Wald gilt als die naturnächste Form der Bodennutzung. Waldwirtschaft setzt ein über mehrere „Förstergenerationen“ ausgerichtetes Behandlungsmodell voraus. Aus der letzten Holznot im 18. Jahrhundert heraus entwickelte sich das Modell des „schlagweisen Hochwaldes“, das die Waldbestände als Kollektiv betrachtete und die nachhaltige Holzproduktion und Holzbereitstellung gewährleistete. Dieses Behandlungsmodell musste mit dem wachsenden Eintrag von Luftschadstoffen in den 1980er Jahren in unsere Wälder in Frage gestellt werden und fand nur noch sinkende Akzeptanz der Gesellschaft.

Seit Mitte der 1980er Jahre entwickelte man das Modell des „naturnahen Waldbaus“, das neben der nachhaltigen Nutzung die Wertleistung am definierten Einzelbaum optimiert. Diese Vorgehensweise sichert die Nachhaltigkeit der Waldleistungen und lässt viel Raum für Artenreichtum und natürliche Entwicklungen. (Allerdings reagiert das System sehr empfindlich auf überhöhte Wildbestände in der Phase des Waldgenerationswechsels.)
Insofern wird bei der regulären Vorgehensweise des Waldbaues noch mehr Naturnähe erreicht. Im System belassene Biotopbäume bieten ökologische Nischen. Insbesondere ist dabei das „Totholz“ zu nennen, das einerseits Lebensraum für Organismen der Waldzerfallsphase bietet (Zersetzerkette) aber andererseits bei der Arbeitssicherheit oft zum Zielkonflikt führt.

Sonderstandorte erfahren ihre eigene Betrachtung. Seien es die Bodenschutzwälder an der Südwestflanke des Königsberges, die Trockenwälder bei Hoppstädten, Langweiler, Unterjeckenbach, Kirrweiler und Rathsweiler, die Moorausbildungen bei Waldmohr oder die Orchideenstandorte im Wald und im Offenland. Sukzessionsentwicklungen werden bisweilen mit „Sorbus-Arten“ oder Wildkirschen ergänzt und so dem Wald zugeführt.