Maßnahmen und Maßnahmeträger

Aufgrund der Rahmenvereinbarung zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Bundesrepublik Deutschland übernimmt der BUND sowohl die Kosten für den Abriss der Gebäude zur Herstellung der Verkehrssicherheit als auch die Sanierung der vorhandenen Altlasten. Das Land Rheinland-Pfalz trägt die Kosten für den Rückbau von versiegelten Flächen und Wegen sowie die Rekultivierungsmaßnahmen. Die Aufgaben, für die der BUND verantwortlich ist, werden vom Staatsbauamt Mainz durchgeführt. Die Maßnahmen des Landes werden über die Landesforstverwaltung mit Unterstützung der kommunalen Planungsträger abgewickelt. Die Verbandsgemeinde Nieder-Olm, die Ortsgemeinde Ober-Olm und die Stadt Mainz haben eine Vereinbarung getroffen, die die Zusammenarbeit der kommunalen Planungsträger regelt.

Seit 1995 führte das Staatsbauamt folgende Maßnahmen für die Bundesvermögensverwaltung durch:

  • Gefahrenforschung und Altlastensanierung im Munitionsdepot und in der Raketenstellung (1995 - 1998) 
  • Gefahrenerforschung und Altlastensanierung im Munitionsdepot und in der Raketenstellung (1995 - 1998) 
  • Zertrümmerung und Übererdung der Bunker im Munitionsdepot (1996/ 97) 
  • Gebäudeabbruch im Munitionsdepot und der Raketenstellung (1998)  

Das Land und die kommunalen Planungsträger setzten bislang folgende Maßnahmen um:

  • Erhebung der Verdachtsflächen im Rahmen der Gefahrerforschung (1995)
  • Modellhafte Landschaftsplanung mit Erarbeitung von Rahmenkonzepten und Ausführungsplanungen für Teilbereiche (1995 - 1998)
  • Umgestaltung der Forststraße (1997/ 98)
  • Rückbau und die Entsiegelung von Flächen und Wegen (1997/ 98)
  • Landespflegerische Maßnahmen wie Biotoppflege, -unterhaltung und -neuanlage (seit 1996)
  • Forstwirtschaftliche Maßnahmen wie Mittelwaldbewirtschaftung, Unterhaltung und Neuanlage des Wanderwegenetzes (seit 1996)

Gebäuderückbau und Bunkerzertrümmerung

Nach Abschluss des viel beachteten temporären Kunstprojektes in 12 Bunkern des Munitionsdepots im Mai 1996 erfolgte zwischen Dezember 1996 und Juni 1997 die Zertrümmerung und Übererdung der bunkerähnlichen Munitionsgebäude durch das Staatsbauamt Mainz. Dabei wurden wertvolle Biotope von Pflanzen und Tieren in teilweise unmittelbarer Nachbarschaft zu den Bunkern während der Baumaßnahmen geschützt. Ein Erhalt der Munitionsbunker war aufgrund der formulierten Ziele sowie aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Landschaftsbildes mit einer Ausnahme nicht möglich: Zwei der Bunker wurden erhalten und zu Fledermausquartieren umgebaut. Diese unkonventionelle Rückbaulösung war im Kostenvergleich die günstigste und zugleich ökologisch sinnvollste Variante. Parallel zurBunkerzertrümmerung erfolgte der Abbau der Innenzäune und der vier Wachtürme im Munitionsdepot. Hier wurden mit Rücksicht auf gefährdete und seltene Tier- und Pflanzenarten im Bereich der Zauntrasse etwa 2.200 Meter Zaun in Handarbeit und etwa 2.900 Meter maschinell abgebaut.

Gebäuderückbau

Abbau von Asbestzementplatten von Arbeitern mit Schutzanzügen Der größte Teil der Gebäude ist mittlerweile abgerissen. Lediglich in der NIKE-Stellung werden im Winter 1998/ 99 die 5 noch verbliebenen Gebäude und die Wachtürme abgebrochen. Aufgrund der Vereinbarung zwischen BUND und Land erfolgte von März bis Juni 1998 der Abriss der Gebäude auf Kosten des Bundes, jedoch nur bis zur Oberkante der Bodenplatte. Die verbleibenden Bauteile und ein großer Teil der Wege wurden dann vom Land und den kommunalen Planungsträgern entfernt bzw. entsiegelt. Insgesamt wurden im Munitionsdepot 48 Gebäude mit etwa 9.500 Kubikmeter umbautem Raum abgebrochen. 

In der NIKE-Stellung wurden bislang drei Hallen und zwei bunkerähnlich befestigte Feuerleitstände mit zusammen etwa 6.500 Kubikmeter umbautem Raum abgerissen. Ähnlich wie im Munitionsdepot wurde auch hier ein Bunker zum Fledermausquartier umgebaut und gesichert. Aufgrund der erforderlichen Entsorgung von etwa 300 Kubikmeter asbesthaltiger Bodenbeläge und etwa 2.800 Kubikmeter Asbestzementplatten mussten an die Abbrucharbeiten besondere Anforderungen gestellt werden. Die Schadstoffe wurden unter entsprechenden Schutzvorkehrungen ausgebaut und ordnungsgemäß entsorgt. Der Außenzaun des Munitionsdepots mit etwa 3.800 Metern Länge wird bis zur Eröffnung im September 1998 entfernt. Insgesamt werden im Ober-Olmer Wald bis zum Abschluss der Maßnahmen etwa 50.750 Quadratmeter versiegelte und überbaute Flächen entsiegelt und rekultiviert. Damit wird wesentlich zur Wiederherstellung der ökologischen Leistungsfähigkeit des Ober-Olmer Waldes beigetragen. 
 
Wanderwege im Ober-Olmer Wald
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Forstrevier Ober-Olmer Wald
Revierleiter Jürgen Koch, Tel. 06131 - 73886
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Informationen zum Ökologischen Modellprojekt Ober-Olmer Wald erhalten Sie bei der VG-Verwaltung Nieder-Olm, 
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