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Aktuelle Situation und Prognose (bitte anklicken)

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Datum der letzten Veränderung 07.08.18
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Befallene Fichten am Bestandsrand; Bild: Dr. Eisenbarth
Befallene Fichten am Bestandsrand; Bild:Dr. Eisenbarth

Es gibt europaweit mehr als 150 verschiedene Arten von Borkenkäfern. Als Rinden- oder Holzbrüter sind sie ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald, können bei vermehrtem Auftreten aber zu bedeutenden Forstschädlingen werden. In erster Linie gilt das für den bekanntesten Borkenkäfer, den Buchdrucker  (Ips typographus):  Der achtzähnige Fichtenborkenkäfer kann sich bei warmer und trockener Witterung explosionsartig vermehren. Die Käfer nagen Gänge unter der Rinde des Baumes und unterbrechen so die Wasserversorgung - der Baum stirbt ab. (Link: Biologie der Borkenkäfer) In trocken-heißen Jahren kommen so erhebliche Holzmengen zustande, die für die Waldbesitzer finanzielle Einbußen bedeuten, da sie nur mit niedrigeren Erlösen vermarktet werden können (s.u.).
Hier können Sie die aktuellen Monitoringergebnisse für Rheinland-Pfalz aufrufen.

Auch wenn die Witterung einen erheblichen Einfluss auf die Buchdruckerentwicklung ausübt, können die Forstleute durch frühe Befallserkennung und rechtzeitiges Handeln die Schäden am Wald eindämmen. Das Borkenkäfermanagement bei Landesforsten basiert auf einem dreistufigen Monitoringsystem:

Aktuelle Flugüberwachung mit Lockstofffallen (Borkenkäfermonitoring)

jährliche Käferholzmengen 1999-2017 in Festmeter
jährliche Käferholzmengen 1999-2017 in Festmeter
© Landesforsten.RLP.de / FAWF

Von Anfang April bis Ende September wird in den Regionen Hunsrück und Pfalz die Flugaktivität des Buchdruckers beobachtet. Dazu wurden in beiden Regionen jeweils drei Standorte auf unterschiedlichen Höhenlagen als Monitoringflächen ausgewählt und mit jeweils vier Lockstofffallen bestückt. Die Fangzahlen sind ein Hinweis auf das aktuelle Schwärmverhalten der Käfer und helfen bei der Einschätzung des aktuellen Befallsrisikos. Zur Einschätzung der Populationsdynamik und damit zur Prognose des Waldschutzrisikos müssen weitere Parameter berücksichtigt werden; dazu zählen neben den Witterungsverhältnissen auch der Umfang des Stehendbefalls, die Brutbilddichte, die Brutentwicklung und die Käferholzmenge.

Schadensanalyse anhand der Käferholzmengen

Alle Fichten, die aufgrund des Borkenkäferbefalls eingeschlagen werden müssen, werden als sogenanntes "Käferholz" erfasst. Die Auswertung dieser Käferholzstatistik bildet die tatsächlichen Befallsaktivitäten über die letzten Jahre ab und dient damit auch der Verifizierung bzw. Verbesserung der Vorhersage.

Käferholzmenge 1999 bis 2015; Bild: Landesforsten
Käferholzmenge 1999 bis 2015; Bild: Landesforsten

PHENIPS

PHENIPS ist ein Computermodell der Universität für Bodenkultur Wien, das es ermöglicht, anhand von Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes, das Brut- und Schwärmgeschehen des Buchdruckers tagesaktuell anhand von Grafiken für einzelne Klimastationen darzustellen und zusätzlich eine 7-Tage-Prognose abzubilden.

Die Vorhersage der Schwärmflugaktivität ermöglicht es den Forstleuten, für jeden Standort frühzeitig effektive Bekämpfungszeitpunkte festzulegen und entsprechende Maßnahmen vorbereiten zu können.


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