Diese Verkleidungskünstler haben eine längere Kampagne: Der Ragwurz, ein Orchideengewächs, tut so als wäre er ein Grabwespenweibchen und verbreitet sogar Sexuallockstoffe. Darauf fliegen die Grabwespenmänchen. Sie bekommen dann aber nicht ♥♥  sondern Pollen.

Der Nagelfleck tut so, als hätte er riesige Augen und auch der Prachtgrüne Bindenspanner setzt auf Tarnung: Er will nicht erkannt werden, wenn er an einem Baumstamm sitzt.

Weil Enten immer kalte Füßen haben, frieren sie nicht fest

Vogelfüße sind immer kalt. Deshalb können die Tiere nicht am Eis festfrieren. Sie bringen das Eis durch die Körperwärme nicht zum Schmelzen.
Wäre das schon so, würden die Füße irgendwann kälter werden, dann würde das Wasser wieder frieren und man klebt am Eis.

 

Kein Futter für Wildtiere

Wir in Rheinland-Pfalz füttern die Wildtiere im Wald nicht. Sie kommen mit dem Winter hier klar. Das gehört zur Natur. Für Fütterungen braucht man eine Ausnahmegenehmigung, diese wird aber nur in Notzeiten erteilt. Der Schnee und die Kälte der letzten Wochen ist keine solche Notzeit.

 

 

 

 

Was ist ein „Schlüpfertypus“?

Ja, das heißt wirklich so. Das Reh gehört zum sogenannten "Schlüpfertypus". Das heißt: Wenn das Reh Gefahr wittert, versucht es schnell ins dichte Unterholz oder Gebüsch zu springen. Sein Körperbau ist so angelegt, dass es gut durchs Dickicht kommt: Die Wirbelsäule fällt leicht nach vorne ab, wodurch das Hinterteil höher als die Schultern liegt.

Außerdem hat das Reh lange Beine, von denen die hinteren im Sprunggelenk eingenickt sind. So kann es gut durchs Dickicht schlüpfen.

Das Reh ist übrigens Tier des Jahres 2019. Mehr Infos dazu gibt es hier: https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/reh

 

 

Let´s talk about ...

Rauschzeit, Brunftzeit, Blattzeit: Wenn Jägerinnen und Jäger von der „Rauschzeit“ sprechen, hat das nichts mit einer wilden Party zu tun. Um die Paarungszeiten der einzelnen Wildtierarten auseinanderzuhalten, gibt es für jede Wildtierart einen eigenen Begriff. So heißt die Paarungszeit der Wildschweine „Rauschzeit“, die des Rehwilds „Blattzeit“ und beim Rotwild spricht man von der „Brunftzeit“.

 

 

 

 

Macht ein Mufflon mäh?

Wie die Stimmen von Wildtieren klingen, erfährt man auf dieser Datenbank. Hier können Sie hören, wie ein Reh bellt, wie ein Mufflon klingt oder verschiedene Vogellaute hören: Klicken Sie dazu links auf „Übersicht“ und geben rechts ein Stichwort ein. Mit Klick auf das Bild ertönt der jeweilige Laut.

http://www.tierstimmenarchiv.de/RefSys/Species.php?&Species=Capreolus%20capreolus&spTypeSelected=c

 

 

 

 

Hoffentlich geht nichts durch die Lappen!

Der Ausdruck ‚durch die Lappen gehen“ kommt aus der Jägersprache. Früher hingen die Jägerinnen und Jäger große Lappen bei der Treibjagd auf - so dass das Wild denkt, dass es hier nicht weiter geht. Die Lappen sollten also eine Art Zaun bilden. Allerdings hat es doch so manches Tier gemerkt, dass man durch den Lappen schlüpfen kann. Es ist dann also entwischt - und "ging durch die Lappen".

 

 

 

 

Rezept: Wildkraftbrühe mit selbstgemachten Rehnudeln

Die Ausstechförmchen sind nicht nur für Plätzchen gut - auch für Nudeln. Wir verraten Ihnen unser Rezept für eine Wildkraftbrühe mit selbstgemachten Rehnudeln
Wildkraftbrühe:
Zutaten:
500 g Wildfleisch
500 g Wildknochen
1 Bund Suppengemüse, Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe,
3 Knoblauchzehen, 3 Zwiebeln, 4-6 Lorbeerblätter, 8 Nelken
20 Pfefferkörner rot, schwarz, weiß
10 gedrückte Wacholderbeeren
3 - 4 l Wasser
Nudeln nach Geschmack
Petersilie, Schnittlauch
Zubereitung:
Die Knochen und das Fleisch mit kaltem Wasser in einem großen Topf auf dem Herd aufsetzen. Nach und nach die restlichen Zutaten vorbereiten und dazu geben. Den ersten Schaum abschöpfen. Dann ca. 2 Std. auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Fleisch oben schwimmt. Das Fleisch herausnehmen und den Sud durch ein Sieb abschütten. Das Fleisch in kleine Würfel schneiden, beiseite stellen und später in die Suppe geben. Dann die Nudeln kochen und mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf mit Gemüsebrühe abschmecken.
Die gekochten Nudeln, etwas frische Petersilie und Schnittlauch vor dem Servieren in die Brühe geben.
Rehnudeln
Zutaten:
4 Eigelbe, 1 Ei, 2 EL Rapskernöl, Salz, ca. 400 g Mehl
Zubereitung:
Das Mehl auf die Arbeitsfläche geben, in der Mitte eine Mulde schaffen, die Eigelbe und das Ei hinein geben, Salz und Öl hinzufügen. Nun werden die Zutaten mithilfe einer Gabel vermischt und dabei immer ein bisschen vom Mehl mit eingearbeitet. Hat die Masse eine knetbare Konsistenz erreicht, kann mit den Händen auf der bemehlten Arbeitsfläche weitergearbeitet werden. Der Teig sollte so lange geknetet werden, bis er elastisch ist, eine glänzende Oberfläche hat und nicht mehr klebt (ca. 10 min).
Ist diese Konsistenz erreicht, wird der Teig zu einem Ball geformt und in Frischhaltefolie gewickelt. Er sollte ca. 30 min bei Zimmertemperatur ruhen.
Nun den Teig zur Weiterverarbeitung auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und den Teigball mit der flachen Hand etwas breit drücken. Anschließend mit einem Nudelholz immer von der Mitte nach außen flach ausrollen, alternativ mit einer Nudelmaschine. Dann die Rehfiguren ausstechen, ca. 2-3 pro Person. Den Restteig zu Schabnudeln verwenden. Die Nudeln in einem großen Topf mit Salzwasser gar kochen und zu der Suppe im Teller geben.

 

 

 

Was gibt´s im Waldladen?

Vom Grillgut bis zur Waldlektüre: Im Laden am Walderlebniszentrum Soonwald (nahe Stromberg) finden Sie leckere Wildprodukte aus der Region und schöne Sachen aus und über den Wald. Die Wildprodukte werden alle in unserem Wildverarbeitungsbetrieb am Forstamt Soonwald in Entenpfuhl hergestellt. Dort haben wir auch ein Wildlädchen.

Übrigens: Viele unserer Forstämter verkaufen Wildbret. Fragen Sie doch mal bei Ihrem Forstamt nach, welche Wildprodukte bei Ihnen in der Nähe verfügbar sind.

Die Öffnungszeiten finden Sie jeweils hier:

https://www.wald-rlp.de/de/forstamt-soonwald/angebote/wildvermarktung/ (Wildprodukte)

https://www.wald-rlp.de/de/pool/walderlebniszentrum-soonwald/wir/im-waldladen/ (Wildprodukte, Bücher, Deko etc.)

 

 

Was ist eigentlich Schalenwild?

Die Forstleute und Jägerinnen und Jäger meinen damit Tiere mit "Schalen", so nennt man die Klauen von Paarhufern, die dem Jagdrecht unterliegen.

 

 

 

 

Wer war Hubertus?

Am 3. November ist der Tag des Heiligen Hubertus. Er ist der Schutzpatron der Jägerinnen und Jäger und steht für Besonnenheit bei der Jagd.