Waldschutz-Warnmeldungen

Aus gegebenem Anlass hier zwei  download zur Situation der Esskastanien-Gallwespen:

 

Waldschutz-Warnmeldung_BW_Esskastanien_Gallwespen

WS_Info

Edelkastanien-Rindenkrebs

Auftreten, Ausbreitung und Eindämmung des Edelkastanienrindenkrebses (Cryphonectria parasitica

Die bei uns vorkommende Edelkastanie (Castanea sativa) wird von einer ursprünglich nur in Asien auftretenden Pilzkrankheit, dem Edelkastanienrindenkrebs (Cryphonectria parasitica), befallen, der die betroffenen Bäume kümmern oder absterben lässt. Die erkrankten Bäume verlieren dadurch ihre vielfältigen Nutz- und Schutzfunktionen!

Im Mai 1992 wurde der Pilz durch einen Fund im badischen Ortenaukreis zum ersten Mal in Deutschland nachgewiesen. Im Jahr 2004 wurden neue Herde an der pfälzischen Weinstraße gefunden.

Die Abteilung Waldschutz der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) Baden-Württemberg in Freiburg im Breisgau untersucht deshalb im Rahmen des Edelkastanienprojekts die gegenwärtige Verbreitung der Krankheit in den Projektgebieten Pfalz, Ortenau und Elsass und fahndet nach dem Auftreten der sog. Hypovirulenz des Pilzes.

Unter Hypovirulenz versteht man das Phänomen, dass der den Baum schädigende Pilz wiederum selbst durch einen Virus befallen wird, was zu einer milderen Form des Krankheitsverlaufs führt. Theoretisch kann man befallene Bestände mit Pilzmaterial, das bereits vom Virus befallen ist, impfen, um auf diese Weise die Krankheit auf größerer Fläche zurückzudrängen. Das Virus kann sich jedoch nur unter genetisch kompatiblen, D.h. untereinander verträglichen, Pilzstämmen ausbreiten, die sich vegetativ vermischen können. Daher ist die Kenntnis über das Vorkommen der unterschiedlichen Pilzstämme am Oberrhein Voraussetzung für Bekämpfungsversuche.

Die Abteilung Waldschutz der FVA arbeitet dabei mit der INRA ( Institut National de Recherche Agronomique), Bordeaux, in Frankreich und mit und der WSL (Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft), Birmensdorf, in der Schweiz zusammen. Beratend steht das Julius Kühn-Institut (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) in Braunschweig zur Verfügung .