Zur modernsten Burg der Pfalz - 20 Jahre nach dem kalten Krieg

Mutlangen, NATO-Doppelbeschluss, Pershing, Anti-Giftgasdemonstration - wer kennt all diese Begriffe noch? Der kalte Krieg ist lange vorbei, die Landschaften in denen er sich abspielte, haben wir heute noch. Was ist daraus geworden? Wie haben sich Wald und Natur seitdem entwickelt? Begeben Sie sich auf eine spannende Zeitreise im ehemaligen Sonderwaffenlager Fischbach.

Anspruch

Für den öffentlichen Verkehr gesperrte asphaltierte ehemalige Militärstraßen, zur Area I ebenerdig 1,3 km, zum NATO-Lager auf 1,8 km 45 m Höhendifferenz, Rundweg insgesamt 6,0 km. Auch sehr gut für Kinderfahrräder geeignet.

Anfahrt

B 10 Abfahrt Salzwoog über die L 487 Richtung Fischbach, kurz vor Fischbach auf die K 43 rechts abbiegen. Folgen Sie dieser Straße Richtung Schönau. 300 m nach Ludwigswinkel befindet sich am früheren Tor 1 (Bild auf Seite 2) ein kleiner Parkplatz.

Einkehrmöglichkeit

Im Sommer Kiosk an den Badeseen (Schöntalweiher und Saarbacher Hammer), ganzjährig sind geöffnet: Wanderheim in Petersbächel, Restaurants in Ludwigswinkel und Fischbach.

Hier im südlichsten Forstamt des Pfälzerwaldes können Sie vergleichen: Früher und heute. In 20 Jahren hat sich dieses aufgelassene U S - Depot zur modernsten und jüngsten Burg der Region gewandelt. Sehen Sie durch die Kamera des Photographen. Suchen Sie die Standorte auf, an denen im Jahr 1994, unmittelbar nach der Öffnung des U S - Depots die nachfolgenden Bilder aufgenommen wurden.

Die Bedeutung und ursprüngliche Ausformung der Bauwerke kann man teilweise noch erkennen. Die Natur besiedelt diese Flächen sehr rasch wieder. Erfahren Sie, wie sich nach kaum zwei Jahrzehnten die Landschaft wieder bewaldet. Außerhalb des hier vorgestellten Wandertipps, gibt es weitere viele Beispiele dazu. Der Keltenring auf dem Maimont, die alten Burgruinen, aufgelassene Waldbauernhöfe, die Kohlenmeilerplätze, das Franzosenlager in Ludwigswinkel und der Westwall sind wiederbewaldet und kaum noch erkennbar.

1. Start am Parkplatz

Routenplaner:
Anreise zum Ausgangspunkt der Wanderung am Tor 1 des US - Depot Fischbach 

Beginnen Sie Ihre Wanderung auf dem nicht beschilderten Parkplatz direkt an der K 43. Das Bild zeigt den Zustand des ursprünglichen Tor 1 mit Wachgebäude und Aufenthaltsraum. Den Eingang am Tor 1 finden Sie direkt am Rettungspunkt 6912 - 604, der sich südlich der Straße an einer Eiche befindet. Durch diesen Eingang wurden überwiegend die Militärtransporte durchgeführt.
Zur Räumung der Munitionsbunker waren über 2.500 Lastwagentransporte durch dieses Tor notwendig. Das umzäunte 680 Hektar große Munitionslager blieb zu 80 Prozent bewaldet und wird durch Landesforsten bewirtschaftet. Jedes Jahr sind nachhaltig über 100 Lastwagenladungen Holz hinter diesem Zaun zugewachsen.

2. Eingang Area I, das Sonderwaffenlager, von außen betrachtet

Routenplaner:
Vom Parkplatz zum Eingang der Area I 

Vom Parkplatz gehen Sie auf der Asphaltstraße in das ehemalige Lager hinein. An den nächsten beiden Kreuzungen schlagen Sie jedes Mal den Weg nach rechts ein. Nach 1.300 Meter  taucht das alte Wachgebäude ( auf Seite 1 abgebildet ) aus dem Wald auf. Drei Zäune, S - Draht, Schotterflächen und Wachtürme haben diese Fläche früher abgeriegelt. Die natürliche Wiederbewaldung ist hier gut zu erkennen.

Unten der Blick aus dem Turmfenster des Towers im Jahre 1994. Vergleichen Sie vom Boden aus den heutigen Waldzustand. Den Betonplatz rechts im Vordergrund des Bildes erreichen Sie geradeaus durch das Tor nach 100 Meter. Daneben befinden sich ökologisch wertvolle Freiflächen. Hier wurden auch die seltenen Gottesanbeterinnen aus der Ordnung der Fangschrecken nachgewiesen. Heute sind noch 19 Bunker und das Wachgebäude mit Tower erhalten. Diese Gebäude sind aus Sicherheitsgründen derzeit gesperrt.

Unten der Blick aus dem Turmfenster des Towers im Jahre 1994. Vergleichen Sie vom Boden aus den heutigen Waldzustand. Den Betonplatz rechts im Vordergrund des Bildes erreichen Sie geradeaus durch das Tor nach 100 m. Daneben befinden sich ökologisch wertvolle Freiflächen. Hier wurden auch die seltenen Gottesanbeterinnen aus der Ordnung der Fangschrecken nachgewiesen. Heute sind noch 19 Bunker und das Wachgebäude mit Tower erhalten. Diese Gebäude sind aus Sicherheitsgründen derzeit gesperrt.

Links im Bild:
Auf der Mitte der großen Betonfläche können Sie jetzt den Blick zurück zum Wachgebäude wenden. In der heute nicht mehr vorhandenen Halle wurden Wartungsarbeiten durchgeführt. Auf dem Boden sind noch Hinweise und Grundrisse der früheren Räume zu erkennen.

Rechts im Bild:
Der Standort des Photographen ist etwa derselbe. Auf dem Dach des Turmes ist der alte Scheinwerfer noch gerade so zu erkennen. Der Turm wird in den nächsten Jahren nicht mehr zu sehen sein. Sobald jedoch in 20 oder 30 Jahren die natürliche Astreinigung bei den Kiefern eingesetzt hat, wird der Blick zu dem Gebäude wieder frei sein.

4. Blick zum Lindelskopf; von dort wurde in den 80 er Jahren das Lager gefilmt

Routenplaner:
Gehen Sie westlich auf der kleinen Ringstraße an den Bunkern entlang in Richtung Süden 

Über die Ringstraße gelangen Sie hinter dem fünften Bunker zum 4. Punkt. Im Vordergrund rechts sind an der Birke noch die alten Landeplätze für Hubschrauber erkennbar. In der Bildmitte am Horizont sehen sie die charakteristische Spitze des Lindelskopfes, mit seiner nach Westen steil abfallenden Felswand. Ein einzigartiger Blick erschließt sich dem Betrachter von dort oben. Zu erreichen ist der Felsen mittels des steil ansteigenden Sagenwanderweges von Ludwigswinkel aus.

5. Bunkerreihen unter Kiefernaturverjüngung

Beim Gang auf der Ringstraße erhalten Sie einen Gesamt-eindruck der 16 Hektar großen ehemaligen Area I

6. Zwischen Rumberg und Florenberg befindet sich das ehemalige Lager der NATO

Nehmen Sie nun den in der Karte eingezeichneten Weg auf den asphaltierten Straßen. Über 45 Höhenmeter gelangen Sie in die ehemalige South - Area. Hier können Sie besonders eindrucksvoll die Bilder "Früher und Heute" vergleichen. Hier oben ist das Eingangstor zu diesem Lager zu erkennen. Es war von 1970 bis 1980 durch Doppelzaun abgesichert und beleuchtet. Lediglich die in dieses Gebiet hineinführende Straße erinnert noch an die frühere Bedeutung. Im linken oberen Bild ist deutlich ein Bergrücken in der Mitte erkennbar. Es ist die auch heute noch sichtbare französische Burgruine Lützelhaardt im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Adelsberg - Lützelhaardt.

Hier im Bild sind die Bunkerreihen noch erkennbar. Heute haben sich auf deren Erdhügeln Birken, Weiden und Kiefern natürlich ein-gefunden. Die 60.000 Quadrameter große Wiese wird von der unteren Naturschutzbehörde offen gehalten und hat eine große Bedeutung für offenlandliebende Insekten und Pflanzen. Über diese Fläche verteilt gibt es 12 verschiedene Baumarten, die sich als Solitärbäume entwickeln und diesem früheren Munitionslager künftig einer Parklandschaft ähnlich werden lassen.

7. Zurück über den Hubschrauberlandeplatz zum Parkplatz.

Wenden Sie Ihren Weg zurück durch den Hohlweg über den Sie gekommen sind. Er führt zwischen dem Rumberg im Süden und dem Krähenstein im Norden wieder zu Ihrem Parkplatz. Wenn Sie an der Rosskastanie in dem Wegedreieck kurz anhalten, ist links diese früher gänzlich bewuchsfreie Fläche gerade noch erkennbar. Der Blick im oberen Bildpaar lässt die Dynamik der Natur erahnen. Heute wird ein Teil dieser Fläche als Freiland ebenfalls offen gehalten.

Dieses Gebäude ist ebenfalls verschwunden. Nach der Öffnung des U S - Depot 1994 entwickelte sich ein unerwarteter Vandalismus, wodurch die Gebäude stark beschädigt wurden. Der damalige Eigentümer dieser Einrichtungen, das Bundesvermögensamt Landau verkaufte und verwertete schließlich noch brauchbare Einrichtungen und Gebäudeteile. Das Forstamt unterstützte diese Bemühungen des kontrollierten Abbaus.

Routenplaner:
So gelangen Sie zum Ausgangspunkt der Wanderung am Tor 1 des US - Depot Fischbach. 

Zurück an ihrem Parkplatz haben Sie jetzt hoffentlich einen umfassenden Eindruck der veränderten Landschaft in dieser Region nach dem "Kalten Krieg". 

Es gibt aber noch viele weitere schöne Plätze hier, wie rechts abgebildet, die Geierswiese, eine renaturierte ehemaligen Müllkippe der US - Army 

Es hat sich zum Erhalt der Area I im Sonderwaffenlager Fischbach auch der Verein "IG Area One" gegründet. Er ist unter www.ig-area-one.de zu erreichen. 

Viel Spaß bei Ihrer Wanderung wünscht Ihnen das Forstamt Wasgau!