Besonderes Interesse der Förster verdienen naturgemäß die seltenen, nur einzeln  vorhandenen oder sogar vom Aussterben bedrohten Baumarten.
Auf trockenen Böden wachsen Elsbeere, Speierling und Wildbirne. Im Waldrandbereich Wildkirsche, Wildapfel und Kirschpflaume, auf Felskuppen der Wacholder und im Schatten alter Buchen die Eibe. Um im Zuge von Klimaveränderungen Erfahrungen zu sammeln, werden auch Wal-, Schwarz- und Türkische Haselnuss angebaut.
 In sog. Pflanzcamps wurden und werden teilweise noch heute bestimmte Baumarten für den eigenen Gebrauch nachgezogen. 
 Diese seltenen Baumarten bereichern die Biodiversität, den Natur- und Artenschutz und das Landschaftsbild und lassen auf Grund ihrer Seltenheit und hervorragenden Holzqualität einen hohen Holzpreis erwarten. Die Ernte und Verwertung der Früchte sollen zu einem Nebenerwerb ausgebaut, die Elsbeere zum Welterbeleitprodukt mit Einmaligkeitscharakter befördert werden. 

Baumarten für Dummies:
Elsbeere:
  eine seltene Laubbaumart, mit eichenähnlichen Blättern und weinbeerengroßen Früchten; die Heilige Hildegard von Bingen (1098-1178) und Martin Luthers Ehefrau Katharina (1499-1552) wussten die Elsbeerfrucht als Heilmittel gegen die Ruhr zu schätzen.
Speierling:  ein Wildobstbaum mit eschenähnlichen Blättern und apfel- oder birnförmigen Früchten, bekannt als Zusatz zum Apfelwein.
Kirschpflaume: mit zwetschgenähnlichen Blättern und mirabellenförmigen Früchten, ein Genuss als Marmelade und Likör.
 Mispel: diese kleine Obstbaumart (ca. 5 Meter Höhe) hat in Euroa keine Bedeutung mehr. Sie hat hat ledrige Blätter die entfernt an Buchenblätter erinnern. An den Beinamen "Hundsärsche" der sich auf das Aussehen der leckeren Frucht bezieht kann man sich dafür sicher viel einfacher erinnern.
 Wildbirne: die Wildbirne wird ca. 8 - 20 Meter hoch. Ihre Blätter ähneln denen von den uns bekannten Obstbäumen. Ihr Nachteil: Ihre Früchte haben die Tendenz zu verholzen: D.h. die Früchte werden hart und sind deshalb oft wenig schmackhaft. Außerdem bildet sie stachelartige Astenden aus. Aus diesen Gründen hat der Mensch hunderte Kultursorten mit schmackhafteren Früchten und ohne "Dornen" gezüchtet. Aufgrund ihrer dadurch stark gesunkenen Bedeutung und ihrem geringen Durchsetzungsvermögen gegenüber anderen Baumarten ist die "Holzbirne" mittlerweile fast vollständig aus unseren Wäldern verschwunden. 
 Wildapfel: Auch dieser kleine max. 10 Meter hohe Baum hat seit seiner Kultivierung keine Bedeutung mehr. In den Zeiten von Özi war der "Holzapfel" sicher einmal ein begehrtes Nahrungsmittel mittlerweile muss die reine Ursprungsform um ihr Überleben kämpfen. Wie alle genannten seltenen Baumarten ist ein Vorkommen besonders in Waldrändern und Heckenstreifen zu beobachten und zu fördern.

Die Früchte dieser Raritäten veredeln die kulinarischen Speisen der regionalen Küche, derer sich im Besonderen die Welterbegastegeber annehmen. Zudem sind sie der Rohstoff zur Destillierung von hochwertigen, naturbelassenen Wildbränden, die das Forstamt zum Verkauf anbietet.