Forstamt im funktionalen Schutzgebietssystem

WAS IST WAS?

Es gibt verschiedene Schutzgebietskategorien: z.B. Naturpark – Nationalpark – Naturschutzgebiet - Naturwaldreservat - BAT-Konzept - FFH-Gebiete

 

Naturpark Saar-Hunsrück

Ein Naturpark gehört zu den Möglichkeiten des gebietsbezogenen Naturschutzes nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Naturparke (§ 27 BNatSchG) sind großräumige Kulturlandschaften, in denen der Schutz und die Erhaltung der Biotop- und Artenvielfalt stark mit der Erholungsfunktion der Landschaften für den Menschen verbunden sind. In ihnen werden umweltverträglicher Tourismus und dauerhaft umweltverträgliche Landnutzungen unterstützt.

Der länderüberschreitende Naturpark Saar-Hunsrück ist 2.055 Quadratkilometer groß. Er erstreckt sich von der Mosel und der Saarschleife bis auf die Höhen des Hunsrücks. Charakteristisch für ihn ist eine artenreiche und vielfältige Natur- und Kulturlandschaft.www.naturpark.org

Die landschaftliche Schönheit, Vielfalt und Eigenart des Naturparks Saar-Hunsrück ist als Lebens- und Wirtschaftsgrundlage der Menschen auf Dauer zu erhalten und zu schützen.
Durch eine nachhaltige Landschaftspflege und -nutzung sind die wertvollen Lebensräume der im Naturpark heimischen Tier- und Pflanzenarten zu, zu einem flächen­deckenden Verbundsystem zu entwickeln und eine Erholung in der Stille zu ermöglichen.

 

Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Nationalparke sind gemäß § 24 Abs. 1 BNatSchG "einheitlich zu schützende Gebiete, die

1.großräumig, weitgehend unzerschnitten und von besonderer Eigenart sind,

2.in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets erfüllen und

3.sich in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand befinden oder geeignet sind, sich in einen Zustand zu entwickeln oder in einen Zustand entwickelt zu werden, der einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik gewährleistet."

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald wurde 2015 ausgewiesen: www.nationalpark-hunsrueck-hochwald.de. Er ist wie die meisten der bestehenden deutschen Nationalparke derzeit noch "Entwicklungs-Nationalpark", d.h. sie erfüllen erst in Teilen die Kriterien für eine großflächige, ungestörte Naturentwicklung. Durch weitere geeignete, in Managementplänen festgelegte Steuerungsmaßnahmen sollen innerhalb von 20 bis 30 Jahren nach Ausweisung der Parke die Voraussetzungen geschaffen werden, damit künftig in einem überwiegenden Flächenanteil der Gebiete den natürlichen und dynamischen Abläufen in der Natur Vorrang eingeräumt werden kann.

 

Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete (§ 23 BNatSchG) dienen der Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensräumen und der daran gebundenen wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, in ihnen ist jede Zerstörung, Veränderung oder Beeinträchtigung ausgeschlossen. Nutzungen sind nur soweit zulässig, wie sie dem Schutzzweck nicht entgegenstehen.

Gemäß § 23 Abs. 1 BNatSchG sind Naturschutzgebiete (NSG) "rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen

  1. zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
  2. aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder
  3. wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit erforderlich ist."

Im Forstamt Idarwald sind auf 974,9 Hektar Naturschutzgebiete festgesetzt, zum Beispiel die Hangbrücher bei Morbach als größtes NSG mit 740 ha.

Mehr Informationen den Naturschutzgebieten des Forstamts und mehr hier

 

Naturwaldreservate

Vom Sämling zum Methusalem bis hin zur Zerfallsphase

 In diesen durch menschliche Eingriffe ungestörten Naturwaldreservaten (NWR) sollen in vielen Jahrzehnten und Jahrhunderten die “Urwälder von morgen” entstehen. Hier sind Störungen sowie Holzentnahme und sonstige forstwirtschaftliche Nutzungen untersagt. Die natürliche und spontane Entwicklung aller NWR in RLP wird in Forschungsprojekten der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) beobachtet und ausgewertet.

NWR erfüllen gleichzeitig Forschungs-, Naturschutz- und Umweltbildungsaufgaben. Hier wird die natürliche Entwicklung der Waldstruktur, Boden, Pflanzen- und Tierwelt erforscht. Die daraus gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen in die Behandlung naturnaher Wälder ein.
Durch konsequente Sicherung der Flächen und der natürlichen Abläufe erfüllen NRW auch Aufgaben des Naturschutzes. Störungen sollen hier vermieden werden.   Die NWR tragen insbesondere zum Schutz natürlicher Waldlebensgemeinschaften in ihrer für den Lebensraum typischen Arten- und Formenvielfalt bei.

In Rheinland-Pfalz sind derzeit 60 Naturwaldreservate mit einer Fläche von 1993 Hektar ausgewiesen. Die Reservate sind zusätzlich von insgesamt rund 2000 Hektar Pufferzonen ( Schutzzonen) umgeben. Im Durchschnitt ist ein Naturwaldreservat 33 Hektar groß.

Im Forstamt Idarwald sind 5 Naturwaldreservate mit 121 Hektar ausgewiesen:

„Jungenwald“ (56 ha) ; „An den zwei Steinen“ (22 ha); „Palmbruch“ ( 6 ha); „Herrenort“ (24 ha); „Koppelborn“ (13 ha)

Mehr Informationen finden Sie hier.

 

BAT - Konzept zum Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz

Dieses Konzept dient dem Erhalt der biologischen Vielfalt im Wald.

Insbesondere Totholz ist ein wesentliches Lebensraumelement für zahlreiche waldtypische Tier- und Pflanzenarten. Totholzsicherung und -entwicklung gehören daher zum generellen Leistungsspektrum der Forstämter. Andererseits entstehen mit einem hohen und über die Fläche verteilten Totholzvorkommen erhöhte Risiken für die im Wald tätigen Menschen. Mit den Schutzelementen sorgt Landesforsten durch eine stärker gruppierte Verteilung zur Minimierung möglicher Zielkonflikte und gleichzeitig für erhöhte Rechtssicherheit bei der täglichen Arbeit im Wald. Es handelt sich um ein integratives Gesamtkonzept mit segregativen Elementen wie:

-Naturwaldgebiete

-Waldrefugien

-Biotopbaumgruppen

-Biotopbäume

Zu mehr Informationen bitte hier klicken.

 

 

Schutzgebiete gemäß NATURA 2000

Nach einer europäischen Richtlinie werden FFH- Gebiete zur Sicherung der Artenvielfalt durch die Erhaltung ihrer natürlichen Lebensräume definiert.
Mit den FFH-Gebieten soll ein zusammenhängendes europäisches ökologisches Netz besonderer Schutzgebiete mit der Bezeichnung “Natura 2000” geschaffen werden. Dieses Netz umfasst auch die ausgewiesenen Schutzgebiete über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Vogelschutzrichtlinie).

Kriterien für die Auswahl von FFH-Gebieten sind Repräsentativität, Seltenheit und Gefährdung in Verbindung mit einer Liste der Typen natürlicher Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse (Anhang I) sowie einer Liste entsprechender Tier- und Pflanzenarten (Anhang II).

Die Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Gebiete von Rheinland-Pfalz finden Sie unter www.naturschutz.rlp.de.

Im Forstamt Idarwald sind folgende Schutzgebiete festgelegt:

NATURA 2000 - FFH-Gebiet : 6208-302 – Hochwald:    3027 ha

NATURA 2000 - FFH-Gebiet : 6109-303 – Idarwald:      6510 ha

NATURA 2000 - FFH-Gebiet : 6309-301 - Obere Nahe: 5332 ha

Vogelschutzgebiet 6210-401 – Nahetal:                   12521 ha

 

Machen Sie mit und werden Artenfinder

Beitrag zur Naturforschung und zum Naturschutz: Auf der Plattform ArtenFinder sind rund 600.000 Daten von Vögeln, Schmetterlingen, Amphibien, Reptilien und vielen weiteren Artengruppen in Rheinland-Pfalz zusammengetragen. Hier der Link zur neuen ArtenFinder-App!

 

Naturschönheiten unterwegs

 

Rotmilane im Hunsrück: Geschickt und wendig

Seit Beginn des Jahres können Freunde der Natur ein besonderes Schauspiel betrachten: Zurück aus den Winterquartieren segeln die Rotmilane majestätisch über den Höhen des Hunsrücks. Mehr Informationen und ein Artenporträt finden Sie hier.

Der Steckbrief ROTMILAN kann hier heruntergeladen werden.

 Rotmilan, Foto: ©Landesforsten.RLP/ Gisela Kadisch

 

Magazin: Nationale Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz

 Klimaschutz im Fokus:

In den Jahren 2020 / 2021 steht der Klimaschutz im Fokus der 9 Nationalen Naturlandschaften in Rheinland-Pfalz, darunter auch der Naturpark Saar-Hunsrück und der Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Mit dem Schwerpunktthema "Klimaschutz" möchten die Naturlandschaften gemeinsam deutlich machen, wie wichtig der Klimaschutz für den Erhalt der Biologischen Vielfalt ist. Weitere Informationen finden Sie hier.