Der Wald braucht junge Leute: Landesforsten RLP stellt bei den Holztagen im Westerwald den Nachwuchs in den Mittelpunkt

Was kann man aus Holz alles machen? Welche Berufe arbeiten mit Holz? Wie kann ich effizient mit Holz heizen? Am kommenden Samstag und Sonntag können Besucherinnen und Besucher der Westerwälder Holztage in Herschbach alles rund ums Holz erfahren. Zusätzlich findet am Freitag eine Fachtagung zum Thema „Die Zukunft der Holzvermarktung im Westerwald – Fluch oder Sägen?“ statt, die durch Forstministerin Ulrike Höfken eröffnet wird. Landesforsten Rheinland-Pfalz informiert das gesamte Wochenende über den Wald und die Menschen, die dort arbeiten.

Was macht eigentlich eine Försterin oder ein Förster bei Gewitter? Und gehen alle Forstleute auf die Jagd? Welchen Schulabschluss brauchen Forstwirte und wie sieht die Karriereleiter aus? Und muss man eigentlich im Wald arbeiten, um für den Forstbereich tätig zu sein? All das können Besucherinnen und Besucher genau von denen erfahren, die es am besten wissen: Von jungen Frauen und Männern, die mit ihrem Beruf vor wenigen Jahren bei Landesforsten RLP gestartet sind. „Wir wollen, dass Menschen, die sich dafür interessieren, im Forst zu arbeiten, unkompliziert mit uns in Kontakt kommen. Dabei gibt es keine dummen Fragen, wir freuen uns über jeden, der uns kennenlernen möchte“, sagt Birgitta Schneider, Personalreferentin bei Landesforsten RLP.
Das Klischee vom grummeligen Förster in Grün mit langem Rauschebart, Gewehr und Dackel hat längst ausgedient.

Anne-Sophie Knop, 25 Jahre, arbeitet seit rund einem Jahr bei Landesforsten Rheinland-Pfalz als Försterin: „In welchem Beruf kann man sonst mit der Natur arbeiten, ist oft draußen und hat vom Holzkäufer bis zum Mountainbiker mit ganz unterschiedlichen Menschen zu tun. Und der Hund ist natürlich auch meistens mit dabei“, so Knop, aus dem Forstamt Soonwald.

Florian Leidig, Forstwirt-Azubi im Forstamt Altenkirchen pflichtet seiner Kollegin bei: „Als Forstwirt bin ich immer im Grünen und arbeite mit verschiedenen Werkzeugen. Außerdem finde ich es gut, wenn das Holz möglichst nicht so weit transportiert werden muss. Wir beliefern unter anderem die heimischen Sägewerke im Umkreis. Und ich finde es immer toll, was für schöne Produkte aus dem Holz entstehen – egal, ob Holzbauten oder Möbel. Besonders Spaß macht mir auch die Naturschutzarbeit.“ So könne man als Forstwirt auch Ranger im Nationalpark werden.

IT-Personal macht Programme mit Satellitenbildern

Bernd Knopp, Personal- und Organisationsentwickler bei Landesforsten RLP sagt, man komme oft gar nicht darauf, dass es auch im Forstbereich klassische Büroarbeitsplätze gibt: „Bei uns arbeiten auch viele ITler. Sie erstellen zum Beispiel Karten, auf denen die Förster genau sehen, wo welche Baumart wächst – das machen wir sogar in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt. Die Satellitenbilder sind für die Forstleute enorm wichtig, etwa um Borkenkäferbefall schneller zu erkennen.“
Und dann müsse sich natürlich auch jemand ums Organisatorische kümmern: „Dazu arbeiten bei uns Kaufleute für Büromanagement sowie als Verwaltungsfachangestellte oder -fachangestellter. Sie kümmern sich etwa um die Buchhaltung oder helfen mit, ein tolles Fest für alle Waldbesuchende auf die Beine zu stellen.“

In allen Berufen bildet Landesforsten RLP auch aus. Die Botschaft der Personalreferenten: „Sprecht uns an, die Karrierechancen stehen gut.“ Ein Beispiel gefällig? Vom Forstwirt zum Maschinenführer kann man es binnen eines Jahres schaffen – das entspricht drei Gehaltsstufen.



Hintergrund: Die Westerwald Holztage vom 28. bis 30. September 2018 in Herschbach/Oww.
Die Westerwald Holztage sind eine dreitägige Veranstaltung im Rahmen der Initiative „Wir Westerwälder!“ der drei Landkreise Altenkirchen, Neuwied und dem Westerwaldkreis. Die Westerwald Holztage werden zudem vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten sowie von Landesforsten Rheinland-Pfalz finanziell gefördert.
Ziel der Veranstaltung ist es, auf den heimischen Rohstoff Holz aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für die regionale Wertschöpfung aus dem Wald zu fördern. Dazu gehört auch, über Berufe in der Forst- und Holzbranche zu informieren und Nachwuchs zu gewinnen.

Das Angebot von Landesforsten RLP bei den Westerwald Holztagen an den Besuchertagen vom 29. und 30. September:

  • Infos zum Thema „Heizen mit Holz“ beim mobilen Biowärmezentrum
  • Infos von Forstwirten, Bürokaufleuten, ITlern und Försterinnen und Förstern: Was man in diesem Beruf macht und wie man ihn erlernen kann
  • Infos rund um den Wald und wie er bewirtschaftet wird
  • Angebote für Familien zum Thema „Wald bewegt“


Weitere Infos: www.westerwald-holztage.de