Räuchern im Jahreszyklus

Die Veranstaltung zu Erntedank sowie zur TaG-und-Nacht-Gleiche im Herbst greift ein Stück unseres kulturellen Erbes im Biosphärenreservat auf und gibt neue Impulse.

Am 16. September bietet das Haus der Nachhaltigkeit die nächste Veranstaltung aus seinem Räucher-Jahreszyklus an. Bei diesem Termin geht es um die Geschichte, die Bedeutung, das Brauchtum und die Räucherkultur, die mit dem Erntedank-Fest sowie der TaG-und-Nacht-Gleiche im Herbst verbunden sind. Die Referentinnen, Heidrun Johner-Allmoslöchner, zertifizierte Heilpflanzenfachfrau, und Elisabeth Horbach, zertifizierte Gästeführerin, sind seit Jahren erfahren in der Leitung von Räucherworkshops und Kräuterseminaren. Die Veranstaltung mit einem Informations- und einem Kreativteil, in dem ein Herbstkranz gebunden wird, beginnt um 14 Uhr und dauert zweieinhalb Stunden. Eine Teilnahme ist nur mit Voranmeldung unter hdn(at)wald-rlp.de oder Tel.: 06306/9210-130 möglich. Die Kosten inklusive Material betragen 23 €/Person.

Mit der Herbst-TaG-und-Nacht-Gleiche (Herbstäquinoktium) beginnt der kalendarische Herbst nach astronomischer Definition. Im Jahr 2018 ist es der 23. September. An diesem markanten TaG im Kalender begann nach den Vorstellungen unserer Vorfahren „die dunkle Hälfte des Jahres“. In die gleiche Zeit im Jahreszyklus gehört auch Erntedank, ein Fest, bei dem man sich traditionell für die inneren und äußeren Gaben bedankt.

Die evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland feiern seit einem königlich-preußischen Erlass aus dem Jahre 1773 Erntedank am Sonntag nach dem Michaelistag (29. September). In der katholischen Kirche gab es für das Fest lange keinen festen Termin. Die deutsche Bischofskonferenz legte 1972 Erntedank schließlich auf den ersten Sonntag im Oktober.

Zum Erntedankfest gehören neben dem Dank an die Geschenke der Natur (Ernte) und der eigenen Arbeit auch Tanz, Gesang und ein Festmahl, das Feiern der Fülle. Vielerorts wird in der Pfalz in dieser Zeit auch Kerwe, Kirmes (Kirchweih) „gehalten“. Es ist zudem die Zeit des jung vergorenen Weines, auch Bizzler oder Neuer genannt, und der Beginn des Lesens der „Keschde“.