Wildschweine © igreen.de / Jonathan Fieber

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Im September 2020 wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen bei Schwarzwild bestätigt. Damit ist die anzeigepflichtige Tierseuche, die sich seit 2007 über Russland, Litauen und Polen (erste Nachweise im Jahr 2014) weiterverbreitet hat, nun auch in Deutschland angekommen.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ernstzunehmende Erkrankung des Wild- und Hausschweins, die mit einer hohen Sterblichkeitsrate (Mortalität) einhergeht. Ein Gesundheitsrisiko für den Menschen besteht nicht.

Die Einschleppung nach Deutschland hat fatale Folgen für die Haus- und Wildschweinebestände. Weltweit haben verschiedene Länder bereits Importverbote für deutsches Schweinefleisch verhängt. So kam schon z. B. der Export zu einem der wichtigsten Schweinefleisch-Handelspartner Deutschlands, nämlich China, sofort zum Erliegen. Gegen die Afrikanische Schweinepest ist kein Impfstoff vorhanden!

Hinsichtlich der Weiterverbreitung der Afrikanischen Schweinepest ist höchste Wachsamkeit geboten und es sind dringend Maßnahmen zu beachten, um diese zu unterbinden!

Weitere Informationen erhalten Sie unter anderem auch z. B. auf der Homepage des Landesuntersuchungsamts (LUA), auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts - Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit oder des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

 

Im Rahmen der landesweit gültigen tierseuchenrechtlichen Anordnungen des Landesuntersuchungsamtes (LUA) zur Durchführung eines Monitorings auf das Virus der Afrikanischen und der Klassischen Schweinepest haben die Jägerinnen und Jäger

  • jedes verendet aufgefundene Wildschwein sowie alle krank erlegten und verunfallten Wildschweine und
  • gesund erlegte Wildscheine nach einem Stichprobenplan der zuständigen Veterinärbehörde

auf Schweinepest untersuchen zu lassen. Diese Untersuchungen dienen der Früherkennung von Afrikanischer und Klassischer Schweinepest bei Wildschweinen. Jägerinnen und Jäger erhalten für die Entnahme und Einsendung von Untersuchungsproben von Fallwild und Unfallwild eine Aufwandsentschädigung (zurzeit in Höhe von 70 Euro). Für die Einsendung der Schweinepest-Proben an das LUA stehen vorfrankierte und adressierte Proben-Einsendesets bereit, die kostenlos von den zuständigen Veterinärbehörden ausgegeben werden.

Die Jägerinnen und Jäger sind aufgefordert

  • keine Speisereste, Küchenabfälle und sonstige tierische Nebenprodukten im Revier auszubringen (siehe hierzu auch den Leitfaden 125 „Entsorgung der Reste von erlegtem Wild und von Wildtieren“),
  • bei Jagdreisen die Hygienevorschriften für Trophäen bzw.
  • Maßnahmen zur Biosicherheit bei der Rückkehr ins eigene Revier einzuhalten,
  • Verdachtsfälle anzuzeigen.
 

Zur Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände und zur Absenkung des Risikos einer Ausbreitung von Tierseuchen veröffentlicht das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten als oberste Veterinärbehörde und oberste Jagdbehörde regelmäßig ein Handlungsprogramm, welches konkrete Empfehlungen und Handlungsanweisungen zur effizienten Bejagung des Schwarzwildes enthält.

Das Handlungsprogramm steht hier als PDF-Dokument zur Verfügung: Handlungsprogramm