Kalamitätsfläche © Landesforsten.RLP / Jonathan Fieber

© Landesforsten.RLP / Jonathan Fieber

Wie der Wald unter den Folgen der Klimakrise leidet

Auf dieser Seite bieten wir Ihnen einen Überblick über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald. Nutzen Sie das Menü, um direkt zu unseren FAQ, unseren Broschüren, zur Medienberichterstattung, zu weiterführenden Links oder zu unserem Presse-Service zu kommen. Oder: Scrollen Sie einfach nach unten.

Der Wald im Klimastress

Als "Dürre-Jahr" wird das Jahr 2018 bezeichnet. 2019 sieht es kaum besser aus. Die Folgen der langanhaltenden Trockenheit sind überall im Wald sichtbar. 

Die Forstleute sind daher in großer Sorge. Bäume vertrocknen und fallen Schädlingen zum Opfer. Das betrifft uns alle: Denn wo kein Wald ist, fehlt auch seine Leistung für saubere Luft, sauberes Wasser, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Erholungsort für uns Menschen und als Lieferant für den nachhaltigen Rohstoff Holz.

Regelmäßig gestellte Fragen (FAQ)

Was hat der Borkenkäfer mit dem Klimawandel zu tun? Warum sind so viele Bäume krank? Und warum hilft es dem Wald, wenn man Produkte aus Holz statt aus Beton oder Plastik kauft? Im Folgenden finden Sie, aufgegliedert nach Themen, Fragen und Antworten rund um die Folgen des Klimawandels für den Wald.

Folge der Klimakrise: Bäume vertrocknen
  1. Inwiefern schadet Trockenheit dem Wald?
    Große Hitze und Trockenheit wie im Sommer 2018 führen dazu, dass Bäume ganz einfach vertrocknen, wenn der Wasservorrat im Boden aufgebraucht ist. Das passiert nicht nur bei jungen Bäumchen, die noch keine in die Tiefe reichenden Wurzeln haben, um an das Wasser im Boden zu gelangen, sondern auf flachgründigen Böden auch großen, erwachsenen Bäumen. Durch Wassermangel und
    Blattverlust bleiben sie mit Nährstoffen unterversorgt. Sie sind damit anfälliger für Baumkrankheiten und Schädlinge. Vor allem in der Rheinebene sind viele alte Laubbäume durch die Hitze und Trockenheit im Frühjahr 2019 nicht mehr ausgetrieben.
    Dazu kommt: Je wärmer es ist, desto mehr Wasser verdunstet, ehe es am Boden ankommt und den Bäumen zur Verfügung steht. Auch Wasser an der Bodenoberfläche verdunstet schneller – und: Die Transpiration der Bäume nimmt zu, sie schwitzen. Trockenstress kann in der Zukunft vor allem bei flachwurzelnden Baumarten wie der Fichte und in niederschlagsarmen Gebieten zunehmen.
    Auch die Gefahr für Waldbrände nimmt zu.

    Durch die Klimakrise verschiebt sich zudem die Zeit der Niederschläge. Modelle prognostizieren mehr Niederschläge im Frühling, vor allem aber im Winter. Im Sommer wird es voraussichtlich weniger regnen – genau in der Zeit, in der die Bäume das Wasser brauchen.

  2. Warum können sich Schädlinge und Baumkrankheiten durch die Trockenheit stärker ausbreiten?
    Viele Insekte, so auch der Borkenkäfer mögen es warm. Dazu kommt: Aufgrund der Trockenheit besitzen Flachwurzler wie die Fichte zudem zu wenig Abwehrkräfte gegen Schädlinge.
    Darüber hinaus breiten sich bisher hier unbekannte Krankheiten und Schädlinge in Folge des Klimawandels mehr und mehr aus und bedrohen Bäume und Wälder in Deutschland. Beispiele dafür sind der Eichenprozessionsspinner oder der Asiatische Laubholzbockkäfer.

  3. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Dürre und Borkenkäfer sowie anderen Baumkrankheiten und Schädlingen?
    Die Trockenheit hat zu einer Massenvermehrung der Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher geführt. In den vom Trockenstress geschwächten Bäumen haben die Borkenkäfer ideale Bedingungen für die Vermehrung gefunden. Die befallenen Bäume sind vor allem Fichten.

    Neben den Borkenkäfern, die in aller Munde sind, gibt es natürlich weitere Insektenarten, die durch den Klimawandel begünstigt zu Massenvermehrungen neigen und beispielsweise die Kiefer auf großer Fläche bedrohen können. Hierzu gehören etwa Falter mit harmlosen Namen wie Nonne, Kiefernspanner und Kiefernspinner oder auch Prachtkäfer und Pilze, wie der Rußrindenpilz.

 

 

Folge der Klimakrise: Der Borkenkäfer vernichtet ganze Waldstücke

Durch das monatelange heiße und trockene Wetter gibt es so viele Borkenkäfer wie kaum zuvor. Was das für den Wald und die Forstwirtschaft bedeutet und wie die die Forstleute den Wald schützen, erfahren Sie hier.

1. Warum ist der Borkenkäfer dieses Jahr besonders ein Problem?

Das hat drei Gründe: Zum einen war es im Sommer 2018 besonders heiß und in vielen Regionen auch trocken. Das schwächt die Bäume und sie können Borkenkäfer nicht mehr so gut abwehren. Zweitens gab es im vergangenem Jahr im Winter und Frühjahr viel Windwurf. Die von Stürmen umgefallenen Bäume bieten den Käfern einen idealen Brutraum – der Baum kann sich ja nicht mehr wehren. Und drittens: Dem Borkenkäfer macht der Winter nichts aus. Er überwintert in der Borke und wird bei einer Tagestemperatur von circa 16 Grad und einer Nachttemperatur von rund 10 Grad Celsius aktiv. Dann bohrt er sich aus seinem Winterquartier aus und sucht sich einen neuen Baum, in den er sich bohrt, und darin vermehrt. Das bedeutet: Je mehr Käfer überwintern, desto mehr Käfer können im Frühjahr ausschlüpfen – und desto mehr Käfer können sich vermehren. Das bedeutet: 2019 wird es wohl eher noch schlimmer.

2. Wie hoch ist der Schaden?

Im Jahr 2018 wurden in Rheinland-Pfalz Fichten auf (zusammengenommen) 3.000 Hektar Fläche notgefällt, weil sie vom Borkenkäfer befallen waren. Bis Juni 2019 kamen weitere 2.750 Hektar hinzu. Das entspricht in der Summe rund 8.000 Fußballfeldern. Die Bäume mussten aus dem Wald entnommen werden, damit sich der Borkenkäfer nicht weiter ausbreiten kann und noch gesunde Bäume befällt. Denn das Insekt vermehrt
sich unter der Borke.

2018 wurden rund 600.000 Festmeter wegen Borkenkäferbefall gefällt – rund 670.000 Bäume.
Das ist mehr als viermal so viel wie im Vorjahr. Bis Juni 2019 kamen weitere 550.000 Festmeter dazu – Tendenz steigend.

Vor allem im Westerwald, in der Eifel und im Hunsrück sind nun ganze Waldstücke kahl, auf manchen Hängen steht kein Baum mehr. In diesen Gegenden wächst vor allem die Fichte – und diese mag der Borkenkäfer besonders gern. Ist ein Baum stark vom Borkenkäfer befallen, stirbt er.  

3. Konnte man das nicht schon vorher ahnen, dass 2018 ein Borkenkäfer-Jahr wird?

Ein klares Jein. Mit einer so langen Hitzeperiode hat kaum jemand gerechnet. Dass in manchen Regionen über Monate hinweg kein Niederschlag gefallen ist – das gab es bis dato noch nicht. Nicht umsonst sprechen dieses Jahr zum ersten Mal Klima-Wissenschaftler auch von einer kommenden „Heißzeit“. Dass die Fichte in einigen Regionen von Rheinland-Pfalz immer weniger dem Klima gewachsen und deshalb geschwächt ist, ist bekannt. Es wäre aber weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, sie alle schon vor 15 Jahren gefällt zu haben. Als die meisten Fichten vor rund 70 Jahren gepflanzt wurden, waren die Temperaturen noch kühler. Je wärmer es allerdings ist, desto mehr ist die Fichte geschwächt.

4. Was machen die Forstleute, um die Bäume vor dem Käfer zu retten?

Die Forstleute haben drei Möglichkeiten, wenn das Holz schon befallen ist: Erstens, müssen sie das Holz so schnell wie möglich aus dem Wald schaffen, damit sich der Käfer nicht weiter vermehren und noch mehr Bäume befallen kann. Zweitens können die Forstleute das geschlagene Holz von der Rinde befreien. Da der Borkenkäfer, wie der Name schon sagt, auf die Borke als Brutraum angewiesen ist, hat er so keine Chance mehr, weiter zu brüten. Entrindungsmaschinen sind aber teuer und auch nicht immer verfügbar. Drittens kann man gepoltertes Holz, also wenn es auf einem Stapel liegt, mit Insektiziden behandeln. Dann wird der Käfer und seine Brut getötet.  In Rheinland-Pfalz ist der Staatswald, der rund ein Viertel der Waldfläche in Rheinland-Pfalz ausmacht, FSC zertifiziert.  Hier ist der Einsatz von Pestiziden grundsätzlich verboten. Nur in sehr speziellen Ausnahmefällen und auch nur nach einer behördlichen Anordnung darf der Borkenkäfer damit bekämpft – und auch dann nur, wenn der Baum bereits gefällt und das Holz gepolter ist.

5. Wenn eine große Waldfläche vom Borkenkäferbefall betroffen ist, wird dann der ganze Wald abgeholzt?

Damit sich der Käfer nicht weiter verbreitet, werden nur befallene Bäume gefällt. Gesunde Bäume bleiben stehen. Ist der Käfer aus einem Baum schon wieder ausgeflogen, kann auch der tote Baum stehen bleiben.

6. Woran erkennt man, ob der Käfer in der Borke steckt?

Das erkennt man daran, dass sich kleine braune Bohrmehlhäufchen auf der Rinde zeigen. Der „Buchdrucker“, eine Borkenkäferart, befällt die unteren Stammabschnitte. Der kleinere „Kupferstecher“ hat es auf das dünnere Holz, also jüngere Bäume oder dünnere Stammteile abgesehen. Bei beiden Borkenkäferarten erkennen die Forstleute den Befall also am besten, wenn sie den Baum nach Bohrmehl untersuchen. Ist der Baum stark befallen, verfärben sich die Nadeln der Fichte rot und fallen dann ab. Der Baum vertrocknet, da durch die Gänge des Borkenkäfers der Saftstrom im Baum unterbrochen ist.

7. Was passiert, wenn der Wald von Borkenkäferbefall betroffen ist?

Ein gesunder Fichten-(Misch)-Wald kann sich in normalen Jahren gegen Angriff der Borkenkäfer wehren. Wenn einzelne Bäume ausfallen, verändert das das Waldökosystem kaum. Ist es aber so warm wie 2018, müssen viele befallene Bäume aus dem Wald entnommen werden. Das heißt: Die Fichte verschwindet dann aus einigen Mischwäldern. Aus den Freiflächen entstehen aber neue Wälder, zum Teil passiert das ganz natürlich durch die Samen anderer Bäume, zum Teil pflanzen die Forstleute aber auch Bäume nach. Sie wählen dann solche Baumarten aus, die an den Standort gut angepasst sind und mit den wärmeren Temperaturen besser zurechtkommen als die Fichte. Insgesamt ist es das Ziel, dass gesunde, klimastabile Mischwälder entstehen.

8. Warum gibt es überhaupt so viele Fichten, wenn man doch weiß, dass sie für den Borkenkäfer anfällig sind?

Schon im 18. Jahrhundert wurde die Fichte auf großen Flächen gepflanzt. Da man vorher den Wald übernutzt hat, brauchte man schnell Nachschub. Den brachte die Fichte: Sie ist sehr anspruchslos und wächst sogar auf nährstoffarmen Böden schneller als viele andere Baumarten. Auch nach den Weltkriegen mussten Reparationsleistungen in Form von Holz erbracht werden. Der Anteil der Fichte geht aber kontinuierlich zurück und liegt heute bei rund 20 Prozent.

Landesforsten Rheinland-Pfalz betreibt eine naturnahe Waldwirtschaft und setzt auf klimastabile Mischwälder. Es werden also zum einen verschiedene Baumarten gepflanzt und zum anderen auch solche, die besser als die Fichte mit dem Klimawandel und langen Dürreperioden zurechtkommen.

9. Haben wir dann bald kein Holz mehr?

Nein. Die Fichte ist zwar die dritthäufigste Baumart in Rheinland-Pfalz, dennoch ist nicht jede einzelne Fichte vom Borkenkäferbefall betroffen und zum anderen setzt Landesforsten Rheinland-Pfalz auf verschiedene Baumarten. Mittel- bis langfristig wird es aber weniger Fichtenholz geben. Stattdessen spielen andere Hölzer, etwa Weißtanne und Douglasie eine wachsende Rolle.

10. Ist das Holz dann wertlos, wenn der Käfer darin brütet?

Es lässt sich zumindest weniger gut verkaufen. Der Holzpreis sinkt – auch weil der Markt voll ist, wenn es überall Borkenkäferschäden gab. Das Holz kann man aber natürlich trotzdem noch verwenden – z.B. als Sägeholz für den Bau oder Verpackungen. Und wenn der Baum eher klein oder  knorrig ist, sich also nicht so gut in gerade Abschnitte zersägen lässt, ist kann man das Holz noch als Industrieholz, etwa für Pressholzplatten verwenden oder auch zur Papierherstellung,solange es noch frisch ist.

11. Wenn man andere Baumarten pflanzt, kommen dann nicht andere Schädlinge?

Natürlich haben auch andere Baumarten mit sogenannten „Forstschädlingen“ zu tun. Diese sind meist auf eine Baumart spezialisiert. So wie die Fichten-Borkenkäfer wie der Buchdrucker und der Kupferstecher vor allem auf die Fichte spezialisiert sind, befällt zum Beispiel der Eichenprachtkäfer alte Eichen. Die Nonne ist ein Falter, deren Raupe gern an Kiefern frisst. Landesforsten Rheinland-Pfalz setzt auf Mischwälder – so hat ein einzelner Schädling einfach nicht genug Futter und Lebensraum vor Ort, um sich massenhaft zu vermehren. Dass einzelne Bäume von Schädlingsbefall betroffen sind, ist aber ganz normal und ein Teil der Natur.

Folge der Klimakrise: Stürme und Starkregen werfen den Wald zu Boden

Stürme: Im März 2019 lagen 250.000 Festmeter am Boden – das ist ein Viertel der Menge an Fichten, die normalerweise geerntet werden und entspricht knapp 300.000 Bäumen. Angebrochene Äste hängen in den Kronen, ein Waldspaziergang wird so lebensgefährlich.
Man kann seit Jahren beobachten, dass unsere Waldböden im Winter und Frühjahr zunehmend aufgeweicht sind und die Wurzeln der Bäume an Halt verlieren. Die Hauptgründe hierfür sind klimabedingt:
Mehr Niederschläge im Winterhalbjahr – fast ausschließlich in Form von
Regen – und fehlende Bodenfröste.
Von Stürmen sind vor allem flachwurzelnde Baumarten wie die Fichte betroffen. Ihre Wurzeln ragen nicht tief in den Boden – so haben sie weniger Halt. Mischwälder sind weniger anfällig für Stürme, vor allem, wenn sie einen strukturreichen Waldrand haben. Unterschiedlich hohe Bäume und Sträucher wirken hier wie eine „Windbremse“.

Starkregen: Vor allem in den Sommermonaten ist zukünftig vermehrt mit Starkregenereignissen zu rechnen.
Das zeigen Klimamodelle für Rheinland-Pfalz. Wenn es dann sintflutartig „wie aus Eimern schüttet“, kann der Waldboden die enormen Wassermassen oft nicht aufnehmen. Die Folge: Wertvoller Humus wird abgeschwemmt, kleine Bäche treten über die Ufer, Sturzfluten unterspülen ganze Wege. Oftmals kommt
es örtlich zu starken Schäden bis hin zur völligen Zerstörung der Waldwege. Alleine im Wald drohen
Schäden in Millionenhöhe.

Folge der Klimakrise: Baumkrankheiten und -Schädlinge nehmen zu

Das, was wir als "Schädling" bezeichnet, gehört ganz natürlich zum Ökosystem Wald dazu. Die Klimakrise führt jedoch dazu, dass sich diese normalerweise harmlosen Insekten in Massen vermehren und rasant ausbreiten. Das hat zwei Gründe: Zum einen können sich viele Insekten bei warmen und trockenen Wetter explosionsartig vermehren. Zum anderen sind die Bäume aufgrund der Trockenheit zu geschwächt, um sich gegen deren Befall zu wehren. Auch Baumkrankheiten breiten sich an geschwächten Bäumen schneller aus als an gesunden. Einige Beispiele:

Prachtkäfer: Vom Prachtkäfer gibt es mehrere Arten, die sich jeweils auf eine Baumart spezialisiert haben. Es gibt zum Beispiel den Eichen-, Buchen- und Kiefernprachtkäfer. Sie alle profitieren besonders von warmen, trockenen Jahren: Die Entwicklung von der Larve zum Käfer geschieht in der halben Zeit. Zugleich sind die Bäume, auf denen sie leben, von der Trockenheit geschwächt und können den Käferbefall nicht abwehren. Genau wie beim Borkenkäfer fressen sich die Larven durch die Rinde und unterbinden den Nährstofffluss im Baum – der Baum vertrocknet und stirbt ab.

Rußrindenkrankheit: Der Rußrindenpilz befällt vor allem Ahorn-Bäume und tritt verstärkt im Verlauf von und nach Dürrejahren auf. Der Name kommt von einer schwarzen Schicht, die der Pilz an den Bäumen hinterlässt – und wie Ruß aussieht. Die Sporen des Pilzes können für Menschen gefährlich werden und Atembeschwerden bis hin zu einer Lungenentzündung auslösen.

Douglasienschütte und Douglasiengallmücke: Wenn beide Arten zeitgleich auftreten, kann dies für die Douglasie zum Todesurteil werden. Die durch eine Pilzerkrankung hervorgerufene Schütte führt zu einem massiven Abwerfen von Nadeln. Verschont bleibt häufig nur der jüngste Nadeljahrgang, der im letzten Frühjahr gebildet wurde. Genau dieser wird typischerweise von der Douglasiengallmücke befallen.
Die Weibchen legen ihre Eier mit einem Legestachel in die Nadeln. Die geschlüpften Larven ernähren sich in deren Innern, ehe sie sich ausbohren. Die so befallenen Nadeln verfärben sich und fallen vorzeitig
ab. Wenn alle Nadeljahrgänge eines Baumes geschädigt sind, geht die lebenserhaltende Regenerationsmöglichkeit verloren.

Eschentriebsterben: Das Falsche Weiße Stengelbecherchen ist ein Pilz, der aus Ostasien stammt. Den dortigen Eschen-Arten macht dieser Pilz kaum etwas aus. Die Eschen in Europa sind dagegen allerdings nicht immun. Der Pilz führt zum Absterben der Triebe und schließlich des ganzen Baumes. Bevor sich das wertvolle Holz zersetzt oder auch zum Schutz der Waldbesuchenden vor herabfallenden Ästen, müssen viele Eschen gefällt werden.

Misteln: Sie befallen vor allem Kiefern und entziehen dem Baum Nährstoffe – also auch Wasser. In Zeiten von Trockenheit leidet der Baum unter einem Befall umso mehr. Die Folge: Triebe sterben ab und schließlich der ganze Baum.

Mit chemisch-synthetischen Pestiziden gehen die Forstleute von Landesforsten RLP in den rheinland-pfälzischen Staatswäldern nicht vor. Ihnen geht es beim Wald um Klima- UND Umweltschutz.

Folge der Klimakrise: Die Waldbrandgefahr steigt

In ganz Deutschland herrschte 2018 über Monate hinweg hohe und höchste Waldbrandgefahr. In einigen Regionen wurde die Gefahr real: Südöstlich von Berlin brannte im Sommer 2018 eine Fläche so groß wie 400 Fußballfelder, über 500 Menschen wurden evakuiert. Insgesamt waren 2018 bei 512 Bränden 1.674 Hektar betroffen.

Es gibt fünf Stationen des Deutschen Wetterdienstes in RLP, an denen die Waldbrandgefahr ermittelt wird. Wie die aktuelle Lage ist und wie die Prognose für die kommenden vier Tage aussieht, erfahren Sie tagesaktuell hier: https://www.dwd.de/DE/leistungen/waldbrandgef/waldbrandgef.html 

2019 brannte ebenfalls bereits im Frühjahr in einigen Teilen Deutschlands der Wald. Und im Juni 2019 loderten im brandenburgischen Jüterbog die Flammen auf einer Fläche von 500 Hektar.

38 Waldbrände auf einer Fläche von 4,8 Hektar gab es im Jahr 2018. Zum Vergleich 2017 waren es 22 Waldbrände auf einer Fläche von 3,8 Hektar. Statistiken, sortiert nach Bundesländern, dazu finden Sie bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: www.ble.de

Ökologische und finanzielle Folgen: Wie steht es um die Wälder?

1. Wie sieht es in den Wäldern von Rheinland-Pfalz aus?
Der Klimawandel und Luftschadstoffe schädigen den Wald: 84 Prozent der Bäume in Rheinland-Pfalz sind krank. Das ergab der Waldzustandsbericht von 2018. Das bedeutet: Nur noch 16 Prozent der Bäume zeigen keine sichtbaren Schadmerkmale. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der jährlichen Waldzustandserhebung im Jahr 1984. Der Bericht für das Jahr 2019 erscheint Ende des Jahres.

2. Welchen finanziellen Schaden gibt es?

Mit der ökologischen Katastrophe geht auch eine finanzielle Belastung einher. Dürre, Borkenkäfer und Stürme haben allein von Anfang 2018 bis Ende Juni 2019 zur Noternte von über zwei Millionen Bäumen geführt. 1,8 Millionen Kubikmeter Schadholz treffen auf einen wegen der Klimakrise europaweit völlig überschwemmten Holzmarkt. Die Preise für Fichtenstammholz sind gegenüber 2017 um rund 30 Prozent auf 56 Euro pro Festmeter gefallen. Alleine für 2018 lässt sich der Gesamtschaden im Wald von Rheinland-Pfalz auf 50 Millionen Euro beziffern.
Bei anhaltendem Einnahmeverlust fehlt das Geld zur Finanzierung von Nachpflanzungen. Wenn unplanmäßig viel Holz aus dem Wald transportiert werden muss, werden häufig Wege beschädigt oder zerstört. Dies trifft auch die Erholungssuchenden. Rund 35 Euro müssen Waldbesitzende im Schnitt aufbringen, um einen
einzigen Meter Weg zu reparieren.

Auch die Verkehrssicherung, etwa, wenn abgestorbene Bäume an Straßen stehen, kostet für ein paar Kilometer schnell mehrere tausend Euro. Es müssen Umleitungen eingereichtet werden, die Straße gesperrt und so weiter. Für einige Kommunen kann der Wald zu finanziellen Belastung werden.

3. Warum sind Wälder ganz besonders vom Klimawandel betroffen?

Bäume und Wälder sind ortsfest und können daher äußeren Einwirkungen und Gefahren nicht ausweichen, sondern müssen sich anpassen. Dafür benötigen komplexe Ökosysteme wie der Wald viele Wald-Generationen. Ein Generationswechsel kann 100 bis 200 Jahre oder länger dauern. Zum Vergleich:  Die Insektenwelt kann sich teilweise mit mehreren Generationen pro Jahr relativ rasch an veränderte Bedingungen anpassen. Denn jede neue Generation birgt die Chance, mit neuen genetischen Informationen auf veränderte Umweltbedingungen zu reagieren. Mit ihren langen Generationswechseln haben Waldökosysteme keine Chance, sich an die rasanten Veränderungen des aktuellen Klimawandels anzupassen und geraten daher ganz besonders unter Druck.

Anders als im Gartenbau oder in der Landwirtschaft kann der Mensch den heutigen Wald auch nicht im nächsten Frühjahr einfach durch eine klimafestere Baumartenmischung austauschen.

4. Gibt es ein neues Waldsterben?
Während in den 1980er und 1990er Jahren vor allem Luftschadenstoffe für ein Baumsterben sorgten, fallen heute immer mehr Bäume den Folgen des Klimawandels zum Opfer.

Die Ursachen der Waldschäden in den 80er und 90er waren vor allem eine Folge der hohen Schadstoffeinträge in die Wälder, allen voran der Schwefelverbindungen. Hier haben die Großfeuerungsanlagen-Verordnung und weitere Luftreinhaltemaßnahmen sowie die Bodenschutzkalkungen (zur Abpufferung der Säureeinträge) in den Wäldern zu Entlastungen geführt. In der Folge davon haben sich Bäume und Wälder ein stückweit regenerieren können. Dennoch ist auch in diesem Bereich noch lange nicht alles gut, da die Stickoxid-Frachten (NOX) in der Atmosphäre nur mäßig abgenommen haben und weiterhin die Waldböden erheblich belasten.

Was nun die Bäume belastet und zum Absterben bringt, ist die Klimakrise. Aufgrund der langanhaltenden Trockenheit sind viele Bäume geschwächt und können sich nicht gegen Widersacher wehren. Hinzu kommt: Viele Insekten vermehren sich in Massen - sie profitieren von den heißeren Temperaturen. So fliegen einige Insekten beispielsweise erst ab einer bestimmten Temperatur aus. Wird diese Temperatur früher im Jahr erreicht und hält sie auch länger an, können die Insekten mehrere Generationen an Nachkommen pro Jahr hervorbringen. So etwa der Borkenkäfer.

Frühzeitige und warme Frühjahrsphasen sowie ungewöhnlich sommerwarme Herbstmonate verlängern für alle Baumarten die Wachstumsperioden. Dadurch geraten die Bäume zusätzlich in Stress und das Wirkungsgefüge von Pilzen, Bakterien und Viren auf Bäume gerät durcheinander. So können beispielsweise bislang harmlose Pilze und Insekten plötzlich gravierende Schäden verursachen.

Auch heute haben wir eine Katastrophe in unseren Wäldern. Der Wald ist klimakrank. Hier müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam anpacken, um die Erderhitzung zu stoppen.

Was die Forstleute tun

1.Was tun die Forstleute, um dem Wald zu helfen?

Die Forstleute „bauen“ den Wald seit vielen Jahren um. Sie setzen dabei auf standortangepasste Laub- und Nadelbaumarten, die sich möglichst natürlich ansamen sollen.

Es wird aber auch gezielt gepflanzt. Denn sonst würde es viel länger dauern, ehe sich von Natur aus ein Baumartenwechsel einstellen würde.

Mittelfristig entsteht so ein strukturreicher, stabiler Mischwald, der den Klimaextremen deutlich besser gewachsen ist.

Und die Forstleute setzen auf Vielfalt. Je größer die Zahl der Baumarten, die am Waldaufbau beteiligt sind, desto geringer ist das Risiko, das durch den (z. B. krankheitsbedingten) Verlust einer einzigen Baumart entsteht.

Das langfristige Ziel ist, den Laub- und Mischwaldanteil deutlich zu erhöhen, aber auch klimaangepasste Nadelbaumarten in der Mischung zu berücksichtigen. Wenn in der naturnahen Waldbewirtschaftung außerdem immer nur einzelne Stämme, die reif für das Sägewerk sind, gefällt werden, entstehen unterschiedlich alte, mehrstufige und strukturreiche Mischwälder.

Forstleute sprechen hier von einem Dauerwald. Bis dieses Ziel überall erreicht ist, werden jedoch noch viele Förster-Generationen am Waldumbau arbeiten!

2. Warum braucht der klimastabile Wald die Forstleute?

Ein Beispiel: Wenn man einen Fichtenwald nach einem Borkenkäferbefall einfach sich selbst überlässt, wird aus den Fichtensamen die im Boden lagern, sehr häufig wieder ein neuer Fichtenwald wachsen. Hier ist das Eingreifen der Forstleute notwendig, denn wir wissen, dass ein reiner Fichtenwald im Klimawandel keine Zukunftschance hat. Wenn wir artenreiche Mischwälder haben wollen, die dem Klimawandel trotzen können, müssen Forstleute aktiv eingreifen und pflanzen und so die Waldentwicklung lenken.

87 Prozent der Jungbäume (unter vier Meter Höhe) haben sich in Rheinland-Pfalz natürlich angesamt. Försterinnen und Förster fördern diese „Naturverjüngung“, indem sie gezielt einzelne, erntereife Bäume entnehmen. So steuern sie den Lichteinfall auf dem Waldboden und die Samen der Mutterbäume können keimen.

3.Was bedeutet „standortgerecht“ in Zeiten des Klimawandels?

In der Forstwelt wird häufig von standortangepassten oder standortgerechten Baumarten geredet. Hiermit meint man, dass der vorhandene Boden und dass das jeweilige Klima darüber entscheiden, ob eine Baumart dort gar nicht, gerade so oder eben besonders gut wachsen kann.

Die Standortansprüche der verschiedenen Baumarten sind gut erforscht und in der Fachliteratur ausführlich beschrieben. Problematisch wird es jedoch, wenn sich Standorteigenschaften durch den voranschreitenden Klimawandel ändern.

An vielen Orten in Deutschland wird davon ausgegangen, dass sich die Niederschläge vom Sommer in den Winter verschieben und es zu längeren Dürrezeiten (siehe Sommer 2018) und milderen Wintern kommt.

Neben diesen direkten Auswirkungen auf den Niederschlag bzw. die Verteilung des Niederschlags über das Jahr werden sich mit der Zeit auch die Böden und deren Eigenschaften ändern. Denn mit größerer Wärme werden zum einen Bodenorganismen aktiver; vielleicht in Zukunft eines Tages auch das ganze Jahr über. Dies verändert Abbauprozesse im Boden, sodass sich gerade der Oberboden über die nächsten Jahre und Jahrzehnte drastisch verändern kann.

Bäume, die heute keimen oder die wir heute pflanzen, werden aber für mindestens 70 - 100 Jahre (z.B. Fichte oder Kiefer) bzw. bis zu 200 Jahre (z.B. Eiche) mit dem Niederschlag und den vorhandenen Böden zurechtkommen müssen. Daher ist es wichtig, bereits heute die zu erwartenden Veränderungen der Standortseigenschaften bei der Baumartenwahl zu berücksichtigen.

4.Warum hat ein „gemischter“ Wald bessere Chancen im Klimawandel?

Vielfalt streut das Risiko. Das gilt zum einen für den ganzen Wald. Wenn verschiedene Baumarten in einem Wald wachsen, dann steigt die Chance, dass Baumarten dabei sind, die mit sich verändernden Bedingungen beispielsweise Hitze und Trockenheit – klarkommen.

Aber auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Baumart ist von großer Bedeutung. Denn dadurch gibt es einzelne Bäume innerhalb einer Art, die beispielsweise Trockenheit besser bewältigen als die anderen, auch wenn sie in demselben Wald stehen.

Der erfahrene Forstmann oder die Forstfrau erkennen dies und unterstützten diesen Baum, indem sie ihm mehr Wuchsraum verschaffen und ihm ermöglichen eine große Krone zu entwickeln. Sie greifen der Natur dabei etwas unter die Arme. Wenn es gut läuft, dann hat dieser Baum gute Chancen, Nachkommen zu bekommen, so dass längerfristig der ganze Wald besser mit dem veränderten Klima klarkommt. Diese Arbeit der Forstleute braucht Erfahrung, Weitsicht und Fingerspitzengefühl.

5.Warum reagieren die Förster erst jetzt? Der Klimawandel ist doch schon lange bekannt!

Die Forstleute haben bereits vor drei Jahrzehnten damit begonnen, den Wald mit einer langfristigen Planung nach und nach umzubauen. Dabei werden die standörtlichen und ökologischen Voraussetzungen, beispielsweise die Beschaffenheit des Bodens, genau geprüft. Die Auswahl der Baumarten erfordert dann nicht nur grundlegendes Fachwissen, sondern auch viel Erfahrung und Weitsicht. Dabei sind die Aufforstungskonzepte des letzten Jahrhunderts nicht die Lösung der Waldprobleme von morgen.

Die dritte bundesweite Waldinventur aus dem Jahr 2012 zeigt, dass schon 76 Prozent der Wälder in Deutschland Mischwälder sind. Der Waldumbau in Deutschland trägt sichtbar Früchte und zeigt: die Wälder sind artenreicher, gemischter und älter geworden, der Laubbaumanteil, insbesondere der Anteil der Buche, hat stetig zugenommen.

6.Sind die Forstleute und Waldbesitzenden nicht mit Schuld an der jetzigen Katastrophe? Sie bewirtschaften die Wälder doch seit Jahrzehnten!

Forstleute wissen seit vielen Jahren, dass reine Fichten- und Kiefernwälder keine zukunftsfähigen Lösungen sind. Ein Wald lässt sich aber nicht von heute auf morgen umbauen. Ein Baum braucht viele Jahrzehnte, um zu wachsen.

7.Warum braucht der Wald im Klimawandel die Hilfe der Jägerinnen und Jäger?

Der Wald bietet vielen Pflanzen und Tieren einen wertvollen und unverzichtbaren Lebensraum. Umgekehrt können pflanzenfressende Tiere, insbesondere Rehe und Hirsche, einen erheblichen Einfluss auf die Lebensgemeinschaft Wald ausüben und diesen langfristig in seiner Artenzusammensetzung und Vitalität gefährden.

Rehe und Hirsche ernähren sich naturgemäß von jungen Keimlingen, Knospen und Trieben oder schälen Rindenstücke von jungen Bäumen ab. Dadurch können langfristig verschiedene für die Tiere besonders schmackhafte Baumarten, wie Tanne, Eiche und Ahorn als besonders wertvolle Mischbaumarten ganz verschwinden oder es kommt zu Pilzerkrankungen oder Fäulniseintritt, so dass die betroffenen Bäume langfristig in ihrer Vitalität und Stabilität eingeschränkt sind.

Keimen die Samen der Bäume von selbst, sind sie nicht geschützt. In der Naturverjüngung sind mehr als drei Viertel unserer klimatoleranteren Baumarten Tanne oder Eiche und knapp ein Drittel der Buche durch Wildverbiss gefährdet. Deshalb brauchen die Wälder engagierte Jägerinnen und Jäger – gerade in Zeiten der Klimakrise.

Gesunde und gemischte Wälder mit verträglichen Reh- und Hirschbeständen haben von Natur aus die Eigenschaft, sich auch von selbst immer wieder zu erneuern. Bei Wäldern im Klimastress mit eingeschränkter Vitalität und überhöhten Wilddichten ist diese natürliche Eigenschaft erheblich eingeschränkt.

Ist das Wetter oder Klima?

1.    Klimawandel – Was ist das?

Das Klima fasst unterschiedliche Faktoren wie die Temperatur, Wind, Niederschlag, Luftfeuchte und Strahlung in der Atmosphäre zusammen und bezieht sich dabei auf ein bestimmtes geographisches Gebiet.

Während sich das Wetter auf einen Zeitraum von Stunden bis Wochen bezieht, spricht man beim Klima über einen Zeitraum von mehreren Jahrzenten. Bei einem Klimawandel verändern sich die Bedingungen in der Atmosphäre, was einen langfristigen Einfluss auf die Durchschnittstemperatur, durchschnittliche Regenmengen, Häufigkeit von Stürmen und andere Faktoren hat. Diese Veränderungen wiederum wirken sich auf die Tier- und Pflanzenwelt aus.

Bäume und Wälder haben sich über viele Jahrtausende an ein regional typisches Klima angepasst. Ein langfristiger Temperaturanstieg und weniger Niederschlag führen zum Beispiel zu mehr Trockenheit in der Atmosphäre. Baumarten wie die Fichte leiden darunter, gleichzeitig werden günstige Bedingungen für die Verbreitung des Borkenkäfers geschaffen.

2.    Ist das noch Wetter oder ist das schon Klimawandel?

Das Wetter bezeichnet in der Regel einen kurzfristigen Zustand der Atmosphäre. Eine lange Trockenperiode macht zum Beispiel noch keinen Klimawandel aus, über eine deutliche Zunahme der Trockenperioden lassen sich jedoch bereits Rückschlüsse ziehen.

Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes sagt dazu: „Wir erleben die letzten Jahre eine Häufung klimatologischer Rekorde, die sich in der Summe nur mit dem Klimawandel erklären lassen. Mit diesen Rekorden nehmen aber auch Extremereignisse zu, welche direkt oder indirekt uns alle betreffen. Für die Zukunft erwarten wir eine weitere Zunahme solcher Extremereignisse. Dies erfordert von uns allen intensivere Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen.“ (Quelle: Deutscher Wetterdienst, www.dwd.de

3.    Klimawandel – das gab es in der Erdgeschichte doch schon immer?

Das ist richtig. Es gab zum Beispiel Eiszeiten und auch wärmere Phasen, in denen sogar in unseren Breiten subtropische Tier- und Pflanzenarten lebten. Allerdings brauchen solche natürlichen Klimaveränderungen mehrere 10.000 Jahre.

Tier- und Pflanzenarten konnten sich also langsam an die Veränderungen anpassen oder in andere klimatische Zonen ausweichen. Der aktuelle, vom Menschen verursachte Klimawandel bringt starke Veränderungen in wenigen Jahrzehnten. Die Geschwindigkeit der Klimaveränderungen überfordert vielfach die Anpassungsfähigkeit unserer Baumarten.

Wie macht sich der Klimawandel in RLP bemerkbar?

In Rheinland-Pfalz ist der bisherige Anstieg der mittleren Temperaturen im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich. Unser Bundesland zählt innerhalb Deutschlands zu den am stärksten von den direkten klimatischen Auswirkungen betroffenen Regionen.

  • Die mittlere Jahrestemperatur ist in Rheinland-Pfalz seit Beginn der Aufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts um 1,6 Grad Celsius angestiegen.

  • Der Bundesdurchschnitt liegt bei 1,5 Grad.

  • In den letzten Jahrzehnten ist dieser Anstieg besonders stark ausgefallen: Die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Messreihe wurden alle in den Jahren nach 1994 verzeichnet.

  • 39,6 Grad Celsius zeigte das Thermometer am 30. Juni 2019 in Bernburg (Sachsen-
    Anhalt) an. Am gleichen Tag wurden in Bad Kreuznach 38,9 °C gemessen. Nicht nur in Deutschland und Rheinland-Pfalz waren das neue Hitzerekorde für den Juni.

  • Im Juli 2019 folgte der nächste Rekord: Mit 40,6 Grad in Trier und sogar 42,6 Grad in Lingen.

  • Das Jahr 2018 hat erstmalig seit 1976 wieder eine großflächige Dürre in Deutschland sowohl im Oberboden als auch über die gesamte Bodentiefe gebracht. Sommer und Herbst 2018 waren trockener als in allen vorherigen verfügbaren Jahren im Dürremonitor seit 1951. Das hat das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) errechnet.

Die Konsequenzen sind überall sichtbar. Auch im Wald.

  • Der globale Temperaturanstieg beträgt 1 Grad Celsius seit 1881.

  • Deutlich unter 2 Grad Celsius – so lautet das Ziel des Weltklimarates. Weiter soll sich die Durchschnittstemperatur auf der gesamten Erde nicht erwärmen.
Prognosen: Wie entwickelt sich das Klima in Rheinland-Pfalz?
  • Die globale Erwärmung im Zuge des Klimawandels wird auch das Klima in Rheinland-Pfalz verändern. So ist mit einer Erhöhung der durchschnittlichen Jahresmitteltemperaturen von 1,5-5 °C bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zu rechnen. Hier können Sie sich die Daten genauer anschauen: http://www.kwis-rlp.de/en/daten-und-fakten/klimawandel-zukunft/

  • In Trier wurden im Sommer 2018 mit 28 Tagen die längste seit 1955 beobachtete Hitzewelle verzeichnet. Insgesamt waren in diesem Sommer knapp 30 Prozent der Landesfläche und mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Hitze betroffen.

  • Auch die Niederschläge verschieben sich. In den Wintermonaten wird es wohl mehr, in den Sommermonaten weniger Niederschläge geben. Für den Wald ist das ein Problem: Niederschläge im Frühjahr und Sommer sind für Pflanzen besonders wichtig – denn dann sind sie in ihrer Wachstumsphase. Während der Wintermonate stellen Bäume ihr Wachstum weitgehend ein, da sie kein gefrorenes Wasser aufnehmen können.
Kann die Natur nicht sich selbst helfen?

Jein. Die Erdgeschichte hat gezeigt, dass da, wo der Wald einst verschwunden ist, er irgendwann wiederkam. Das hat aber Jahrhunderte und teilweise noch länger gedauert. Fakt ist: Ist der Wald erst einmal weg, weil die Bäume tot sind oder weil sie geerntet wurden, da sie krank sind, dauert es sehr lange, ehe neuer Wald nachkommt. Ist der Wald weg, kann er nicht für sauberes Wasser und saubere Luft oder als Schutz vor Lärm sorgen. Wir können ihn nicht mehr als Erholungsraum genießen oder schöne, nachhaltige Produkte aus Holz verwenden.

Damit das nicht passiert, helfen die Forstleute dem Wald ein wenig nach: Etwa, indem sie neue Bäume pflanzen.

Weiterführende Links

Sie wollen mehr wissen, wie sich die Klimakrise auf uns auswirkt, brauchen Studien zum Thema oder Tipps für einen klimabewussten Konsum? Hier werden Sie fündig:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

Der Wald im Klimawandel in den Medien

Hier finden Sie eine Linksammlung redaktioneller Berichte zum Thema "Der Wald im Klimawandel".

Sollten Sie hier einen Link vermissen, schreiben Sie bitte an pressefoerster [at] wald-rlp.de

Waldzustandsbericht 2019

Klimaschutz für den Wald - unser Wald für den Klimaschutz

Broschüren und Materialien

Broschüre "Der Wald ist klimakrank"
Broschüre "Der Wald ist klimakrank"
© Landesforsten.RLP / Jonathan Fieber

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