Spätestens seit dem Zeichentrickfilm „Bambi“ gelten Rehe als ein Symbol für unberührte Natur und paradiesische Zustände, in die der böse Jäger eingreift. Diese Vorstellung ist in unterschiedlichen Variationen weit verbreitet und bestimmt in einer sehr emotionalen und unterschwelligen Weise die Diskussion um die Jagd.

Naturnahe Waldlebensräume, in denen verschiedene Baumarten unterschiedlicher Alterstufen miteinander gemischt sind, „vertragen“ aber weniger Wild als naturferne Kunstforsten, in denen der Jungwald auch noch mit großflächigen Zäunen vor dem Wildverbiss geschützt wird.

Eine Rehwildpopulation vermehrt sich im Jahr um durchschnittlich 50 Prozent und kann durch das „abäsen“ (abfressen) der Terminalknospen der Jungbäume die Waldverjüngung und ihre Vielfalt sehr schnell verhindern.
Aufgabe der Jagd ist es, die Rehwildpopulation so zu regulieren, dass auch ohne Schutzzaun ein naturnaher, stufiger und gemischter Wald wachsen kann.