Vorstudie
Die erste Phase der Rahmenplanung, die Erarbeitung der Vorstudie, ist abgeschlossen. Sie schlägt mehrere Maßnahmenkonzepte vor.

Der Rückbau
Sämtliche militärischen Gebäude und Anlagen werden abgerissen. Die Bunker werden zertrümmert und mit Erde überdeckt, ebenso Wege und Flächen, die im zukünftigen Wegenetz nicht mehr benötigt werden. Die Bodenverunreinigungen werden saniert.

Da die Forststraße ihre militärische Funktion verloren hat, kann diese zu einem Fahrradweg, als Zufahrt zum Humuswerk sowie für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr zurückgebaut werden.

An der "Panzerstraße"/ L 427 sollen Überquerungshilfen den Zugang in den Wald erleichtern. Die Beeinträchtigungen und Gefährdungen der Waldbesucher durch den K f z -Verkehr werden so verringert.

Die Wege
Die bisher ausschließlich militärisch genutzten Wege werden in das auch früher schon zugängliche Wegenetz eingebunden. Ein Wanderwegenetz erschließt alle interessanten Waldbereiche. Weiterhin werden Jogging- und Reitwege ausgewiesen. Insgesamt wird das sehr dichte Wegenetz durch Rückbau einzelner Wege ausgedünnt. Somit werden einzelne Waldbereiche aus Gründen des Naturschutzes beruhigt.

Der Naturschutz
Die für den Naturschutz wertvollen Flächen und Biotope werden durch geeignete Maßnahmen erhalten und gesichert. Zahlreiche Laichtümpel sollen neu geschaffen werden. Zum Schutz sensibler Flächen werden stellenweise Absperrungen aus Stangenholz, wie sie bereits jetzt schon im Wald anzutreffen sind, errichtet. Durch ein differenziertes Entwicklungskonzept werden auch zukünftig kleinere Lichtungen, sonnige blütenreiche Waldinnenränder und -säume vorhanden sein, die über die vorhandenen Wegeschneisen miteinander vernetzt werden. 

Größere Flächen in der NIKE-Stellung und im Munitionsdepot werden der Sukzession und damit ihrer natürlichen Entwicklung überlassen. Wo aus Gründen des Wege- oder Naturschutzkonzeptes eine schnellere Waldentwicklung erforderlich wird, werden kleinere Teilbereiche standortgerecht aufgeforstet. Andere Flächen des Waldes werden ganz aus der forstlichen Bewirtschaftung herausgenommen. Hier können sich Naturwald- und Altholzbestände entwickeln. 

Die Kunst
Bestandteil des Konversionsprojektes ist ein von Frau Professor Ursula Bertram, Mainz entwickeltes Kunstkonzept. Durch die künstlerische Reflexion und die Auseinandersetzung mit den Spuren der militärischen Vergangenheit wird der Konversionsprozess im Spannungsfeld von Natur, Landschaft und Kunst um seine kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung erweitert: 

1. Das temporäre Kunstprojekt Zwölf Künstler arbeiten in zwölf Bunkern des Munitionsdepots und setzen sich so mit der Geschichte des Ortes und der nun einsetzenden Umwandlung des militärischen Geländes auseinander. 

2. Kunst in der Landschaft Durch die Installation von drei Arbeiten eines deutschen, amerikanischen und russischen Künstlers sollen Zeichen gesetzt werden, die den OberOlmer Wald als Ort einer veränderten politischen und gesellschaftlichen Geisteshaltung kennzeichnen. 

3. Landschaftskunst Die ehemaligen militärischen Flächen müssen nach dem Rückbau wieder in die Landschaft eingebunden werden. In Zusammenarbeit von Landschaftsarchitekten und Künstlern sollen in der Landschaft Orte geschaffen werden, die die Besonderheit der ehemaligen Militärlandschaften kenntlich machen. 

Die nächsten Schritte
Das Kunstprojekt fand vom 12. bis 19. Mai 1996 statt und bildete den Auftakt zur Umwandlung des Waldes. Die Bunker wurden nach der Aktion zertrümmert und übererdet. Gebäude und Innenzäune wurden im Laufe des Jahres 1996 abgerissen und abgebaut. 

Bereits im Winter 1995/96 wurden Biotopflächen gepflegt und Wege teilweise neu geschottert. Diese Arbeiten werden kontinuierlich zur Umsetzung des Naturschutz- und Wegekonzeptes fortgeführt. 

Die Altlastensanierung begann ebenfalls 1996. 

Die Rückbaumaßnahmen wurden mit dem Abbau der letzten Zäune Ende 1998 abgeschlossen. 

Für die Neugestaltung des Munitionsdepots und der NIKE-Stellung ist ein Ideenwettbewerb unter Landschaftsarchitekten und Künstlern ausgeschrieben worden. 

Im Zuge der Vertiefung des Wegekonzeptes wird die Einrichtung eines Waldlehr- und Kulturpfades geprüft, um über Geschichte, Natur und Schutzwürdigkeit des Ober-Olmer Waldes zu informieren. 

Bestandteil des Modellprojektes soll weiterhin eine Erfolgskontrolle sein. Hierfür sollen die ökologische Entwicklung des Ober-Olmer Waldes und die Akzeptanz durch die Bevölkerung über einen längeren Zeitraum wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. 

Die Umsetzung der Maßnahmen wird vom Ministerium des Innern und für Sport Rheinland?Pfalz finanziell gefördert. 

  • Über den Ober-Olmer Wald erhalten Sie Informationen beim
    Forstrevier Ober-Olmer Wald
    Revierleiter Jürgen Koch, Tel. 06131 - 73886
    E-Mail-Kontakt 
  • Informationen zum Ökologischen Modellprojekt Ober-Olmer Wald erhalten Sie bei der VG -Verwaltung Nieder Olm, 
    Herr Schuhmacher, Tel. 06136 - 69148