Die genetische Vielfalt, das ist die Vielfalt im Erbgut, ist die Grundlage für die dauerhafte Entwicklung und Anpassungsfähigkeit einer Art an die sich ändernden Umweltverhältnisse.

Für die Gehölzarten gilt dies im besonderen Maße, weil sie infolge ihrer Langlebigkeit relativ vielen (und extremen) Umweltbedingungen und -veränderungen ausgesetzt sind.

Aus der Sicht der Nachhaltigkeit ist dafür Sorge zu tragen, dass die Genressourcen auch für alle folgenden Generationen der Arten bewahrt bleiben.

Die Sicherung der genetischen Vielfalt unterliegt zwei Maßnahmegruppen. Das sind

Forschung zur genetischen Vielfalt

Forschung zu Untersuchungsmethoden im Labor 
zum Beispiel Projekt “Anwendbarkeit der Isoenzymanalyse bei der Baumart Winterlinde” .

Inventuren zur Erforschung vorhandener genetischer Strukturen einer Art 
zum Beispiel Projekt “Untersuchung der genetischen Strukturen von Buchen in ausgewählten Beständen der Wuchsbezirke von Rheinland-Pfalz mit dem Ziel der Ausweisung bestimmter Generhaltungsbestände” .

Forschung zu Veränderungen genetischer Strukturen von Gehölzpopulationen, entstanden durch 

  • Ausfall einzelner Individuen
  • Neukombinationen bei der Nachkommenschaft durch die Befruchtungsvorgänge und 
  • Polleneintrag mit zusätzlicher genetischer Information 

zum Beispiel Projekt “Genetisches Monitoring in Naturwaldreservaten”

Erhaltung und Erweiterung der genetischen Vielfalt

Erhaltung ist möglich:

- am Ort des Vorkommens, 
SEi es durch die Erhaltung der Bäume und Sträucher an ihrem Standort selbst oder ihre unmittelbare Fortpflanzung am Ort;

zum Beispiel Projekt “Ausweisung von Buchen-Generhaltungbeständen in Rheinland-Pfalz”. 
Der naturnahe Waldbau beinhaltet in seiner praktischen Umsetzung die Erhaltung am Ort im Zuge der natürlichen Verjüngung. Zudem ist die Erhaltung am Ort in die Zielsetzung der Naturwaldreservate eingebunden. 

- vom Ort des Vorkommens weg
zum Beispiel Projekt “Lagerung von Saatgut gefährdeter Baumarten”  

Erweiterung

Seltene Baum- und Straucharten kommen in der Natur nur noch vereinzelt und voneinander weit entfernt vor. Um deren genetische Vielfalt auch für die Zukunft zu erhalten, werden sie zu größeren Fortpflanzungseinheiten zusammengeführt.

zum Beispiel Projekt “Aufbau von Erhaltungs-Samenplantagen”

Das daraus gewonnene Saatgut liefert einen wesentlichen Beitrag zur Walderneuerung im Rahmen des naturnahen Waldbaus und der Nachhaltigkeit.