Bundesrat: Rheinland-Pfalz fordert vom Bund bessere finanzielle Unterstützung kommunaler und privater Waldbesitzer

„Der Klimawandel hinterlässt schon tiefe Spuren in unseren Wäldern. Unser jährlicher Waldzustandsbericht enthält erschreckende Zahlen: In Rheinland-Pfalz sind 84 Prozent der Bäume geschädigt. Jungpflanzen sind vertrocknet, Altbäume sind vom Borkenkäfer befallen, es gab Schäden durch Sturm oder Starkregen. Das alles ist sehr alarmierend und stellt Waldbesitzer sowie Försterinnen und Förster vor große Herausforderungen. Klar ist aber auch: Der Wald ist für die ganze Gesellschaft da. Deshalb ist es auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Behebung von Schäden im Wald und in den Waldökosystemen aktiv anzugehen. Wir fordern den BUND auf, alle Waldbesitzer stärker zu unterstützen. Eine deutliche Aufstockung der in Aussicht gestellten Fördermittel wäre dringend geboten, vorzugsweise über ein entsprechendes Bundesprogramm und auch durch die Beantragung von Hilfen aus dem europäischen Solidaritätsfonds“, sagte Forstministerin Ulrike Höfken im Vorfeld der Bundesratssitzung am morgigen Freitag. Rheinland-Pfalz macht sich in einem eigenen Entschließungsantrag für eine bessere Unterstützung der Waldbesitzer stark.

Hilfen für Wald und Waldbesitzer dringend erforderlich

Die Bundesregierung hat zum 1. Januar 2019 ein Maßnahmenbündel zur finanziellen Unterstützung der nichtstaatlichen Waldbesitzer in Kraft gesetzt. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Agrarstruktur und Küstenschutz“ soll die Finanzierung zu 60 Prozent aus Bundesmitteln und zu 40 Prozent aus Landesmitteln erfolgen. „Die vom BUND in Aussicht gestellten zusätzlichen Mittel in Höhe von bundesweit jährlich fünf Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren reichen leider bei weitem nicht aus, um die Waldbesitzer wirksam zu unterstützen. In Rheinland-Pfalz kämen insgesamt 263.000 Euro an“, kritisierte Höfken. „Auch unter Einrechnung des entsprechenden Kofinanzierungsanteils des Landes bedeutet dies für die Fläche des grundsätzlich förderfähigen Kommunal- und Privatwaldes in Rheinland-Pfalz gerade mal 72 Cent je Hektar. Das hilft keinem der hier betroffenen Waldbesitzer.“ Höfken stellte zudem klar: „Die Waldbesitzer sind nicht verantwortlich für den Klimawandel und die Folgen für den Wald. Vielmehr tragen die Waldbesitzer dazu bei, im Rahmen der nachhaltigen Waldpflege und Nutzung Treibhausgasemissionen zu kompensieren. In Rheinland-Pfalz liegt diese wald- und holzbasierte Klimaschutzleistung bei 23 Prozent, auf Bundesebene bei 14 Prozent der jeweiligen Gesamtemission von CO2 – ein unverzichtbarer Beitrag zur Erreichung der verbindlichen nationalen Klimaschutzziele.“