... und die Funktionenvielfalt seiner Wälder
An die Wälder im Bereich des Forstamtes Wittlich werden vielfältige Ansprüche gestellt: Nutzfunktion => Produktion des umweltfreundlichen Rohstoffs, Werkstoffs und Energieträgers Holz => Sicherung von Arbeitsplätzen => Einkommen für Waldbesitzer Schutzfunktion Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser, Klima, Luft, Flora, Fauna und langfristige Bindung des die Atmosphäre schädigenden Kohlendioxids Erholungsfunktion Ausflugsziel für Erholungssuchende und Freizeitsportler auf Trimmpfaden, Waldlehrpfaden, Reit- und Wanderwegen
... und seine naturräumlichen Grundlagen
Das Forstamt Wittlich liegt im Süden der Eifel und gehört geologisch zum Rheinischen Schiefergebirge. Im Ostteil überwiegen devonische Schiefer, Grauwacken und Quarzite mit großflächigen Auflagen aus diluvialem Decklehm. Im Westen des Forstamtes treten Sandsteinbänke aus dem Buntsandstein hinzu. Die Bodenverhältnisse sind entsprechend der Geologie unterschiedlich, reichen von tiefgründigen, basenreichen und feuchten Braunerden bis hin zu flachgründigen und nährstoffarmen Podsolen und Pseudogleyen. Die Höhenlage schwankt zwischen 110 und 480 m über NN. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt zwischen 7 und 9°C. Die Temperatur während der Vegetationszeit beträgt 14 bis 15°C. Die Jahresniederschläge liegen je nach Höhenlage und Exposition zwischen 650 und 800 mm.
... und die Geschichte seiner Wälder
Der Aufbau unserer Wälder und ihr heutiger Zustand ist das Ergebnis einer mehrhundertjährigen Entwicklung: Von Natur aus stockten auf den Standorten im Rheinischen Schiefergebierge dichte Laubmischwälder, vor allem aus Eichen, Buchen, Hainbuchen und Birken. Überzogene Holznutzungen und Waldverwüstungen führten bis ins 18. Jahrhundert zu einem starken Schwund der Waldfläche, der Holzvorräte und zu einem Anstieg der Ödländereien. Die Eifel war im 18. Jahrhundert bis zu 40% mit Ödland bedeckt. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam die Rheinprovinz zu Preußen. Für die Eifel wurde ein Wiederaufforstungsprogramm begonnen. Auf den stark devastierten Standorten wurde in erster Linie die Fichte gepflanzt, da Anbauversuche mit den anspruchsvolleren Laubhölzern fehlschlugen. Die natürlichen Grundlagen im Forstamt Wittlich begünstigen wärmeliebende Baumarten mit einem relativ geringen Anspruch an die Wasserversorgung. Die Fichtenbestände wurden daher seit der Wiederaufforstung der Eifel im 19. Jahrhundert vielfach in Traubeneiche-, Buchen- und Douglasienbestände umgebaut.
... und seine Aufgabenschwerpunkte
Das Forstamt Wittlich wird als Gemeinschaftsforstamt für alle Waldbesitzarten tätig und erfüllt dabei eine Vielzahl von Aufgaben: Schutz, Pflege und Mehrung des Waldes Ordnungsgemäße und nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes, des Kommunalwaldes (26 Gemeinden) sowie einiger Privatforstbetriebe Organisation forstbetrieblicher Maßnahmen Verkauf von Holz und forstlichen Nebenerzeugnissen (u. a. Schmuckreisig, Weihnachtsbäume, Wildbret) Beratung und Betreuung der Privatwaldbesitzer Naturschutz und Landschaftspflege inner- und außerhalb des Waldes Tätigkeit als untere Forstbehörde (z. B. Genehmigung bei der Rodung und Neuanlage von Wald) Bewirtschaftung der Wildbestände im Staatswald mit Beteiligung vorrangig revierloser Jäger an der Jagd Öffentlichkeitsarbeit
... sichert mit dem naturnahen Waldbau Lebensgrundlagen für Tiere und Pflanzen
Nachhaltige, naturnahe Waldwirtschaft ist die naturnächste und ökologisch verträglichste Landnutzungsform. Die in mehrjährigem Turnus durchgeführten Pflege- und Ernteeingriffe in den Wald nehmen größtmögliche Rücksicht auf die Biotope und die Belange des Biotop- und Artenschutzes. Der Wald ist dadurch zu einem Refugium zahlreicher, selten gewordener Tier- und Pflanzenarten - wie z. B. Hohltaube, Schwarzspecht, Hirschkäfer, Seidelbast oder Orchideen - geworden. In den Wäldern des Forstamtes leben außerdem eine Vielzahl von Haar- und Federwildarten, u. a. Rot-, Reh-, Muffel- und Schwarzwild, Wildkatze, Dachs, Marder, Iltis, Fuchs und Hase. Das Forstamt versucht zwischen den Belangen des naturnahen Waldbaues und den Lebensinteressen des Wildes einen Ausgleich zu erreichen, gleichzeitig aber auch möglichst viele Jäger in den staatlichen Regiejagdbetrieben an der Jagdausübung zu beteiligen.
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