Die Bedeutung des Ober-Olmer Waldes für die Vogelwelt zeigt sich am Vorkommen zahlreicher gefährdeter Arten:

  • Schwarzkehlchen, Neuntöter, Orpheusspötter und andere Arten des Offenlands leben in den Lichtungen der ehemaligen Militärstellungen.
  • Greifvögel wie Roter und Schwarzer Milan, Wespenbussard und Mäusebussard nutzen die Altbaumbestände, insbesondere im ehemaligen "Eichenlager", als Horstbäume.
  • Bemerkenswerte Nahrungsgäste und Durchzügler sind Schleiereule, Schwarzspecht, Wiedehopf und gelegentlich auch Graureiher.

Der eigentliche Wald ist aber im Vergleich zu früheren Kartierungen und anderen großflächig zusammenhängenden Waldgebieten deutlich artenverarmt. Dies dürfte an der isolierten "Insellage" des Ober-Olmer Waldes liegen. Gleichwohl hat er als eine der wenigen rheinhessischen Waldflächen zumindest regionale Bedeutung für waldbewohnende Arten wie etwa die Nachtigall oder den Kleiber. Bemerkenswert sind auch die Vorkommen von Neuntöter, Schwarzkehlchen, Kiebitz, Rebhuhn und der vom Aussterben bedrohten Wiesenweihe auf dem benachbarten Flugplatzgelände des Layenhofs. (A. Bitz). 

Säugetiere

Rehwild, Dachs, Fuchs, Stein- und Baummarder, Hase, Kaninchen, Hermelin, Mauswiesel, Igel, Eichhörnchen und Gartenschläfer - sie alle leben im Ober-Olmer Wald. Wildschweine kommen nur gelegentlich als "Gäste" vor. (J. Koch)

Fledermäuse

Im Rahmen der Kontrolle von Fledermauskästen wurden bislang drei Arten, die alle in ihrem Fortbestand in Rheinland-Pfalz gefährdet sind, nachgewiesen, nämlich das Braune Langohr, die Bech steinfiedermaus und die Fransenfledermaus. Die 1998 zu Fledermausquartieren umgebauten Bunker wurden bisher noch nicht besiedelt. (A. Kiefer)

Amphibien und Reptilien

Blindschleiche und Zauneidechse sind die für den Ober-Olmer Wald bekannten Reptilien. Der Amphibienbestand umfasst Erdkröte, Grasfrosch, Berg- und Teichmolch sowie wenige Exemplare von Grünfrosch und Kreuzkröte. Insgesamt lässt sich gegenüber früheren Jahren ein zum Teil deutlicher Rückgang aller Arten feststellen. Die Ursachen sind in der fort schreitenden Entwässerung des Waldes und der nach dem Abzug des Militärs ausbleibenden Verdichtung des Bodens durch Panzer und schwere Fahrzeuge zu sehen. Dadurch entstanden früher immer wieder Tümpel, die bis weit in den Sommer Wasser hielten. Pflegearbeiten oder die Neuanlage von Teichen konnten diese "Lücke" bisher nicht völlig ausgleichen. Trotzdem stellt der OberOlmer Wald auf dem sonst wasserlosen Ostplateau zwischen Mainz und Selztal einen regional bedeutsamen Lebensraum für Amphibien dar. (G. Vollenweider)

Libellen

14 Libellenarten leben im Ober-Olmer Wald, vier davon finden sich in der Roten Liste für Rheinland Pfalz als "potenziell gefährdet". Von diesen kommt jedoch nur die Blutrote Heidelibelle regelmäßig und reproduzierend im Ober-Olmer Wald vor. Damit ist die Libellenfauna als relativ artenarm zu bezeichnen. (F Eislöffel)

Seit etwa 1960 gibt es in der Region einen Rückgang bei den Tagfaltern. Viele Arten wurden selten oder starben ganz aus. Um so größer war die Überraschung, als bereits bei der ersten Begehung der früher militärisch genutzten Flächen eine in der Umgebung von Mainz nicht mehr für möglich gehaltene Fülle von teils seltenen Tagfalterarten und Widderchen festgestellt wurde. 18 der bislang erfassten 48 Arten sind in der Roten Liste der gefährdeten Schmetterlinge von Rheinland-Pfalz verzeichnet. Diese unverhofft entdeckten Kleinodien wie Quendelbläuling, Hainveilchen-Perlmutterfalter oder Esparsetten-Widderchen gilt es in Zukunft zu schützen, indem ihre Lebensräume (blühende Säume, Wiesen, Mager- und Halbtrockenrasen) erhalten und bewahrt werden. (W. Hasselbach) 

Im Ober-Olmer Wald und den angrenzenden Gebieten wurden bislang 19 Ameisenarten nachgewiesen. Auf den großen, offenen Flächen wie etwa der NIKE-Stellung leben trockenheits- und wärmeliebende Arten, wie sie für die Mainzer Umgebung typisch sind. Eine besondere Bedeutung für die Ameisenfauna erlangt der Ober-Olmer Wald dadurch, dass er eines der wenigen größeren, zusammenhängenden Waldgebiete im waldarmen Rheinhessen ist. Er bietet Lebensraum für die in Rheinhessen seltenen "Roten Waldameisen". Ihre meist großen Nesthügel aus Pflanzenmaterialien sind an vielen Stellen im Wald anzutreffen. (J. Dauber)

Wanzen sind Insekten, die mit einem Stechrüssel Pflanzen aussaugen oder Tiere erbeuten und deren Körpersäfte aufnehmen. Im Ober-Olmer Wald leben 271 Wanzenarten, das ist mehr als ein Drittel der etwa 700 in Rheinland-Pfalz vorkommenden Arten. Viele Wanzen sind von einer einzigen Nahrungspflanze abhängig. Sie sind deshalb gute Indikatorarten für den Zustand ihres Lebensraumes. Gitterwanzen (Tingiden) sind mit 21 Arten im Ober-Olmer Wald häufig zu finden. Auch Weichwanzen (Miridae), Bodenwanzen (Lygaeidae) und die großen Baumwanzen (Pentatomidae) sind neben kleineren Gruppen häufig. Insgesamt acht Wanzenarten hiervon stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Art wurde erstmals für Rheinland-Pfalz nachgewiesen. (J. Günther)

Bisher wurden im Ober-Olmer über 100 Laufkäferarten erfaßt, ein Drittel davon gilt als gefährdet. Anspruchsvollere Waldarten, die beispielsweise im benachbarten Lennebergwald vorkommen, wurden hier bisher nicht nachgewiesen. Von den ehemaligen Militärflächen haben sich die Schotterflächen und die Heidebiotope als am wertvollsten herausgestellt. Besonders hervorzuheben sind die beiden Käferarten Olisthopus rotundatus und der stenotope Heidebewohner Bradycellus ruficollis, die für Rheinhessen bisher nur einmal gemeldet waren. (H. Ludewig)

Bislang wurden im OberOlmer Wald 24 Arten aus der Gruppe der Heuschrecken erfaßt. Das sind über 40 Prozent aller in Rheinland-Pfalz vorkommenden Arten. Neben den zu erwartenden Wald- und Waldrandarten wie der Eichenschrecke oder der Waldgrille wurden auf den Lichtungen etliche offenlandbewohnende Arten gefunden. Insbesondere die NIKE-Stellung beherbergt ein großes Arteninventar mit teils gefährdeten Arten wie der Blauflügeligen Odlandschrecke oder der Gefleckten Keulenschrecke. Die für sie geeignetsten Lebensräume sind die durch die militärische Nutzung entstandenen Schotterflächen, vegetationsarme Wegeränder sowie die Magerrasen. Auch die Wegeschneisen und die durch Verdichtung entstandenen feuchten Senken und Tümpel werden von teils hoch spezialisierten Arten besiedelt. (R. Thiele)

Etwa 160 verschiedene Bienen- und Wespenarten fliegen derzeit im Ober-Olmer Wald. 22 dieser Arten stehen auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Viele davon leben auf den offenen trockenwarmen Flächen der ehemaligen Munitionsdepots. Hier ist besonders die seltene und stark gefährdete Felsen-Mauerbiene (Osmia ravouxi ) zu erwähnen, die ihre nächsten Vorkommen im Mittelrheintal besitzt. Sie ist zur Pollensuche auf Hornklee angewiesen und baut ihre Lehmnester an sonnige Steine und Mauern.Verschiedene Sandbienenarten nutzen die reichhaltigen Ackersenfbestände auf den frisch übererdeten ehemaligen Bunker- und Gebäudestandorten, unter anderem die Blauschwarze Sandbiene (Andrena agilissima) und die Sandbiene (Andrena suerinensis). Diese sehr seltenen Arten besiedeln in Süddeutschland vorwiegend die Oberrheinebene. Im Herbst flog die Heidekraut-Seidenbiene (Colletes succinctus) am Heidekraut in der NIKE-Stellung. Ihr Auftauchen im Raum Mainz ist sehr bemerkenswert, da ihre nächsten Vorkommen auf den Binnendünen im Raum Mannheim und Speyer liegen. (C. Schmid-Egger)

Rückzugsraum für gefährdete Tiere und Pflanzen

Der Ober-Olmer Wald stellt in Rheinhessen und Umgebung ein wichtiges Rückzugsgebiet für viele seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten dar. Von hier aus könnten umliegende Regionen möglicherweise wieder neu mit speziellen Tier- und Pflanzenarten besiedelt werden - wenn die Artenvielfalt im Ober-Olmer Wald erhalten wird. Hierzu wird vom Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht ein Pflege- und Entwicklungsplan für den Ober-Olmer Wald und angrenzende Bereiche aufgestellt, der die Ziele des Naturschutzes und die erforderlichen Maßnahmen festschreibt. Die Einbindung des OberOlmer Waldes in einen "Grünen Ring" um Mainz würde erheblich zur Vernetzung der bedeutenden Lebensräume der Rheinauen und Flugsandgebiete zwischen Ingelheim und Mainz mit dem Lennebergwald und Höllenberg über den Ober-Olmer Wald bis hin zum Laubenheimer Ried beitragen.

Über den Ober-Olmer Wald erhalten Sie Informationen beim Forstrevier Ober-Olmer Wald 
Revierleiter Jürgen Koch, Tel. 06131 - 73886
E-Mail-Kontakt 
oder beim zuständigen Biotopbetreuer Herrn Dechent Tel. 06135 - 3450 

Informationen zum Ökologischen Modellprojekt 
Ober-Olmer Wald erhalten Sie bei der VG-Verwaltung 
Nieder Olm, Herr Schuhmacher, Tel. 06136 - 69148