Das Forstrevier Rheinbrohl

Das Forstrevier Rheinbrohl liegt im Westen des Forstamtes Dierdorf und erstreckt sich vom Rhein bis auf die erste Westerwaldanhöhe. Die Waldflächen liegen in 10 Rheinseitentälern und auf den angrenzenden Plateaulagen. Daher ist das Revier von vielen steilen Hängen geprägt. Im Süden grenzt es an den Wald der Märkerschaft Feldkirchen und an den Stadtwald von Neuwied; im Norden an den Stadtwald von Bad Hönningen. Die Wälder gehören zu den Wuchsgebieten Mittelrheintal und Niederwesterwald und liegen im Naturpark Rhein-Westerwald.
Das Revier umfasst die Waldflächen der Gemeinde Rheinbrohl, 6 mittelgroße Privatwaldbetriebe (zwischen 50 und 600 ha) sowie ca. 1500 Kleinprivatwaldbesitzer in den Gemarkungen Rheinbrohl, Hammerstein und Leutesdorf in der Verbandsgemeinde Bad Hönningen.

Im Revier arbeitet 1 Forstwirtschaftsmeister zusammen mit einem Forstwirt und zwei Forstwirt-Azubi. Anstellungskörperschaft ist die Gemeinde Rheinbrohl, die Arbeitskräfte arbeiten besitzübergreifend in den Gemeinde-und Privatwäldern des Forstreviers und außerdem im Stadtwald Bad Hönningen. Zusätzlich werden je nach Arbeitsanfall verschiedene Forstunternehmen für Rückearbeiten, motormanuelle und vollmechanisierte Holzernte eingesetzt.
Im Rheinbrohler Gemeindewald, der zu 70 % aus Laubbäumen und zu 30% aus Nadelbäumen besteht, werden auf 538 ha Holzboden nachhaltig 2938 Festmeter Holz pro Jahr eingeschlagen. Der Leubsdorfer Wald mit 238 ha besteht zu 60% aus Laub- und zu 40% aus Nadelwald und lässt jährlich die Ernte von 1733 Festmeter Holz zu.
Der Privatwald des Reviers ist zu  90% mit Laubbäumen und lediglich zu 10% mit Nadelbäumen bestockt. Hier werden rund 3500 Festmeter Holz pro Jahr geschlagen und durch die Revierleitung und das Forstamt vermarktet. 

Bodenbildende Ausgangsgesteine sind Tonschiefer und Grauwacke aus dem Devon. Sie sind auf vielen Flächen mit eingewehten Decklehmen aus den Zwischeneiszeiten überzogen.
Aus dem Ausbruch des Lacher Vulkans vor 10000 Jahren finden sich an vielen Stellen Bimsablagerungen, die die Bodenfruchtbarkeit positiv beeinflussen.

Vorkommende Wildarten sind Rot-, Reh,- Schwarz- und Muffelwild, Hase, Fuchs, Dachs, Marder, Waschbär und Wolf.
Zahlreiche seltene Vogelarten kommen vor: Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard, Uhu, Schwarzstorch, alle einheimischen Spechtarten, Wasseramsel und Eisvogel und in Rheinnähe viele Enten- und Gänsearten.

Der obergermanische Limes, die 550 Kilometer lange, ehemalige Grenzbefestigung zwischen dem römischen Reich und dem freien Germanien, beginnt bei Rheinbrohl und zieht sich von dort über die Höhen von Westerwald und Taunus in südöstlicher Richtung bis an die Donau.
Der Limes wurde 2005 zum Weltkulturerbe erklärt, zahlreiche Relikte und Rekonstruktionen lassen in den Wäldern des Forstreviers die Geschichte lebendig werden.

Zwei Premiumwanderwege durchziehen das Revier:
Der von Bonn bis Wiesbaden verlaufende Rheinsteig und der von Bad Hönningen bis zur Fuchskaute im Westerwald reichende Westerwaldsteig.