Was heißt smarte Technik im Wald?

Harvester
Harvester
© Landesforsten.RLP / igreen Fieber

Zum Beispiel, wenn der Forwarder mit dem Harvester spricht. Die eine Maschine sagt der anderen Maschine etwa, welchen Weg sie entlang gefahren ist, damit diese die gleiche Fahrlinie nutzen kann - das schont den Boden.

Smart heißt also: Die Holzerntemaschinen speichern ihren Standort im Wald, die Karten mit der aufgezeichneten Fahrstrecke, die Mengen und Sorten des aufgearbeiteten Holzes sowie die Polterplätze, wo das geerntet Holz liegt. Dann schicken die Maschinen alles an eine Internet-Plattform. Der Vorteil: Die Forst-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die Infos über die Holzernte brauchen, müssen nicht mehr extra ihre Kolleginnen und Kollegen im Wald anrufen. Sie können sich einfach auf der Plattform einloggen. So sehen sie in Echtzeit vom Büro aus, was im Wald passiert.

Auch für die Fahrer der smarten Maschinen ist das praktisch: Die Maschinenführer, die alle im Schichtbetrieb arbeiten, müssen sich gegenseitig nicht mehr umständlich mitteilen, wo sie entlang gefahren sind, wo welches Holz liegt und wo die Maschine jetzt im Wald steht. Dazu genügt ein Blick aufs Handy. Smarte Technik heißt also auch, das man unkompliziert Infos über die Holzerntemaschinen und die Arbeit im Wald abfragen kann – egal, wo man gerade ist.

Rehe bellen und fiepsen

Reh im Dickicht
Reh im Dickicht
© Landesforsten.RLP.de / Ingrid Lamour

Wussten Sie, dass Rehe bellen und fiepsen? Jetzt gerade ist Blattzeit - also die Paarungszeit der Rehe (Ende Juli bis Mitte August). Die Ricken, das sind die weiblichen Rehe, geben Fieps-Laute von sich, um den Rehbock anzulocken. So wollen sie ihm zeigen, dass sie gerade fruchtbar sind. Vielleicht hören Sie die Tiere, wenn Sie das nächste Mal im Wald unterwegs sind. Das klingt ein wenig so, wie wenn man einen Grashalm zwischen die Daumen spannt und durchpustet.

Einen Grashalm oder andere Hilfsmittel nutzen auch Jägerinnen und Jäger, um den Rehbock während der Blattzeit anzulocken. Wenn Sie etwas fiepsen hören, kann es also eventuell auch ein Mensch sein.

Das "Bellen" der Rehe nennt man auch "Schrecken". Mit diesem Laut warnen die Tiere andere Artgenossen vor Gefahr.

Wer war das?

Harzfluss an Fichte
Harzfluss an Fichte
© Landesforsten.RLP / Magdalena Fröhlich

Welcher Vogel hat da runter gesch****? Keiner! Das ist Baumharz, das austritt, wenn der Baum eine Verletzung hat. Auch wenn der Baum beispielsweise vom Borkenkäfer angebohrt wird, sondert er erstmal Harz aus, um den Käfer abzuwehren. Der bleibt dann kleben.

Der Farn, der beim Aufschneiden einen Adler trägt

Querschnitt durch den Stengel des Adlerfarn
Querschnitt durch den Stengel des Adlerfarn
© Landesforsten.RLP / Magdalena Fröhlich
Adlerfarn
Adlerfarn
© Landesforsten.RLP / Magdalena Fröhlich

Wenn man Adlerfarn unten an der Wurzel abschneidet, soll das aussehen wie ein Adler – zugegeben, mit viel Fantasie. Man könnte auch einen Schmetterling  erkennen, oder?

Adlerfarn ist der Farn, der ziemlich hoch wird. Der Adlerfarn bildet im Boden ein weit verzweigtes Rhizom aus. Dieses kann über hundert Jahre alt werden. Allerdings hindert der Adlerfarn junge Bäumchen am Wachsen – er nimmt ihnen unter anderem das Licht. Weitere Infos gibt’s hier.

Verstehen Sie Forst?

Ponny
Ponny
© Landesforsten.RLP / Magdalena Fröhlich

Forstleute haben manchmal ihre eigene Sprache: Die ersten (unten vom Stamm gemessen) 2,40 oder 3 Meter lange Holzstücke nennt man „Pony“. Statt Waldarbeiter-Team sagt man Waldarbeiter-„Rotte“ und wenn ein Weg in der Mitte zwischen den Fahrspuren einen Hubbel hat, heißt das „Schweinerücken“. Auf dem Foto sehen Sie rechts zwei „Ponys“.

Festmeter, Raummeter – oder was?

Rauminhalt verschiedener Holzsortimente
Rauminhalt verschiedener Holzsortimente
© Landesforsten RLP

Die Menge für Holz wird in unterschiedlichen Maßeinheiten angegeben – dabei kommt es immer auf die Zwischenräume zwischen dem geschichteten (die Forstleute sagen „gepolterten“) Holz an.

  • Kauft man Stammholz, ist das in Festmetern angegeben. Von einem Festmeter spricht man dann, wenn die reine Holzmasse angegeben ist – hier gibt es also keinen Zwischenraum. Ein Festmeter entspricht dabei einen Kubikmeter.
  • Wenn Sie Brennholz kaufen, ist das Holz in der Regel geschnitten. Sie kaufen dann meist einen Raummeter. Dieser wird manchmal auch „Ster“ genannt. Ein Raummeter entspricht einem Kubikmeter Holz, der aus einen Meter langen, gepolterten Holzstücken besteht. Zwischen den einzelnen Holzstücken sind Zwischenräume.
  • Ist das Holt eher ein „loser Haufen“, dann spricht man von „Schüttraummeter“. Das ist dann ein Kubikmeter geschüttetes (Brenn-)holz. Weil es nicht so ordentlich geschlichtet ist, ist hier mehr Zwischenraum zwischen den einzelnen Holzstücken.

Der Wald macht aus CO2 Holz

Wald macht aus Kohlendioxid Holz
Wald macht aus Kohlendioxid Holz
© Landesforsten.RLP / Magdalena Fröhlich

Wussten Sie, dass Ihr Holzschrank CO2 speichert? Der Wald ist ein riesiger Speicher für CO2. Die Bäume nutzen es bei der Photosynthese und wandeln es um - in Biomasse (also u.a. in Holz und Blätter) und Sauerstoff. Die Bäume speichern somit das CO2 beim Wachsen. Es wird erst wieder freigesetzt, wenn der Baum zerfällt. Wenn also ein Baum vor seinem Zerfall geerntet wird und daraus ein Holzprodukt wird, ist das Klimagas lange gespeichert. Egal, ob Sie also einen Fußboden oder einen Stift aus Holz habt - überall im Holz ist das CO2 "verbaut". So ist der Wald ein echter Klimaschützer.

ABER: Das heißt noch lange nicht, dass alle Bäume vor dem Zerfall gefällt werden. Wenn zum Beispiel Fledermäuse drin wohnen bleiben die stehen. Die Schutzfunktion des Waldes ist genauso wichtig.

Unnütze Äste lässt der Baum absterben

Fichtenast
Fichtenast
© Landesforsten.RLP / Magdalena Fröhlich

Warum sind viele Äste unterhalb der Baumkrone abgestorben? Weil der Baum sie nicht mehr braucht! Er versorgt sie einfach nicht mehr mit Nährstoffen und lässt sie bewusst absterben. Das hat einen einfachen Grund: Licht.

Der Baum ist immer auf der Suche nach Licht. So kann er Fotosynthese betreiben. An die unteren Äste kommt aber kein Licht mehr ran, wenn „von oben alles dicht“ ist und der Baum oben eine große Krone mit vielen Ästen ausgebaut hat.

Manche Bäume haben trotzdem Äste im mittleren und unteren Bereich des Stammes mit vielen Blättern oder Nadeln dran – nämlich dann, wenn dorthin auch Licht kommt. Das ist oft bei Bäumen am Wegrand der Fall – dann fällt hier seitlich Licht auf den Baum. Und dann sind die Äste für den Baum nützlich – mit dem Licht können die Blätter bzw. Nadeln Fotosynthese betreiben und der Baum kann wachsen.

Chaos im Wald ist wichtig

Äste nach Baumfällung: Unordnung oder Langzeitdünger?
Äste nach Baumfällung: Unordnung oder Langzeitdünger?
© Landesforsten.RLP / Magdalena Fröhlich

Wenn es nach der Holzernte etwas "unordentlich" aussieht, dann hat das seinen Sinn: Dünnes Holz bleibt im Wald liegen, damit es sich dort zersetzen kann. So wird der Boden mit Nährstoffen versorgt. Die Bäume können dann besser wachsen. U.a. schützen die dünnen Äste auch junge Bäume vor Wind. Das Restholz ist dann wie ein natürliches Schutzschild.

Noch vor einigen Jahrzehnten war der Wald viel "sauberer". Da hat man jeden noch so kleinen Ast als Brennholz genutzt. Der Boden hat so aber weniger Nährstoffe bekommen.