Wenn der Harvester mit dem Computer im Büro spricht

KWL feiert Anschaffung modernster Holzerntemaschinen mit großem Fest am 2. September, ab 11 Uhr in Hermeskeil

Hermeskeil, 7. August. 2018 Nie wieder Zettel an die Kollegen schreiben, wo die Maschine im Wald parkt! Darauf freut sich der Forstwirt und staatlich geprüfte Forstmaschinenführer Timo Emrich am meisten. Der Grund: Sein Arbeitgeber, das Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten Rheinland-Pfalz (KWL), hat drei neue Maschinen zur Holzernte angeschafft: zwei Harvester und einen Forwarder.
Ein Harvester fällt den Baum, entfernt die Krone, Äste und schneidet den Stamm anschließend in Abschnitte ein. Der Forwarder rückt die zugeschnittenen Holzstücke an die Waldstraße, von wo es der LKW ins Sägewerk transportiert. Alle neuen Maschinen haben eines gemeinsam: Sie sind ziemlich smart.
Das heißt: sie speichern den Standort der Maschine im Wald, die Karten mit der aufgezeichneten Fahrstrecke, die Mengen und Sorten des aufgearbeiteten Holzes sowie die Polterplätze, wo das geerntet Holz liegt. Dann schicken die Maschinen alles an eine Internet-Plattform. Der Vorteil: Die KWL-Mitarbeiter, die Infos über die Holzernte brauchen, müssen nicht mehr extra ihre Kollegen im Wald anrufen. Sie können sich einfach auf der Plattform einloggen. So sehen sie in Echtzeit vom Büro aus, was im Wald passiert.

Auch für die Fahrer der neuen Maschinen ist das praktisch: Die Maschinenführer, die alle im Schichtbetrieb arbeiten, müssen sich gegenseitig nicht mehr umständlich mitteilen, wo sie entlang gefahren sind, wo welches Holz liegt und wo die Maschine jetzt im Wald steht. Dazu genügt ein Blick aufs Handy. Denn auch damit sind die Maschinen über das Internet vernetzt.

„Die vorherigen Erntegeräte haben die Daten zwar auch schon gespeichert, aber man konnte sie nicht vom einen Gerät auf das andere übertragen“, erklärt Emrich.

Dazu mussten die Kollegen umständlich alles aufschreiben und im Büro in den Computer eingeben. „Für unsere Kunden müssen wir ja genau wissen: Wie viel Festmeter Holz können wir anbieten? Von welcher Baumart? Und in welcher Qualität – also zum Beispiel, ob das Sägeholz für den Baumarkt, Furnierholz für die Möbelherstellung oder eher Holz für die Papierindustrie ist“, erklärt der Forstwirt.

Diese Daten überträgt der Computer des Harvesters nun einfach an den PC, der im Büro in der Zentrale in Hermeskeil steht. „Früher musste man das alles abtippen“, so Emrich. „Und wir können jetzt exakt planen, wie viel Holz wir beim Rücken auf den Tragschlepper laden. Der Hänger ist immer optimal ausgelastet. Das bloße Auge kann nie so genau abschätzen, ob die gesamte Ladung auf einmal abgeholt werden kann.“

Die neuen Geräte können aber noch viel mehr: Sie kommunizieren auch untereinander: So teilt etwa der Harvester dem Forwarder mit, wo genau er entlang gefahren ist. Der Fahrer des Forwarders kann dann exakt die gleiche Fahrlinie benutzen und vermeidet dadurch unnötige Leerfahrten – und schont so den Waldboden.

Michael Schimper, Leiter des KWL sagt: „Mit der Ersatzbeschaffung der drei Maschinen hat Landesforsten Rheinland-Pfalz rund 1,3 Millionen Euro am Standort Hermeskeil investiert und damit den staatlichen Maschinenbetrieb deutlich modernisiert. Die Vorteile in der Bodenschonung sowie der Informationsbereitstellung kommen auch den Einsatzforstämtern Idarwald, Hochwald und Saarburg sowie dem Nationalparkamt zugute, für die das KWL arbeitet.“

Sie wollen die Maschinen live in Action sehen und das Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten kennenlernen? Dann besuchen Sie das

KWL-Fest am 2. September, ab 11 Uhr in Hermeskeil, Koblenzer Straße 71.

Es erwartet Sie eine Vorführung der Holzernte-Maschinen im Wald, eine Wald&Technik-Erlebnis-Meile, Spezialitäten vom Wild aus heimischen Wäldern sowie eine Drohnenvorführung.

Hintergrund:

Das Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten (KWL)

Im Zuge der Entstehung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald wurde 2014 das Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten (KWL) gegründet. Das KWL führt seither Waldumbau-Maßnahmen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald und Holzernte im Staatswald der umliegenden Forstämter durch. Dabei werden waldschonende Holzernteverfahren und Holzlogistik-Konzepte für alle Forstämter in Rheinland-Pfalz entwickelt. Zudem bildet das KWL als Partner des Forstlichen Bildungszentrums in Hachenburg Forstpersonal weiter. Das KWL ist außerdem für die landesweite Qualitätssicherung beim Einsatz von Forstunternehmern in den Forstämtern zuständig. Insgesamt beschäftigt das KWL 35 MitarbeiterInnen, davon 31 am Standort Hermeskeil. Zur Ausstattung gehören unter anderem zwei Harvester, drei Rückezüge, zwei Vorrückeraupen, zwei Forstspezialschlepper und ein landwirtschaftlicher Schlepper.