Dachs; Bild: Landesforsten
Auch Dachse können Tollwut verbreiten.; Bild: Landesforsten

Die Tollwut wird übertragen durch Viren, die im Speichel infizierter Lebewesen zu finden sind. In Deutschland wird die Tollwut meist durch Bisse von fleischfressenden Wildtieren, wie Fuchs und Dachs, aber auch durch Bisse oder Kratzer von Hund und Katze übertragen. Generell kann sich aber jedes Säugetier infizieren und somit auch Verbreiter sein.

Durch den flächendeckenden Einsatz von Impfködern für Füchse in allen bundesdeutschen Gebieten mit noch bestehenden Tollwutherden konnte die Fuchstollwut in den letzten Jahren drastisch reduziert werden. So wurden in Rheinland-Pfalz 1995 noch 97 Fälle von Tollwut bekannt, 1997 noch 9 Fälle und 1998 nur noch 2 Fälle im Moselverlauf. 

Was passiert bei einer Tollwut-Erkrankung?

Fuchswelpe; Bild: Landesforsten
Fuchswelpe; Bild: Landesforsten

Nach einem Biss gerät das Virus in Kontakt mit den freien Nervenendigungen, vermehrt sich und wandert entlang der Nervenbahnen über das Rückenmark ins Gehirn. Von hier aus vermehrt es sich erneut und gelangt vor allem in die Speicheldrüsen, die Bauchspeicheldrüse und die Haarbalgdrüsen, wo sich ein erneuter Vermehrungsprozess anschließt und so die Viren mit dem Sekret abgegeben werden. Der Virus kann nicht die intakte Haut durchdringen. Einzige Form der Übertragung ist die durch Verletzungen, Wunden, Kratzer und dergleichen. Die Inkubationszeit, also die Dauer von der Infizierung bis zum Ausbruch der Krankheit, dauert unterschiedlich lange. Sie ist abhängig von der Virusmenge und Lage der Bissstelle. Je näher die Wunde am Zentralnervensystem liegt, desto kürzer ist die Inkubationszeit. Die Angaben liegen bei 5 Tagen bis zu einem Jahr. Erste Symptome sind lokale Schmerzen und Juckreiz an der Bisswunde, Fieber, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. In einer zweiten Phase folgen motorische Unruhe, Angstgefühle und Krämpfe. Durch Krämpfe der Schluckmuskulatur hat man Angst zu trinken beziehungsweise zu schlucken, so dass der Speichel aus dem Mund läuft. Man ist abwechselnd aggressiv und depressiv und hat eine schreckliche Angst vor Wasser (Hydrophobie) und vor Licht (Photophobie). In der letzten Phase lassen Krämpfe und Unruhe nach, Lähmungen verstärken sich und führen in allen Fällen zum Tod. Tollwutkranke Tiere zeigen abnormes Verhalten, Vertrautheit, Störungen der Augenmotorik, starken Speichelfluss, heisere Stimme und ebenfalls die Angst vorm Wasser.

Wie kann man sich vor Tollwut schützen?

Steinmarder; Bild: Landesforsten
Im Prinzip kann jeder Fleischfresser auch Tollwutüberträger sein.; Bild: Landesforsten

Vermeiden Sie Kontakt mit Füchsen und anderen möglicherweise infizierten Tieren. Auch wenn zum Beispiel ein Fuchs noch keine Anzeichen von Tollwut zeigt, kann er schon infiziert sein und Sie anstecken. Der sicherste Weg sich und seine Haustiere zu schützen ist eine Impfung. Die Grundimmunisierung erfolgt in drei Schritten innerhalb ein paar Wochen. Nach einem Jahr sollte eine Auffrischungsimpfung erfolgen.

Wurde man von einem tollwutverdächtigen Tier gebissen, so ist die Stelle sofort mit Wasser und Seife zu reinigen und mit Alkohol zu desinfizieren. Danach muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Nach Auftreten der ersten Symptome gibt es keine Therapie mehr. Der Tod kann nur noch hinausgezögert werden.